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Campus Göttingen Universität Göttingen wird internationaler
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12:23 18.01.2020
Immer mehr Menschen aus aller Welt studieren und forschen in Göttingen. Quelle: dpa
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Göttingen

Deutschlands Hochschulen werden internationaler. Was aus dem aktuellen Migrationsbericht der Bundesregierung hervorgeht, ist auch an der Universität Göttingen erkennbar – ein Erfolg in den Augen von Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin für Internationales. Doch woher kommen internationale Studierende und Forscher nach Göttingen, wohin zieht es die Göttinger und warum ist Internationalisierung für die Universität ein „Mittel zur Qualitätssicherung“, wie Casper-Hehne anführt?

Internationale Studierende in Göttingen

4314 internationale Studierende sind gegenwärtig an der Universität Göttingen eingeschrieben. Das sind 14 Prozent aller Studierenden in Göttingen. Zum Vergleich: Etwa zwölf Prozent der Bevölkerung Deutschlands haben eine andere Nationalität als die deutsche. Die Uni Göttingen liege bei steigender Tendenz leicht über dem Bundesdurchschnitt, sagt Casper-Hehne. Die mit Abstand größte Gruppe stellten dabei 842 Studierende aus China. Dort habe die Universität mittlerweile sogar die Werbung weitgehend eingestellt.

Göttingen als vergleichsweise kleine Universitätsstadt locke mit „exzellenter Forschung und Lehre“ und zeichne sich durch eine „außerordentliche Willkommenskultur“ aus, sagt Casper-Hehne. Die größten Gruppen internationaler Studierender in Göttingen gebe es im Medizin-Bachelor und im Agrar- und Forst-Master. Bei den Austauschstudenten, von denen jährlich rund 450 nach Göttingen kommen, ist Deutsche Philologie der am häufigsten vertretene Studiengang.

Integrationsangebote der Universität

Verschiedene Angebote sollen internationalen Studierenden und Forschern den Einstieg in Göttingen erleichtern: Bei „InDiGU“ lernen deutsche und internationale Studierende gemeinsam; bei „Integra“ und „Welcome“ werden Sprachkurse angeboten und studentische Initiativen gefördert. 350000 Euro werbe die Universität jährlich für diese Projekte ein, sagt Uni-Vizepräsidentin Hiltraud Casper-Hehne. Gemeinsam mit dem Studentenwerk versuche die Universität, internationalen Studierenden bei der Wohnungssuche zu helfen.

Beim Welcome Centre werden internationale Wissenschaftler und ihre Familien dabei unterstützt, sich in Deutschland einzuleben. Das Zentrum habe sich etabliert, sagt Casper-Hehne. Die Internationalisierungsstrategie der Universität lege den Fokus auf Kooperationen mit Hochschulen in ganz Europa. Mittelfristig solle sie überarbeitet und mit anderen Hochschulen in Niedersachsen abgestimmt werden.

Innerhalb der Universität sind die Abteilung Göttingen International sowie Experten in den Fachbereichen für Anwerbung und Betreuung internationaler Forscher und Studierender zuständig.

Göttinger Studierende International

356 Austauschverträge habe die Universität Göttingen mit Hochschulen auf der ganzen Welt abgeschlossen, sagt Casper-Hehne. Das bedeutendste Austauschprogramm für Studierende sei nach wie vor Erasmus – rund 850 Menschen nehmen das Programm jedes Jahr in Anspruch, um von Göttingen aus ein Semester im Ausland zu verbringen. Erasmus wurde von der Europäischen Union ins Leben gerufen und ermöglichte zunächst Studierenden aus ganz Europa, mittlerweile aber auch darüber hinaus Auslandssemester. Die beliebtesten Zielländer Göttinger Studierender für einen Austausch, sagt Casper-Hehne, waren 2019 Spanien, Frankreich und Italien.

Internationale Forscher in Göttingen

Jeder fünfte Angestellte der Universität hat einen ausländischen Pass, sagt Casper-Hehne – im Bundesdurchschnitt sind es zwölf Prozent. Die internationalen Forscher brächten neue Perspektiven mit – ein wichtiger Faktor, um die Qualität von Forschung und Lehre zu sichern.

Göttingen genieße international einen guten Ruf, betont die Vizepräsidentin. Dazu trügen die Internationalisierungsstrategie, das Welcome Centre und gezielte Werbung in den sozialen Netzwerken bei. Verschiedene Ranglisten führen die Universität unter den 50 besten Europas, auch wenn sich die Positionen der Uni Göttingen teils deutlich unterscheiden.

Göttinger Forscher international

Auch unter den Forschern herrsche reger Austausch über Staatsgrenzen hinweg, sagt Casper-Hehne: Zwei Drittel der Professoren nutzen die Angebote der Universität, wie Göttingen International, intensiv. Diese Abteilung unterstütze unter anderem die Forscher dabei, sich mit Kollegen im Ausland zu vernetzen.

Gleichzeitig will die Universität Wissenschaftler, die einen Auslandsaufenthalt planen, perspektivisch für Werbezwecke einsetzen: Es gebe die Überlegung, Angestellte, die Göttingen verlassen, zu internationalen Botschaftern zu machen. Mit digitalen Informationen könnten sie dann im Ausland für Göttingen werben. Noch seien solche Ideen aber Zukunftsmusik, so Casper-Hehne.

Von Tammo Kohlwes

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