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Göttingen Viertes Courant-Forschungszentrum eröffnet
Campus Göttingen Viertes Courant-Forschungszentrum eröffnet
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21:38 05.07.2009
Stolz auf das Courant-Forschungszentrum: Dagmar Coester-Waltjen, Prof. Joachim Münch, Prof. Tatyana Krivobokova, Prof. Stephan Klasen, Dr. Marcela Ibáñez Díaz und Dr. Xiaohua Yu (v.l.).
Stolz auf das Courant-Forschungszentrum: Dagmar Coester-Waltjen, Prof. Joachim Münch, Prof. Tatyana Krivobokova, Prof. Stephan Klasen, Dr. Marcela Ibáñez Díaz und Dr. Xiaohua Yu (v.l.). Quelle: Christoph Mischke
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Der Platz im Roten Saal der Historischen Sternwarte wurde knapp. Die internationale Konferenz wechselte deshalb in einen benachbarten Sitzungssaal. Dort wurde das interdisziplinäre Courant Forschungszentrum „Armut, Ungleichheit und Wachstum in Entwicklungsländern: Statistische Methoden und Empirische Analysen“ der Universität Göttingen eröffnet. 

Die Courant-Forschungszentren wurden mit Hilfe der Exzellenzinitative gegründet. Die interdisziplinären Einrichtungen haben die Ziele, Nachwuchsforschergruppen zu unterstützen.

Die Forschung „kombiniert die Kompetenz von verschiedenen Fakultäten“, erklärte Prof. Joachim Münch, Vizepräsident der Universität. Im Zentrum forschen Wissenschaftler der Wirtschaftswissenschaften, Agrarwissenschaften und der Mathematik. Ziel sei es „Armut zu verstehen“, sagte der Koordinator Prof. Stephan Klasen. Aufgrund der Wirtschaftskrise und nur leichter Fortschritte in vielen afrikanischen Ländern sei die Verminderung der Armut in Entwicklungsländern bedroht. 

Den Eröffnungsvortrag hielt  Martin Ravallion. Der Forschungsdirektor der Weltbank  sprach über die „schwache relative Armut“. In der statistischen Herangehensweise existieren zwei zentrale Topoi: Die absolute und die relative Armut. Wer einen beziehungsweise zwei Dollar täglich zur Verfügung habe, gelte nach Einschätzung der Weltbank als „absolut“ arm. In der relativen Herangehensweise wird die Armut in Verhältnis zum Wohlstand der jeweiligen Gesellschaft gesetzt . „Wenn alle Einkommen wachsen oder zum gleichen Anteil schrumpfen“, bleibe das Verhältnis zur relativen Armut unverändert, so Ravallion. 

Beide Theoreme sollten aber gemeinsam gedacht werden: Die absolute Armut stehe nämlich nicht im Verhältnis zur Gesellschaft als auch die relative nicht den eigentlichen Lebensstandard beinhalte. Die Hälfte der Bevölkerung in Entwicklungsländern lebe in relativer Armut, davon wiederum sei die Hälfte absolut arm. 

Die Gesamtzahl der relativ Armen sei vom Jahr 1981 bis 2005 trotz sinkender Zahl der absolut Armen gestiegen. Ravallion führte den Begriff der schwachen relative Armut ein, um den Maßstab für Armut in Entwicklungsländern anzugleichen.

Von Florian Heinz

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