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Göttingen „Ohne Betreuung geht gar nichts“
Campus Göttingen „Ohne Betreuung geht gar nichts“
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19:00 14.06.2019
Seit zehn Jahren kooperieren die Universität und die Kindertagespflege Göttingen. Das wurde beim Sommerfest am Freitag gefeiert. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Nicht nur Berufstätige geraten in die Bredouille, wenn spontan eine Kinderbetreuung organisiert werden muss. Für Studierende und Beschäftigte mit Kind bietet die Universität einen flexiblen Service an und arbeitet dafür seit zehn Jahren mit dem Göttinger Kindertagespflege-Verein zusammen. Das wurde am Freitag beim jährlichen Sommerfest gefeiert.

Flexibilität ist gefragt

„Flexible Kinderbetreuungsmöglichkeiten gehören heute zum Standard einer Universität“, sagt Renate Putschbach, die bei der Uni-Stabsstelle für Chancengleichheit und Diversität den Bereich Vereinbarkeit leitet: „Es gibt viele Stellschrauben, aber ohne Kinderbetreuung geht gar nichts.“ Studierende sollten nach der Geburt von Kindern schnell ihr Studium fortsetzen können. Oft ist kurzfristig Betreuungshilfe erforderlich, sei es durch Dienstreisen, Exkursionen, Blockseminare am Wochenende oder andere Unwägbarkeiten. Dafür gilt es, bedarfsorientierte Lösungen zu schaffen: „Die Vermittlung qualifizierter Betreuungspersonen sowie die finanzielle Unterstüzung garantieren, dass das Studium weitergeführt werden kann, auch wenn das Kind noch zu jung für einen Krippenplatz ist oder die Seminare am späten Nachmittag besucht werden müssen.“

Notfallbetreuung und Babysitter-Pool

Mit der fachlichen Begleitung und Vermittlung von Tagespflegeeltern fing alles an. Ein Jahr später kam die Notfallbetreuung für außergewöhnliche Situationen hinzu, dann die Betreuung bei Veranstaltungen und ein Babysitter-Pool, der vor allem aus Studentenkreisen rekrutiert wird. Die Kinderbetreuung ist kostenlos, die jährliche Inanspruchnahme aber limitiert. Auf Kennenlerntreffen werden Kontakte geknüpft, um Bedenken abzubauen. Auch Katharina Seibel, die nach der Geburt von zwei Kindern ein Medizinstudium begonnen hat, war anfangs skeptisch, dann aber begeistert: „Das Notfallprogramm ist fantastisch.“ Der bundesweiten Statistik, nach der knapp 2,5 Prozent der Studierenden Kinder haben, hält sie entgegen, dass sie allein hier in Göttingen 48 Kommilitoninnen mit Kind kennt. Auch Lucias Garske, Mitarbeiter der Uni-Zentralverwaltung, schätzt das Betreuungsangebot und hat immer ein gutes Gefühl dabei gehabt: „Es hat dadurch nie wirklich einen Engpass gegeben.“

Die Mitarbeiterinnen der Uni-Stabsstelle für Chancengleichheit und der Kindertagespflege sind ein routiniertes Team. Quelle: Niklas Richter

„Die Vereinbarkeit von Studium, Arbeit, Wissenschaft und Familie ist ein wichtiges Thema, der Bedarf sehr unterschiedlich“, sagt Stabsstellenleiterin Doris Hayn. 2014 habe die Universität die Charta „Familie in der Hochschule“ unterzeichnet, die Kinderbetreuungsangebote als Kernstück in Kooperation mit dem Verein weiterentwickelt. Mobile Spieleboxen kommen ebenso zum Einsatz wie Eltern-Kind-Zimmer. In der Regel erfolgt die Betreuung in der Wohnung der Eltern, aber auch bei den Tagesmüttern und -vätern. Von letzteren gebe es nicht viele, es würden aber mehr, sagt Vereinsgeschäftsführerin Susanne Rieks.

Nachfrage steigt weiter an

Die Anfragen würden in allen Bereichen stark ansteigen. Allein in der Notfall- und Randzeitenbetreuung sei die Zahl der Kinder in acht Jahren von zehn auf 85 angewachsen, Tendenz steigend. Auch die Betreuung von Kindern bei Kongressen und anderen Veranstaltungen boome und habe sich von 2010 bis 2018 versiebenfacht, ergänzt Petra Daunicht, pädagogische Mitarbeiterin der Kindertagespflege. „Der Bedarf bei Veranstaltungen musste erst einmal durchgesetzt werden, hat sich inzwischen aber etabliert“, merkt Hayn an. Im vergangenen Jahr seien 27 Veranstaltungen flankiert worden. Seit Neufassung des Mutterschutzgesetzes hätten sich in Göttingen 2018 mehr als 50 schwangere Studentinnen registrieren lassen. Die Kindertagespflege hat ihren Betreuungspool seit Beginn der Kooperation mit der Uni von acht auf 70 qualifizierte Kräfte erweitert. Dreimal jährlich würden jeweils 15 Kurzqualifikationen durchgeführt, sagt Putschbach: „Der Bedarf kann aber weiterhin nicht vollständig gedeckt werden.“

Von Kuno Mahnkopf

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