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Göttingen „Wissenschaft beim Göttinger Literaturherbst“: Acht Vorträge in der Paulinerkirche
Campus Göttingen „Wissenschaft beim Göttinger Literaturherbst“: Acht Vorträge in der Paulinerkirche
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17:37 16.09.2014
Von Christiane Böhm
Organisatoren des Literaturherbstes: Gesa Husemann, Stephan Lohr, Nils Brose, Stephan Herminghaus und Hans-Peter Herberhold (v.l.). Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Identität ist ein Kunstprojekt, ist ihr Fazit, wir werden von anderen geprägt. Ein spannendes Buch, aber eine „unbequeme“ Erkenntnis, sagt Nils Brose. Der Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für experimentelle Medizin stellte am Dienstag zusammen mit seinem Kollegen Stephan Herminghaus, Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, das Wissenschaftsprogramm des diesjährigen Literaturherbstes vor.

„Wir sind stolz darauf, wieder dabei zu sein,“ erklärt Brose. Bereits zum achten Mal bieten die Organisatoren einen literarischen Streifzug durch Forschungserkenntnisse. Den Anfang macht am Freitag, 10. Oktober, der Biologe und Wissenschaftsjournalist Olaf Fritsche. Dass es uns gibt, sei das pure Glück, so Fritsche. Wenn nur einige Naturkonstanten andere Werte hätten, hätte sich der moderne Mensch gar nicht entwickelt, stellt der Sachbuchautor aus Mühlhausen klar.

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Der Kanon der musikalischen Werke, die man kennen muss, ist das Thema von Melanie Wald-Fuhrmann. Am Sonnabend, 11. Oktober, spricht sie darüber, was ein Musikstück zum Meisterwerk macht und warum manche Komponisten in Vergessenheit geraten sind.

Illusion, Paradoxon, Rätsel

Der Ökonom Marcel Fratzscher präsentiert am Sonntag, 11. Oktober, ein düsteres Resümee über unsere Wirtschaft. Die, so Fratzscher, lebt nur noch von ihrer Substanz, entwickelt sich nicht mehr: „Deutschland-Illusion“ heißt das Buch.
66 Prozent aller Todesfälle seien auf persönliche Fehler zurückzuführen, erzählt Brose.

Wir fürchten aber andere Dinge wie Krebs oder Atomunfälle viel mehr. Über das Risikoparadoxon spricht am Donnerstag, 16. Oktober, der Technik- und Umweltsoziologe Ortwin Renn. Mathematische Rätsel sind Thema des Vortrages von Heinrich Hemme am Freitag, 17. Oktober. Der Physiker führe in diese Welt auf „tolle Weise“ verspricht Brose. Sein Kollege Herminghaus bescheinigt dies auch Max J. Kobbert, der am Sonnabend, 18. Oktober, zu Gast ist. Der Kunstpsychologe spricht über die Wunderwelt Bernstein.

Den Abschluss bildet der Vortrag des Physikers David J.C. MacKay über die Möglichkeiten der Energiewende am Sonntag, 19 Oktober. MacKay ist Träger der Science-Communication-Medaille, die in diesem Jahr erstmals verliehen wird. Sie würdigt die Verdienste um die Wissenschaftsvermittlung in der Öffentlichkeit. MacKays Buch „Sustainable energy – without the hot air“ ist übrigens kostenlos im Internet zu lesen.

Alle Vorträge der Wissenschaftsreihe beginnen um 19 Uhr in der Paulinerkirche, Papendiek 14. Weitere Informationen im Netz unter literaturherbst.com