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Göttingen Universität Göttingen: Kirchenhistoriker Bernd Moeller gestorben
Campus Göttingen

Universität Göttingen: Kirchenhistoriker Bernd Moeller gestorben

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15:16 04.11.2020
Der Innenhof des Theologicums auf dem Göttinger Campus. Quelle: Harald Wenzel
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Göttingen

Der evangelische Kirchenhistoriker Bernd Moeller aus Göttingen ist tot. Moeller starb in der vergangenen Woche im Alter von 89 Jahren, wie die Universität Göttingen mitteilte. Die hannoversche Landeskirche würdigte das Werk des Theologen: „Bernd Moeller hat als Professor für Kirchengeschichte in dreieinhalb Jahrzehnten eine ganze Generation von Theologinnen und Theologen der evangelischen Fakultät in Göttingen geprägt“, sagte der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Arend de Vries, am Mittwoch in Hannover. „Als Landeskirche sind wir dankbar für das Lebenswerk dieses so vielseitig interessierten theologischen Lehrers.“

Zweimal Dekan

Moeller, der 1931 in Berlin geboren wurde, übernahm 1964 den kirchengeschichtlichen Lehrstuhl in Göttingen, dem er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1999 treu blieb. Zweimal amtierte er als Dekan der Fakultät, einmal als Rektor der Georg-August-Universität. Sein Schwerpunktthema war die Reformation, die er in zahlreichen Publikationen beleuchtete. Dabei ging es etwa um die Priesterehe, den Buchdruck, den Humanismus und das Mönchtum und besonders um die protestantische Reformation in den Städten. 1998 zeichnete ihn die Universität Zürich mit der Ehrendoktorwürde aus.

Auch die Theologische Fakultät der Uni würdigte ihren langjährigen Professor. Durch seine lebendigen Vorlesungen sei er zu einem beliebten Lehrer für Religionspädagogen und Pastoren geworden, schreiben Professor Bernd Schröder als Dekan der Fakultät und der Kirchengeschichtler Professor Thomas Kaufmann in einem Nachruf. Seine Gesamtdarstellung „Geschichte des Christentums in Grundzügen“ sei das meistgelesene theologische Buch seiner Generation gewesen.

Das intensive Gespräch

Über die Grenzen seines eigenen Faches hinaus habe Moeller stets das intensive Gespräch mit anderen Disziplinen gesucht, etwa mit der Musik- und Kunstgeschichte, der Literaturwissenschaft und der Rechtsgeschichte. Die Fakultät verliere „einen renommierten Forscher, treuen Kollegen, weisen Ratgeber und väterlichen Freund“. epd

Von epd