Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Viele Sternschnuppen im August
Campus Göttingen Viele Sternschnuppen im August
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:18 30.06.2013
So sieht er am 15. August um 23 Uhr aus: der Sternhimmel.
So sieht er am 15. August um 23 Uhr aus: der Sternhimmel. Quelle: FPG
Anzeige
Göttingen

Bei jeder Annäherung an die Sonne entweichen Staub und Gas vom Kometen. Dabei verteilt sich der Staub entlang der Bahn des Kometen um die Sonne. Die leichteren Gasteilchen werden vom Sonnenwind in die Tiefen des interplanetaren Raumes getrieben.

Immer im August kreuzt die Erde Bereiche mit viel Staub, die sich entlang der Kometenbahn ausgebreitet haben. Die Staubteilchen dringen dann in die Erdatmosphäre ein. Dort werden sie aufgrund der Reibung mit den Gasteilchen der Erdatmosphäre stark erhitzt.

Gleichzeitig wird dadurch auch ein Teil der Gasteilchen zum Leuchten angeregt. Dieses Leuchten ist es, was vom Erdboden als Sternschnuppe beobachtet wird.

Besonders viele Sternschnuppen können in den Nächten zwischen dem 10. und dem 14. August beobachtet werden, das Maximum fliegt meist am 12. oder 13. Beste Beobachtungszeit ist ab Mitternacht bis zur Morgendämmerung. Da der Mond am 14. sein erstes Viertel erreicht, steht er am Abendhimmel.

Drei Planeten am Morgenhimmel

Er geht somit an allen Tagen vor Mitternacht unter und stört nicht. Die meisten Sternschnuppen sind nicht so hell, deshalb ist das Spektakel am besten abseits der Städte zu verfolgen. Es können aber auch Sternschnuppen gesehen werden, die fast so hell wie die Venus leuchten.

Im dritten Quartal sind drei Planeten am Morgenhimmel zu beobachten, auch wenn davon Anfang Juli noch keiner zu sehen ist. Erst ab Monatsmitte kann Jupiter am Morgenhimmel aufgesucht werden. Am 15. geht der Planet um 4 Uhr auf. Sein Aufgang verlagert sich dann auf 3.12 Uhr am Monatsende. Ende September geht er bereits um Mitternacht auf.

Nach langer Abwesenheit taucht Mars Ende Juli ebenfalls wieder am Morgenhimmel auf. Am 22. zieht der rote Planet in weniger als zwei Vollmonddurchmessern an Jupiter vorbei. Da der Riesenplanet deutlich heller ist als Mars kann er als Aufsuchhilfe dienen.

Ein Fernglas ist dabei hilfreich, da das Treffen tief über dem Nordost-Horizont stattfindet. Mars geht am 22. um 3.33 Uhr auf. In den folgenden beiden Monaten verfrüht sich sein Aufgang nur wenig auf 2.55 Uhr Ende September.

Am Abendhimmel sind Venus und Saturn zu sehen

Ab etwa 30. Juli vervollständigt Merkur das Planetentrio. An diesem Tag geht der sonnennächste Planet um 4.14 Uhr auf. Etwa 15 bis 20 Minuten später sollte er aufzufinden sein. Jupiter kann dabei wieder als Aufsuchhilfe dienen.

Verlängert man in Gedanken eine Linie von Jupiter ausgehend über Mars hinweg zum Horizont, dann steht Merkur etwas unterhalb dieser Linie knapp über dem Nordost-Horizont.

Zum Auffinden sollte ein Fernglas benutzt werden. Merkur kann noch bis zum 11. August am Morgenhimmel beobachtet werden. An diesem Tag geht er aber erst um 4.45 Uhr auf. Am 4. August gesellt sich die Sichel des abnehmenden Mondes zum Planetentrio. Gegen 4:30 Uhr ergibt dies einen schönen Himmelsanblick.

Am Abendhimmel sind Venus und Saturn zu sehen. Leider erscheint Venus in diesem Sommer nicht als der strahlend helle Abendstern. Dies liegt daran, dass sie immer nur knapp über dem Horizont stehen wird. Dort dämpfen die Dunstschichten ihre Helligkeit deutlich.

Ihre Untergangszeiten verfrühen sich von 23.02 Uhr am 1. Juli auf 20.17 Uhr am letzten Septembertag. Nur aufgrund der immer längeren Nächte ist sie damit überhaupt beobachtbar.

Auch die Milchstraße ist gut zu beobachten

Saturn beginnt sich vom Abendhimmel zurückzuziehen. Geht der Ringplanet zu Quartalsbeginn noch um 2.08 Uhr unter, so ist er Ende September nicht mehr zu beobachten. Noch bis Anfang September kann der Planet aufgesucht werden. Danach geht er schon in der Abenddämmerung unter.

Mithilfe eines Fernglases kann zwischen dem 17. und dem 20. September die Passage von Venus an Saturn verfolgt werden. Dazu wird ein freier Blick zum Südwest-Horizont benötigt. Beste Beobachtungszeit dafür ist gegen 20 Uhr.

Die lauen Sommernächte laden geradezu ein, den Sternenhimmel etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Neben zahlreichen Sternschnuppen kann jetzt auch die Milchstraße gut beobachtet werden. Sie zieht sich als helles Band vom Südhorizont steil nach oben.

Dreht man sich um, so kann sie bis zum Nordost-Horizont weiter verfolgt werden.

Der Vollmond steht am 22. Juli, am 21. August und am 19. September am Himmel. Neumond ist am 8. Juli, am 6. August und am 5. September.

Von Jürgen Krieg