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Göttingen Übergabe des Präsidentenamtes der Universität an Ulrike Beisiegel
Campus Göttingen Übergabe des Präsidentenamtes der Universität an Ulrike Beisiegel
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19:44 10.01.2011
Von Christiane Böhm
Gratuliert der neuen Präsidentin: Dr. Wilhelm Krull mit Prof. Ulrike Beisiegel.
Gratuliert der neuen Präsidentin: Dr. Wilhelm Krull mit Prof. Ulrike Beisiegel. Quelle: Hinzmann
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Mit der 58jährigen Biochemikerin, bis 2010 Direktorin des Instituts für Biochemie und Molekularbiologie am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, wird erstmals eine Frau Göttinger Universitätspräsidentin.

Niedersachsens Ministerpräsident McAllister dankte dem scheidenden Präsidenten von Figura für seine Erfolge, speziell in der Exzellenzinitiative. „Zur Bewältigung der Hürden für eine erfolgreiche Fortsetzung der Exzellenzinitiative“ könne es nun kaum eine bessere Beraterin und Managerin als Beisiegel geben. Sie werde sicher mit den richtigen Fragen Anregungen geben, um die Beteiligten zu Höchstleistungen zu motivieren. Das Land Niedersachsen werde seinen Beitrag dazu leisten.

Dr. Wilhelm Krull, der Vorsitzende des Stiftungsrates der Universität, würdigte von Figura für sein „wirklich herausragendes Wirken für die Universität“ in seiner Amtszeit von 2005 bis 2010. Für die Georg-August-Universität als eine der führenden Forschungsuniversitäten gelte es die Studierenden in Zukunft zu motivieren, „mehr als nur aus Büchern, dem Internet oder Zeitschriften zusammengelesenes Wissen zu akkumulieren.“ Erst das eigene Durchdenken schaffe Grundvertrauen in die Urteilskraft. Dies erfordere allerdings auch Zeit und Muße, „um die eigenen Gedanken reifen zu lassen.“ Gerade Letzteres unter den Bedingungen der neuen Studienstruktur zu gewährleisten sei eine noch zu lösende Aufgabe, so Krull. Die neue Universitätspräsidentin begrüßte er nicht nur als eine ausgewiesene Forscherin, sondern auch als „geradlinige, couragierte und klarsichtige Führungsperson mit großen kommunikativen Fähigkeiten.“

In ihrer Antrittsrede hob Beisiegel als wichtige Aufgabe für ihre Amtszeit hervor, mit einer „gezielten Entschleunigung im Prozess der Wissenschaft den Raum für kreatives Arbeiten zu geben sowie die Zeit zur Korrektur der unvermeidlichen und oftmals keineswegs kleinen Irrtümer.“ Dadurch könne man die Qualität der Wissenschaft deutlich steigern. Es bedürfe des Mutes, sich dem überhöhten Publikationsdruck zu entziehen und in Forschungsprojekten und Anträgen wieder die wirkliche Substanz des neuen Wissens in den Vordergrund zu stellen.

Erweitern wolle sie das Zukunftskonzept der Universität um wissenschaftliche Aspekte der Lehrerausbildung und innovative Lehrkonzepte. Aufbauen könne sie hier auf die im ZeUS vorhandene Kompetenz und die Konzepte des X-Lab, so Beisiegel. Zudem sollten die Sammlungen der Universität stärker genutzt werden.