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Göttingen 72 Millionen Euro für Göttinger Superrechner „Emmy“
Campus Göttingen

Verbund Nationales Hochleistungsrechnen: 72 Millionen Euro für Göttinger Superrechner „Emmy“

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13:42 13.11.2020
Geballte Rechenpower: Der Göttinger Supercomputer HLRN-IV, „Emmy“. Quelle: r /GWDG
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Göttingen / Hannover

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern hat am Freitag die beiden Anträge des Norddeutschen Verbundes für Hoch- und Höchstleistungsrechnen (HLRN) mit den beiden Standorten Universität Göttingen und dem Zuse Institut Berlin für eine Förderung ausgewählt. Damit wird Göttingen ein Standort des neu zu gründenden Verbunds Nationales Hochleistungsrechnen (NHR).

Die Auswahlentscheidung ist mit Fördermitteln in Höhe von rund 72 Millionen Euro über zehn Jahre verbunden. Rund 20 Millionen Euro davon stellt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur zur Verfügung. Der Antrag wurde in Göttingen vorbereitet und durch das Rechenzentrum von Universität und Max-Planck-Gesellschaft (GWDG) konzipiert.

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„Die Förderung bestätigt unser langjähriges finanzielles Engagement und die niedersächsische Spitzenposition im Bereich des Hochleistungsrechnens“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Die Erfolgsgeschichte in Norddeutschland und speziell am Standort Niedersachsen wird mit der Aufnahme in den NHR-Verbund fortgeschrieben. In den meisten Disziplinen sind exzellente Forschungsleistungen ohne diese Superrechner nicht mehr denkbar. Mit dieser Entscheidung wird Forscherinnen und Forschern der Rahmen für die Spitzenforschung von morgen bereitet.“

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Prof. Ramin Yahyapour, CIO der Universität Göttingen und CEO der GWDG, Antragsteller für Göttingen, freut sich über die Anerkennung des HLRN-Konzeptes mit zwei zusammenarbeitenden Standorten für High Performance Computing (HPC) in Berlin und Göttingen: „Diese Förderung erlaubt es uns, rechnergestützte Forschung auf höchstem Niveau insbesondere in den Kompetenzschwerpunkten Lebenswissenschaften, Klimaforschung, Chemie und Ingenieurwissenschaften weiter auszubauen.“

Universitätspräsident Prof. Dr. Reinhard Jahn sieht in der Förderung die Strategie der Universität bestätigt: „In vielen wissenschaftlichen Disziplinen ist Spitzenforschung heutzutage zunehmend rechen- und datenintensiv, weshalb wir diesen Bereich sukzessive ausgebaut haben. Hier ist Göttingen nun hervorragend aufgestellt.“

Die GWK hatte sich im November 2018 auf die gemeinsame Förderung eines koordinierten Verbunds des Nationalen Hochleistungsrechnens durch Bund und Länder verständigt, um der zunehmenden Bedeutung und der steigenden Nachfrage nach Hochleistungsrechnern gerecht zu werden. Insgesamt wurden acht Rechenzentren in die Förderung aufgenommen; die Fördermittel stehen für Investitionen, Betriebs- und Personalkosten zur Verfügung. Ein Schwerpunkt im NHR-Verbund wird die Stärkung der Methodenkompetenz durch koordinierte Aus- und Weiterbildung der Nutzerinnen und Nutzer sowie insbesondere des wissenschaftlichen Nachwuchses sein.

„Lise“ und „Emmy“ seit diesem Jahr in Betrieb

Der Norddeutsche Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen besteht bereits seit 2001. Ihm gehören die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. Erst in diesem Jahr sind die HLRN-Superrechner der vierten Generation „Lise“ (Berlin) und „Emmy“ (Göttingen) in Betrieb genommen worden. Sie werden nun in den NHR-Verbund überführt.

Die Universität Göttingen verfolgt als Teil ihrer Standortstrategie einen Ausbau der Informatik, der Datenwissenschaften und des Hochleistungsrechnens. Hochleistungsrechnen gilt als Schlüsseltechnologie für wissenschaftlichen und technischen Fortschritt. Hierzu gehört der Zugang zu großen Rechnerkapazitäten, aber auch die Entwicklung von geeigneter Software. Zur Standortstrategie gehört auch eine Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), in der ab 2021 wesentliche Anteile der Investitionen des DLR in Hochleistungs-Rechnersysteme am Standort Göttingen gebündelt werden.

Was ist die GWDG?

Die GWDG ist gemeinsame Einrichtung der Universität Göttingen und der Max-Planck-Gesellschaft. Sie erfüllt die Funktion eines Rechen- und IT-Kompetenzzentrums für die Max-Planck-Gesellschaft und des Hochschulrechenzentrums für die Universität Göttingen. Neben Emmy, dem Göttinger HLRN-System, betreibt sie mit dem Scientific Compute Cluster einen weiteren Hochleistungsrechner für den Göttinger Wissenschaftsstandort und wird auch den geplanten DLR-Hochleistungsrechner betreiben.

Von red