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Göttingen Veranstaltungsreihe der Universität
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19:55 22.10.2018
Die Veranstaltungen laufen auch im Fanraum „Nullfünf“ des regionalen Fußballvereins Göttingen 05. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

„Gegen die Eliten!“ ist nach Angaben des Institutes für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie an der Universität Göttingen derzeit ein Leitmotiv verschiedenster politischer Bewegungen. Es sei ein Schlachtruf des Populismus, aber auch in der Gegenwarts- und Popkultur würden Eliten infrage gestellt.

 Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung richtet das Institut mehrere Veranstaltungen aus, die nach den Formen, den Bedeutungen und den Auswirkungen des Anti-Elitären in seinen heutigen Spielarten fragen, heißt es in einer Mitteilung der Universität. Eine englischsprachige wissenschaftliche Konferenz am Freitag und Sonnabend, 26. und 27. Oktober versammele unter der Überschrift „Against the elites! The cultural politics of anti-elitism in the current conjuncture“ 16 Vorträge aus den Kultur- und Sozialwissenschaften. Verschiedene Fallstudien widmeten sich anti-elitären Bewegungen und Tendenzen in Deutschland, verschiedenen europäischen Ländern, Indien, Russland und den USA.

Vier Diskussionsveranstaltungen

In vier öffentlichen Diskussionsveranstaltungen ab Mittwoch, 7. November, solle geklärt werden, wie das Anti-Elitäre derzeit bestimmte Lebensbereiche wie Stadt-Land-Auseinandersetzungen, Mode und Popkultur, die Fußball-Fan-Szene und Arbeitskämpfe präge. Dazu seien Forscher sowie Experten aus der Praxis eingeladen. Die Veranstaltungen finden nach Angaben der Universität an verschiedenen Orten, unter anderem im Fanraum „Nullfünf“ des regionalen Fußballvereins Göttingen 05 und im Ihme-Zentrum Hannover statt.

Der Auseinandersetzung mit der rechtspopulistischen Variante der Elitenkritik und ihren Widersprüchen komme bei der Konferenz eine zentrale Rolle zu, doch bleibe die Analysen dort nicht stehen. „Die Anti-Eliten-Rhetorik von rechts sorgt unter Intellektuellen, die sich als fortschrittlich verstehen, häufig für eine reflexhafte Gegenreaktion, eine Verteidigung des Status Quo. Andere sehnen sich wiederum nach einem neuen Linkspopulismus, der die anti-elitären Energien in andere Bahnen lenkt“, sagt der Kulturanthropologe Prof. Moritz Ege. „Wir wollen genauer verstehen, was die große Welle der Elitenkritik derzeit eigentlich alles mit sich bringt – ohne die Eliten oder das Establishment pauschal zu verteidigen oder zu verdammen.“

Begleitendes Kinoprogramm

Parallel zu den Veranstaltungen gebe es ein begleitendes Kinoprogramm im Göttinger Kino Lumière und dem Zentralen Hörsaalgebäude. Von Oktober bis Januar sollen die in den Veranstaltungen diskutierten Fragen vor allem aus filmgeschichtlicher Sicht beleuchtet werden. Zudem solle dabei aufgezeigt werden, wie sich das Motiv „Gegen die Eliten!“ im 20. und 21. Jahrhundert wiederholt und verändert.

Gefördert werden die Veranstaltungen nach der Universität Göttingen vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen der Förderlinie „Zukunftsdiskurse“. Das Programm der Veranstaltungsreihe ist unter gegendieeliten.uni-goettingen.de zu finden.

Von Vera Wölk

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