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Göttingen Untersuchung im Harzer Brocken-Urwald: Totholz bringt Vielfalt
Campus Göttingen Untersuchung im Harzer Brocken-Urwald: Totholz bringt Vielfalt
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17:14 05.03.2013
Unterwegs im Brocken-Urwald: Waldforscher der Universität Göttingen untersuchen das Waldgebiet im Harz.
Unterwegs im Brocken-Urwald: Waldforscher der Universität Göttingen untersuchen das Waldgebiet im Harz. Quelle: Aussenhofer/DSZ
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Göttingen

Waldstadien mit alten Bäumen und Totholz wiesen eine deutlich höhere Artenvielfalt auf – nicht so sehr am Waldboden, aber durch Moose und Flechten, die auf den lebenden und toten Baumstämmen wachsen. Darüber hinaus ist in Waldstücken mit altem Bestand sehr viel mehr Kohlenstoff in der Biomasse und im Boden eingelagert – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

„Je mehr Kohlenstoff aus der Atmosphäre in der Vegetation und im Boden gebunden wird, desto stärker wirkt der Wald der vom Menschen verursachten Erwärmung der Erdatmosphäre entgegen“, erläutert Dr. Mascha Jacob von der Abteilung Pflanzenökologie und Ökosystemforschung der Universität Göttingen.

Während fast alle Wälder in Mitteleuropa spätestens seit dem Mittelalter von Menschen genutzt werden, konnte sich der „Brockenurwald“ im Harz lange Zeit ungestört entwickeln. „Aufgrund seiner schwer zugänglichen Lage entging der Wald unterhalb des Brockengipfels viele Jahrhunderte der Holznutzung“, so Dr. Jacob.

Forstämter stecken im Dilemma

Nach Ansicht der Wissenschaftler belegen die Ergebnisse der Untersuchungen eindeutig, wie wichtig es ist, ökonomisch wertlose alternde Bäume zu erhalten. „Die Forstämter stecken in einem Dilemma“, so Prof. Markus Hauck, der die Untersuchungen im Harz zusammen mit Jacob durchführte.

„Einerseits sollen sie wirtschaftlich arbeiten und die Versorgung mit dem Rohstoff Holz sichern. Andererseits wollen sie einen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz leisten, der aber den wirtschaftlichen Ertrag reduziert. Daher ist es besonders wichtig, den Nutzen von alten und toten Bäumen ohne ökonomischen Wert wissenschaftlich zu untermauern.“

Die Studie der Göttinger Waldforscher wurde drei Jahre lang von der Stemmler-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gefördert.

pug