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Göttingen Stiftung zeichnet Bioinformatiker aus
Campus Göttingen Stiftung zeichnet Bioinformatiker aus
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21:23 21.12.2018
Manuel Nietert
Manuel Nietert Quelle: r
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Göttingen

Dr. Manuel Nietert vom Institut für Medizinische Bioinformatik der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), ist von der Christiane Herzog Stiftung mit dem Preis für wissenschaftliche Nachwuchsförderung 2018 ausgezeichnet worden. Die Stiftung fördert sein Forschungsvorhaben zur „Verbesserung der individuellen Bestimmung der CFTR-Restfunktion durch automatisierte Bildanalyse von beta-adrenerg-abhängiger Schweißsekretion“. Ziel des Projektes ist es, eine neue, bildgebende Methode weiter zu entwickeln, die die veränderte Schweißbildung bei Mukoviszidose-Betroffenen betrachtet und zur Diagnostik nutzt. Der Preis ist mit 50 000 Euro dotiert und gehört damit zu den bestdotierten Nachwuchsforscher-Preisen in Deutschland. Nietert erhielt die Auszeichnung während der Deutschen Mukoviszidose Tagung in Würzburg. Er ist der zehnte Preisträger des Christiane-Herzog-Preises.

Unterschiedliche Stimulationsmechanismen

Bislang spielte die Untersuchung des Chloridgehalts des Schweißes insbesondere für die Diagnose der Mukoviszidose eine wichtige Rolle. Nieterts Projekt werde es ermöglichen, ein besseres Verständnis der veränderten Vorgänge in der Zelle abzuleiten, indem er die Schweißbildung mittels zweier unterschiedlicher Stimulationsmechanismen differentiell beobachte, teilt die UMG mit. Eine solche Dokumentation habe das Potenzial, eine genauere Aussage über die Funktion des CFTR-Kanals treffen zu können. Bei Mukoviszidose ist die Bildung oder die Durchlässigkeit des CFTR-Kanals gestört. Der Defekt in der Zellmembran, der die Mukoviszidose verursacht, wird so besser verstanden und vielleicht eines Tages auch besser behandelt werden können.

Um die nötigen Daten dafür zu sammeln, habe Nietert den Prototypen einer Software entwickelt, mit der Bilddaten automatisiert ausgewertet werden könnten, so die UMG. Mit dem Förderpreis der Stiftung kann der Göttinger Wissenschaftler nun die weitere Entwicklung als Projekt „AutoBuSTeD“ (automatic bubble sweat test diagnostic) vorantreiben. Hierbei soll eine neue, von belgischen Projektpartnern etablierte, bildgebende Methode durch automatisierte Bildauswertung weiterentwickelt werden, die den Schweiß bei Mukoviszidose-Betroffenen betrachtet. Mit dieser optischen Methode wird die Schweißtropfenbildung in Fotoserien erfasst. Die Weiterentwicklung der neuen Messmethode setzt Nietert nun zusammen mit seinen belgischen Kooperationspartnern in Brüssel von der Université catholique de Louvain (UCLouvain) um.

Von Peter Krüger-Lenz/r

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