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Göttingen Vesta-Gestein gibt Einblick in Planetenbildung
Campus Göttingen Vesta-Gestein gibt Einblick in Planetenbildung
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17:41 13.01.2011
Von Angela Brünjes
Dreimal Asteroid Vesta: Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble (links), Rekonstruktion aus Modellrechnungen (rechts) und in der Höhenkarte (unten).
Dreimal Asteroid Vesta: Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble (links), Rekonstruktion aus Modellrechnungen (rechts) und in der Höhenkarte (unten). Quelle: Zellner/Thomas/Nasa
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Der 525 Kilometer große Himmelskörper gilt als einziger verbleibender Protoplanet aus der frühen Phase des Sonnensystemvor mehr als viereinhalb Milliarden Jahren. Alle anderen Protoplaneten ballten sich nach und nach entweder zu Planeten zusammen oder zerbrachen.

Bei dem erdnahen Asteroid 1999 AT10 analysierten NASA-Forscher nach Messungen calciumhaltiges Wollastonit und vor allem das eisenhaltige Ferrosilit. „Vieles spricht dafür, dass wir es bei 1999 AT10 mit einem Stück aus dem Innern von Vesta zu tun haben“, sagt Dr. Andreas Nathues vom MPS.

Der Himmelskörper erlaubt so auch Rückschlüsse auf seinen Mutterasteroiden. Modelle der Oberfläche von Vesta, die auf Beobachtungen des Hubble Teleskops zurückgehen, beziffern die Tiefe des Südpolkraters mit maximal 25 Kilometern. Der neue Fund beweist nun, dass dies gleichzeitig der maximalen Dicke der äußeren Gesteinskruste entspricht.

Um die Vorgänge bei der Planetenbildung vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren zu rekonstruieren, sind Forscher darauf angewiesen, die Dicke von Vestas Schichten möglichst exakt zu bestimmen. Denn nur so lässt sich berechnen, aus welchem Materialgemisch der Protoplanet einst entstanden ist – und somit, welche Stoffe in bei der Entstehung des Sonnensystems in welchem Verhältnis zur Verfügung standen.

Weitere Informationen über den Aufbau von Vesta erhoffen sich die Forscher nun von der Mission DAWN der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, die im Sommer Vesta erreicht und etwa ein Jahr begleitet. Mit an Bord sind zwei Weltraumkameras, die unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Lindau mit dem DLR und der Technischen Universität Braunschweig entwickelt und gebaut wurden.