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Göttingen Wein oder Bier? Frühkeltische Gelage im Göttinger Auditorium
Campus Göttingen Wein oder Bier? Frühkeltische Gelage im Göttinger Auditorium
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11:00 19.10.2019
Die Trinkschale aus Athen (6. Jahrhundert v. Chr.) zählt zum Bestand des Archäologischen Instituts der Uni Göttingen. Quelle: R
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Göttingen

Beginn des Vortrags ist um 19.15 Uhr im Hörsaal 1 des Gebäudes an der Weender Landstraße 2. Die Vorlesung ist öffentlich. Der Redner stellt unter anderem fest, dass sowohl die Wahl des Getränks, als auch der Weg zum Ziel, der kollektive Triumph über den Durst, mitentscheidend für den Erhalt sozialer Harmonie gewesen waren.

Die mediterranen Importfunde aus den frühkeltischen „Fürstensitzen“ und „Fürstengräbern“ (7. bis 5. Jahrhundert v. Chr.) in Mitteleuropa zeigen, „dass das Gelage eine herausragende Bedeutung in der frühkeltischen Gemeinschaft besaß“, teilt das Archäologische Institutmit. Die importierte Keramik und Bronzen aus Griechenland und Italien, „darunter zahlreiche attische Gelagegefäße und der berühmte Krater von Vix“, würden bislang vor allem als Versuch einer lokalen, frühkeltischen Elite gewertet, mediterrane Gelagesitten nachzuahmen.

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Was war drin in der Schale? Ergebnisse aus den Laboren

Stockhammer wird auf Ver- und Behältnisse und deren Inhalte bis zur Neige eingehen: „In unserem Forschungsprojekt verbinden wir chemische Nahrungsrückstandsanalysen und Gebrauchsspurenanalysen mit der archäologischen Analyse, um zu zeigen, was die frühen Kelten wirklich mit der Importkeramik gemacht haben. Haben sie Wein aus den Krateren getrunken? Oder ganz andere Getränke wie Met oder Milch?“

Rückstände in panathenäischen Preisamphoren und attischen Lekythen aus der Münchner Antikensammlung seien zum Vergleich untersucht worden. Es sei deutlich geworden, wofür die Bewohner der frühkeltischen Höhensiedlungen „wirklich ihre eigene und die importierte, mediterrane Keramik verwendet haben“.

Die Ringvorlesung wird am 28. Oktober (gleicher Ort, selbe Zeit) fortgesetzt – der Titel: „Theodosius und seine dubiosen Mitkaiser“; den Vortrag hält Prof. Achim Arbeiter (Göttingen).

Von Stefan Kirchhoff

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