Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen „Auswahlverfahren abstimmen“
Campus Göttingen „Auswahlverfahren abstimmen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 22.12.2017
Quelle: dpa
Anzeige
Göttingen/Karlsruhe

Auch dürfe eine Festlegung auf höchstens sechs gewünschte Studienorte nicht dazu führen, dass ein Bewerber, der eigentlich erfolgreich wäre, am Ende leer ausgeht.

Das Göttinger Universitätsklinikum sieht sich mit Blick auf die nun notwendigen Änderungen des Zulassungsverfahren gut gerüstet. „An der Medizinischen Fakultät sind wir bereits gut aufgestellt und vorbereitet“, erklärt Prof. Heyo K. Kroemer, Dekan der Medizinischen Fakultät und Sprecher des Vorstandes. „Wir suchen bereits 60 Prozent unserer Bewerber für die Medizinstudienplätze in Göttingen über ein Auswahlverfahren aus.“

Anzeige

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes werde das Uni-Klinikum sein Auswahlverfahren über den Medizinischen Fakultätentag gemeinsam mit den anderen Fakultäten abstimmen. Kroemer: „Der Gesetzgeber muss sich jetzt dem Urteil anpassen und dafür sorgen, dass die Zulassungsbedingungen klagefest sind.“

„Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Martina Wenker, begrüßte das Urteil: „Vor allem für die zukünftigen Ärztegenerationen ist das eine hervorragende Nachricht, da durch ein geändertes Zulassungsverfahren viel mehr junge Menschen die Möglichkeit bekommen, sich für den Arztberuf zu qualifizieren“, meint die Kammerpräsidentin. Die Eignung für den Arztberuf begründe sich nicht nur in der Abiturnote: „Entscheidend sind auch die soziale Kompetenz, die Empathie für den Umgang mit Patienten und ihren Krankheiten sowie einschlägige Berufserfahrungen“, betonte Wenker.

Mit der Entscheidung aus Karlsruhe stünden den Universitäten nun alle Möglichkeiten offen, gemeinsam ein neues Auswahlverfahren zu erarbeiten, das einen qualifizierten Vergleich zwischen Bewerbern aus unterschiedlichen Bundesländern möglich mache, einschlägige Berufserfahrungen einbeziehe und auch sozialen Komponenten wie Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit Raum biete.

Von Matthias Heinzel