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Göttingen Unicante-Sänger proben im Winter für Sommernachtskonzerte
Campus Göttingen Unicante-Sänger proben im Winter für Sommernachtskonzerte
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19:00 08.12.2019
Zur Wochenendprobe haben sich die Sängerinnen und Sänger des Unicante-Chores am Weltchortag in der Mensa getroffen. Quelle: Kuno Mahnkopf
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Göttingen

Die jährliche Fluktuation ist mit knapp 50 Prozent hoch, der Zusammenhalt dennoch groß, der harte Kern seit vielen Jahren aktiv: Der Unicante-Chor des Studentenwerks bereitet sich schon seit dem Start des Wintersemesters auf den nächsten großen Auftritt vor – die Sommernachtskonzerte zum Abschluss des Sommersemesters. Dafür opfern die etwa 200 Sängerinnen und Sänger viel Zeit. Am Wochenende wurde wieder geprobt, passgenau zum Weltchortag, dem World Choral Day am Sonntag. Derzeit stehen unter anderem A-Capella-Versionen von Shooting-Star Billy Eilish und der Alternative-Metal-Band System of a Down auf der Agenda.

In der Sopran-Stimmgruppe sind hohe Töne gefragt. Quelle: Kuno Mahnkopf

„Wir sind kein Uni- oder Studentenchor, sondern der Chor des Studentenwerks“, stellt Sarah Grußendorf vom Orga-Team klar. Das wird häufig verwechselt. Das Gros der Mitwirkenden rekrutiert sich zwar aus Studenten im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, der gut organisierte Chor ist aber für alle offen. Viele machen nach dem Studium weiter, von Schülern bis zu Jungsenioren sind alle Altersgruppen vertreten. Bereits seit der Chorgründung vor 28 Jahren ist die Logopädin Monika Stephani (55) dabei, schätzt Gemeinschaft und Gesang in dem „Laien- und Mitmachchor mit Anspruch, Niveau und Engagement“.

Frauen in der Überzahl

„Entspannung pur, hier bekommt man den Kopf frei“, nennt der Geowissenschaftler Gregor Breedveld (26), der schon in Schul- und Kirchenchor gesungen hat, als einen Grund dafür, dass er Unicante seit 2012 die Treue hält. Als einen weiteren die musikalische Vielfalt und die Gemeinschaft. „Trotz aller Unterschiede kommen wir immer auf einen Nenner“, sagt Flora Klein (21). Wie viele andere auch schätzt die Abiturientin und derzeit einzige Rollifahrerin die familiäre Atmosphäre und Abwechslung in dem A-Capella-Chor mit barrierefreien Proberäumen und Chorfahrt: „Man lernt viele coole Leute kennen.“ Das führt auch Chemiestudentin Maria Dohmen (24) an, die über das Musical-Thema vor zwei Jahren hinzugestoßen ist. Und Rettungsdienst-Azubi Jana Schröder (22) merkt an, dass alle ihre Freunde mitmachen. Unter den Sängern sind viele Naturwissenschaftler, die Frauen deutlich in der Überzahl.

Nach Stimmgruppen getrennt wird für den gemeinsamen Auftritt geprobt. Quelle: Kuno Mahnkopf

Nachwuchsprobleme gibt es nicht. Vieles läuft über Mundpropaganda und Freundeskreise, der Chor ist auf Youtube, Facebook und Instagram präsent, hinzu kommen Aushänge auf dem Unigelände. „Vorsingen und Vorkenntnisse wie Notenlesen sind nicht erforderlich“, sagt Grußendorf: „Die meisten haben eine Affinität zum Gesang, schiefe Töne können herausgeprobt werden.“ Gruppenleiter instruieren die Sänger, der Takt wird vorgeklatscht, Songs auf dem Klavier vorgespielt. Von Punk bis Pop, Musical bis Metal ist alles drin. „Jedes Instrument kann vokalisiert werden – ob Schlagzeug oder Gitarre.“

Informatiker gibt den Ton an

Wie seine Vorgänger wurde Sebastian Albert (33), der den Ton angibt, aus dem Chor heraus rekrutiert. Der Informatiker ist seit Oktober 2018 Chorleiter, ordnet im Zweifelsfall Sänger einer der maximal acht Stimmgruppen zu, wählt Arrangement-Vorschläge aus und glättet sie: „Das Genre ist kein Entscheidungskriterium, nur die Umsetzbarkeit“. Die letzten drei Chorleiter waren jeweils zwei Jahre im Amt, die Stelle ist noch nie vakant gewesen.

Sebastian Albert ist seit Oktober 2018 Chorleiter des Unicante-Chores. Quelle: Kuno Mahnkopf

An den Probewochenenden ist Tischerücken in der West-Mensa angesagt. Nach Stimmgruppen getrennt wird in Räumen des Studentenwerks geprobt, gemeinsam in der Mensa. Alt- und Sopranstimmen stellen die größten Gruppen. Die Abschlusskonzerte im Mensa-Foyer sind stets geteilt. Einer moderierten Songauswahl in Chor-T-Shirts folgt ein Themenblock mit kreativen Kostümen und Unterhaltungseinlagen. Gespannt ist nicht nur Grußendorf schon auf die Umsetzung des nächsten Themas: Digitales Leben.

Für das Thema "Digitales Leben" übt die Bass-Stimmgruppe das Stück "Algorithm" von Muse ein. Quelle: Kuno Mahnkopf

Viele Probestunden für vier Konzertauftritte

Ihr Hirn müssen sie in Schule, Studium oder Beruf oft genug anstrengen, ihre Stimmbänder strapazieren sie freiwillig und mit viel Spaß an der Sache: Zwei Semester lang proben die etwa 200 Mitglieder des Unicante-Chores jeweils dienstags von 19 bis 22 Uhr für ihre vier „Sommernachtskonzerte“ beim nicht auf angehende Akademiker beschränkten A-Capella-Rudelsingen Anfang Juli im Mensa-Foyer der Uni. Die Proben sind im Oktober gestartet, ab November können keine Neueinsteiger mehr aufgenommen werden. Über die wöchentlichen Proben hinaus sind sechs Probenwochenenden angesetzt, das nächste am 11. und 12. Januar. Ziel der nächsten gemeinsamen Chorfahrt vom 2. bis 4. April 2020 ist das Jugendgästehaus in Duderstadt, samt weiteren Proben und einem bunten Abend. Über die „Sommernachtskonzerte“ hinaus steht der Unicante-Chor auch sporadisch für Sonderauftritte zur Verfügung wie 2016 bei Pop meets Classic in der Lokhalle oder zuletzt im Oktober im Jungen Theater.

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Von Kuno Mahnkopf

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