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Universitätsmedizin Göttingen startet Covid-19-Immunstudie

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12:37 18.01.2021
Impfung in der UMG: Für eine Studie werden geimpfte Teilnehmer gesucht.
Impfung in der UMG: Für eine Studie werden geimpfte Teilnehmer gesucht. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Entwickeln ältere und immungeschwächte Menschen Antikörper nach einer Infektion mit oder Impfung gegen das Coronavirus und durch welche Methoden können sie nachgewiesen werden? Das wollen Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) in ihrer gemeinsamen Covid19-Contact-Immunstudie herausfinden. Gesucht werden Studienteilnehmer über 85 Jahre und solche mit verminderter Immunabwehr.

Die ersten Impfungen gegen Covid-19 haben begonnen. Bisher noch kaum erforscht sei es, wie der Körper von älteren Menschen oder Menschen mit geschwächten Immunsystemen Antikörper nach Infektion oder Impfungen entwickelt. Gerade sie hätten ein hohes Risiko, schwer an einer Infektion zu erkranken, heißt es in einer Mitteilung der UMG.

Dr. Frank Müller begleitet die Studie. Quelle: umg

„Bisher ist die Antikörperentwicklung nach Impfungen bei älteren Menschen über 85 Jahren und bei Menschen, bei denen die Abwehrfunktion des Immunsystems durch Medikamente, sogenannte Immunsuppressiva, herabgesetzt ist, nicht ausreichend erforscht. Wir wissen derzeit noch wenig darüber, wie die Immunantwort auf Sars-CoV-2 bei diesen Gruppen ist, mit welchen Laborverfahren sie sich zuverlässig nachweisen lassen und wie lange sie anhält“, sagt Dr. Frank Müller, Institut für Allgemeinmedizin der UMG.

„Das betrifft beispielsweise Menschen, die wegen Rheuma, Schuppenflechte (Psoriasis), Multiple Sklerose, Morbus Crohn oder nach Organtransplantationen solche Medikamente einnehmen müssen. Gerade diese Erkrankten gehören zur Risikogruppe für schwere Covid-19 Erkrankungen. Umso wichtiger ist es herauszufinden, wie das Immunsystem reagiert und wie sich diese nachweisen lassen“, so Dr. Müller.

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Für die Studie werden zunächst Teilnehmer aus den beiden genannten Gruppen gesucht, die sich in naher Zukunft impfen lassen möchten. Interessierte können sich am Studientelefon unter der Telefonnummer 0551 / 3960998 melden.

Forscher begleiten Geimpfte ein Jahr lang

Während der CoCo-Immunstudie begleiten die Forscher die Studienteilnehmer über ein ganzes Jahr. Teilnehmer der Studie werden gebeten, fünfmal in bestimmten Abständen eine Blutprobe einzusenden und einen kurzen Fragebogen zu ihrem Gesundheitszustand auszufüllen. Dabei kommt es zu keinerlei persönlichem Kontakt zwischen Studienteilnehmern und Forschern. „Die Teilnahme erfolgt quasi von zu Hause aus. Auch das minimiert die immer mögliche Ansteckungsgefahr“, sagt Müller.

Wer kann teilnehmen?

Für die Studie werden zunächst zwei Gruppen von Teilnehmern gesucht, die sich in naher Zukunft impfen lassen möchten:

– Menschen im Alter über 85 Jahren und

– Menschen, die eine immunsuppressive Medikation einnehmen. Dies trifft unter anderem auf Menschen zu, die aufgrund einer rheumatischen Erkrankung, beispielsweise Gelenkrheuma, einer chronischen Hauterkrankung – Schuppenflechte/Psoriasis –, nach einer Organtransplantation, aufgrund einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung beispielsweise Morbus Crohn, oder aufgrund einer chronisch-neurologischen Erkrankung – Multiple Sklerose - , solche Medikamente nehmen. Das sind beispielsweise die Wirkstoffe Cortison, Methotrexat, Cyclophosphamid, Leflunomid, Azathioprin, Ciclosporin, Monoklonale Antikörper (Infliximab, Rituximab, Adalimumab) und andere

Interessierte können sich am Studientelefon unter der Telefonnummer 0551 / 3960998 melden.

Voraussetzung für eine Teilnahme ist die schriftliche Einwilligung. Alle für die Studie notwendigen Materialien erhalten die Teilnehmer mit einer ausführlichen Anleitung sowie frankierten Rückumschlägen, um Proben und Fragebögen zum Studienteam schicken zu können. Teilnehmer müssen sich für die Studie selbst einige Tropfen Blut abnehmen und in einem Probenröhrchen sammeln – ganz ähnlich wie bei einem Blutzuckertest.

Keine Aufwandsentschädigung

Teilnehmer der Studie erhalten keine Aufwandsentschädigung. Sie können aber ihre Testergebnisse der Blutuntersuchung – ob Antikörper entwickelt wurden – auf der datenschutzkonformen Studienhomepage www.cocostudie.de einsehen.

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Die Studie ist beim Deutschen Register für Klinische Studien unter der Nummer DRKS00023972 registriert. Für die Projektdurchführung besteht ein Votum der Ethikkommission der Medizinischen Hochschule Hannover. Die CoCo-Immunstudie wird bisher durch die beteiligten Institutionen selbst finanziert.

Von chb