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Göttingen Weniger Fleischkonsum entlastet Umwelt
Campus Göttingen Weniger Fleischkonsum entlastet Umwelt
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20:37 14.08.2019
Göttinger Forscher haben herausgefunden, dass mehr Fleisch verzehrt wird, wenn ethische Unterschiede zwischen Nutz- und Haustieren gemacht werden. Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dp
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Göttingen

 Ein überhöhter Konsum von Fleisch schadet nach Angaben der internationalen Natur- und Umweltschutzorganisation WWF der Umwelt und dem Klima. Rund 70 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen seien auf unsere Ernährung und den Verzehr von Fleisch zurückzuführen. Ein Göttinger Forschungsteam hat in einer repräsentativen Studie erstmals untersucht, welchen Stellenwert die Rechte von Nutz- und Haustieren bei den Menschen haben. Wie stehen die Menschen zum Verzehr von Tieren? Kann jedes Tier gegessen werden? Gibt es Abstufungen, welche Tiere gegessen werden dürfen und welche nicht? Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „Sustainability“ veröffentlicht.

Nachhaltige Ernährung

„Aus Gründen der Gesundheit, vor allem aber des Umwelt- und Klimaschutzes sowie des Tierwohls gilt es, den Konsum tierischer Lebensmittel deutlich zu reduzieren. Dafür ist ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge zwischen tierrethischen Positionen als zentrale Motivation für eine nachhaltige Ernährung und dem tatsächlichen Ernährungsverhalten wichtig“, erklärt Prof. Achim Spiller, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte der Georg-August-Universität Göttingen.

Befragt wurden rund 1000 Menschen in Deutschland, die angeben sollten, inwieweit sie Kernaussagen verschiedener tierethischer Positionen zustimmen oder ablehnen. Die Positionen, die von den Befragten eingenommen werden konnten, reichen von der Meinung, dass jedes Tier gegessen werden darf, bis zu der vollständigen Ablehnung jeglicher Nutzung von Tieren. Diese zwei Meinungsbilder können zum einen durch den Anthropozentrismus beschrieben werden. Anthropozentrismus liegt nach Angaben des Forscherteams vor, wenn ein Mensch der Meinung ist, dass er mit jedem Tier umgehen darf, wie er möchte.

Kein Recht gegenüber dem Tier

Das andere Extrem könne durch den sogenannten Abolitionismus beschrieben werden. Dieser liege vor, wenn sich der Mensch kein Recht gegenüber dem Tier herausnehme und dessen Nutzung und Verzehr demnach komplett ablehne. Abolitionismus kann demnach auch mit dem Ernährungsstil des Veganismus gleichgesetzt werden, bei dem der Mensch den Verzehr von jeglichen Tieren und deren Erzeugnissen, wie Milch oder Eier, verweigert.

Insgesamt haben sich nach Angaben von Erstautorin Sarah Hölker, Doktorandin am Lehrstuhl für Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte der Uni Göttingen, fünf Meinungen herauskristallisiert. Diese wurden in Hinblick auf einen nachhaltigen Ernährungsstil untersucht. Eines der zentralen Ergebnisse sei bei etwa einem Viertel der Befragten herausgefunden worden. Wird davon ausgegangen, dass zwischen den Rechten der Tiere keine Unterschiede zwischen Nutz- und Haustieren gemacht werden, ernähren sich die Befragten häufiger vegetarisch (Verzicht auf den Verzehr von Tieren) oder flexitarisch (der Verzehr von Fleisch wird zugelassen, steht aber nicht im Mittelpunkt der Ernährung).

450 Gramm Fleisch pro Woche

Drei weitere Gruppen vertreten nach Hölker zwar deutlich tierwohlorientierte Positionen, sprechen dabei aber Nutztieren aus der Landwirtschaft weniger Rechte zu als Haustieren. Diese Menschen essen in der Regel sehr viel Fleisch. „Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass ein zentraler Aspekt für eine nachhaltige Ernährung die ethische Gleichsetzung von Nutz- und Heimtieren ist“, erklärt Hölker. Eine Ernährung mit 450 Gramm Fleisch pro Woche ist dem WWF zufolge zum einen gesünder und wirke sich positiv auf den Ressourcen- und Klimaschutz aus. 450 Gramm entsprechen etwa zwei Portionen Fleisch in der Woche.

„Wenn jeder Bundesbürger nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichten würde, könnte das zu einer jährlichen Einsparung von rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen führen. Das entspricht umgerechnet 75 Milliarden PKW-Kilometern“, erklärt Tanja Dräger de Teran, WWF-Referentin für Klimaschutz und Ernährung.

Von Lisa Hausmann

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