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Göttingen Herrmann-Lingen erhält Roemer-Preis
Campus Göttingen Herrmann-Lingen erhält Roemer-Preis
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11:41 25.03.2017
Von Angela Brünjes
Preisträger Christoph Herrmann-Lingen (links) mit dem DKPM-Vorsitzenden Stefan Zipfel bei der Preisverleihung in Berlin. Quelle: r
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Göttingen/Berlin

Depressive Verstimmungen verschlechtern nach Angaben der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) die Prognose bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK). Bisherige Studien zu unterschiedlichen Depressionsbehandlungen konnten jedoch bei Herzpatienten nur eine relativ geringe Besserung der Depressivität und keinen prognostischen Nutzen zeigen. Die nun prämierte Studie wurde von der DFG im Programm Klinische Studien gefördert und ist die größte europäische Studie zur Behandlung depressiver Herzpatienten. Prof. Herrmann-Lingen, Direktor der UMG-Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, leitete die Durchführung und Publikation der Studie. Diese zählt mit 570 Patienten zu einer der weltweit größten Psychotherapiestudien. Die Hälfte der Patienten erhielt eine Psychotherapie über 25 Stunden, die andere Hälfte erhielt zur Routinebehandlung ein Informationsgespräch. Hauptzielkriterium war die Besserung der Depressivität nach 18 Monaten.

Die Depressivität besserte sich in beiden Patientengruppen deutlich. Entgegen der Hypothese war diese Besserung jedoch bei Patienten, die die Studientherapie erhielten, im Durchschnitt nicht signifikant stärker als in der „Kontrollgruppe“. Von der zusätzlichen Psychotherapie profitierten allerdings Patienten mit dem prognostisch ungünstigen Typ D-Persönlichkeitsmuster oder mit einer diagnostizierten depressiven Episode, teilte die UMG mit.

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Die Preisverleihung des mit 2.000 Euro dotierten Roemer-Preises 2017 erfolgte im Rahmen des Deutschen Kongresses für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Berlin. Der Preis ist nach dem Tübinger Gynäkologen Hans Roemer benannt und wird seit 30 Jahren vergeben.