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Uni Göttingen stellt Experimente im Adventskalender vor

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09:05 10.11.2020
Weihnachtsmänner führen bei „Physik im Advent“ Experimente durch. Quelle: Quadt
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Göttingen

Hinter diesen Türchen verbirgt sich keine Schokolade, sondern Futter für die grauen Zellen: Der Experimente-Adventskalender „PiA – Physik im Advent“ der Universität Göttingen in Kooperation mit einer Vielzahl physikalischer Gesellschaften hält auch in der diesjährigen Vorweihnachtszeit naturwissenschaftliche Herausforderungen für Laienforscher aller Altersklassen bereit. Gemäß dem Motto „Noch 24 Experimente bis Weihnachten“ wird von Dienstag, 1. Dezember, bis Donnerstag, 24. Dezember, täglich ein Video veröffentlicht, das ein physikalisches Experiment zeigt, teilt die Universität mit.

In diesem Jahr wird der physikalische Video-Adventskalender bereits zum achten Mal angeboten. „Bei uns kam der Weihnachtsmann schon immer per Videokonferenz“, sagt Prof. Arnulf Quadt, Professor für Teilchenphysik an der Universität Göttingen und Verantwortlicher des Projekts. „Das eigentliche Programm ist durch Corona überhaupt nicht eingeschränkt“, erklärt er.

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Weihnachtsmann führt das Experiment durch

Ein Weihnachtsmann oder eine Weihnachtsfrau führt das Experiment durch und erklärt, was dahinter steckt – und dann sind alle Interessierten gefragt, sich selbst als Physiker zu versuchen, denn jedes Experiment lässt sich mit haushaltsüblichen Materialien nachmachen. Dabei wird Corona nicht außen vor gelassen. Quadt verrät: „Thematische Anspielungen wird es geben. Es wird zum Beispiel das Geheimnis gelüftet, warum die Menschen in diesen Zeiten so viel Klopapier kaufen: Es kommt in den Experimenten vor.“

Neben Toilettenpapier gehören Kopfhörer, ein Adventskranz, ein Smartphone, Papierflieger und der Korken einer Weinflasche zu den Materialien, die man zum Nachstellen der Experimente benötigt. Aber auch Mehl, Rosinen, Öl, Sirup und hartgekochte Eier kommen zum Einsatz. „Es könnte sein, dass es beim Zusammenbauen eine Sauerei gibt“, warnt Quadt.

Schirmherr ist Nobelpreisträger Neher

„PiA – Physik im Advent“ ist ein Projekt der Universität Göttingen mit Unterstützung der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung. Kooperationspartner sind unter anderem die Deutsche, Niederländische, Österreichische, Schweizer und die Europäische Physikalische Gesellschaft, der Verein Deutsche Ingenieure, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und mehrere Mint-Initiativen („MINT“ steht für Studien- und Berufsfelder aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). „PiA“ ist für Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren konzipiert, lädt aber Interessierte aller Altersklassen zum Mitmachen ein: „‚PiA – Physik im Advent‘ soll bei allen Menschen die Freude am Selber-Experimentieren wecken und ihnen Unterhaltung bieten, bei der sie gleichzeitig etwas lernen können“, heißt es seitens der Universität. Schirmherr des Projekts ist der Nobelpreisträger Prof. Erwin Neher. Der Biophysiker ist Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen.

Danach muss eine Frage dazu auf der „PiA“-Website beantwortet werden. Am folgenden Tag gibt es dort das Lösungsvideo zu sehen, wer die richtige Antwort wusste, erhält einen Punkt. Belohnt wird der Forschergeist in der Vorweihnachtszeit mit einer individuellen Urkunde für jeden registrierten Teilnehmer. Doch nicht nur das: Unter den teilnehmenden Schülern im Alter von 11 bis 18 Jahren oder der Jahrgangsstufe fünf bis zehn mit den meisten Punkten werden Preise verlost, die Spender zur Verfügung gestellt haben. Neben iPods, Experimentierkästen und Büchern gibt es für die jugendlichen Forscher unter anderem Tickets für Wissenschaftsmuseen, eine Ballonfahrt und eine Reise nach Dallas zu NBA-Basketballspielen zu gewinnen. Wann die Preise eingelöst werden können, ist aufgrund der coronabedingten Einschränkungen jedoch unklar. Die gewonnene Reise aus dem vergangenen Jahr soll aber in jedem Fall nachgeholt werden.

2019 machten 1,7 Millionen Menschen mit

Damit möglichst viele Menschen mitmachen können, gibt es den Adventskalender auf Deutsch und Englisch. Im Vorjahr wurde mit 44 000 registrierten Teilnehmern ein Rekord aufgestellt, 49 Prozent davon waren Mädchen. Insgesamt waren 1,7 Millionen Besucher auf der Website von „PiA“.

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In diesem Jahr, in dem der physikalischen Adventskalender von Weihnachtsmärkten und Eislaufflächen keine Konkurrenz zu erwarten hat, könnte der Rekord geknackt werden. Schulschließungen würden die Aktion nicht beeinträchtigen, sagt Prof. Quadt. „Für den Fall, dass wir relativ schnell in den kompletten Lockdown gehen: Es gibt gar keinen Grund zur Panik. Das Einzige, was man braucht, ist die ,PiA’-Anmeldung, dann kommt die Bildung nach Hause.“ Wer mitmachen möchte, kann sich im Internet unter physik-im-advent.de kostenlos registrieren.

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Von Franziska Wessel