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Göttingen Göttinger Wissenschaftler erforschen die deutsche Sprache
Campus Göttingen Göttinger Wissenschaftler erforschen die deutsche Sprache
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21:00 29.01.2019
Ein Lexikograph zeigt in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften auf einen Computerbildschirm. Zum 1. Januar 2019 hat das „Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache" (ZDL) seine Arbeit aufgenommen. Quelle: dpa
Göttingen/Berlin

Zum Start eines neuen Online-Sprachlexikons hat der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, Deutsch als Kultursprache gewürdigt. „Es ist mit der Sprache ähnlich wie mit anderen Kulturgütern: mangelnde Aufmerksamkeit macht sie weniger attraktiv, macht sie weniger reich und ausdrucksstark“, sagte Lehmann am Dienstag in Berlin. Er rief zugleich zu mehr Engagement für die deutsche Sprache auf.

„Die deutsche Sprache ist kein Selbstläufer, man muss in sie investieren und eine aktive Sprachpolitik betreiben“, sagte der Chef des Goethe-Instituts mit Blick auf Deutschlerner und -lehrende im Ausland. Auch in der Debatte um ein künftiges Fachkräfteeinwanderungsgesetz sollte dies Thema sein. „Der Schlüssel zur Integration ist die deutsche Sprache. Die entsprechenden Voraussetzungen dafür zu schaffen, ist eine entscheidende Bedingung für eine offene und verantwortliche Gesellschaft“, sagte Lehmann.

Vielfalt des deutschen Wortschatzes

Lehmann äußerte sich anlässlich der feierlichen Eröffnung des neuen „Zentrums für digitale Lexikographie der deutschen Sprache“ (ZDL) am Dienstag in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Mit dem digitalen Informationssystem sollen künftig die Vielfalt des deutschen Wortschatzes erfasst und seine fortwährenden Veränderungen verlässlich beschrieben werden. Die Plattform soll der Öffentlichkeit nutzerfreundlich und unentgeltlich zur Verfügung stehen.

Ins Leben gerufen wurde das ZDL den Angaben zufolge von vier deutschen Wissenschaftsakademien in Berlin, Göttingen, Leipzig und Mainz. Die fünfjährige Aufbauphase des Zentrums werde mit zwei Millionen Euro jährlich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Dazu werde an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (AdWG) je eine Arbeitsstelle eingerichtet.

Teilprojekt „Wortgeschichte digital“

So wollen Göttinger Wissenschaftler im Teilprojekt „Wortgeschichte digital“ die Geschichte ausgewählter Wörter von 1600 bis zur Gegenwart darstellen. Dabei gehe es vor allem um kulturell geladene Wörter wie Freiheit, Glück und Heimat, hatte der Präsident der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Andreas Gardt, im Vorfeld erläutert.

Die Berliner Arbeitsstelle soll zunächst den Wortschatz der deutschen Gegenwartssprache beschreiben. Technisch und inhaltlich baue die digitale Plattform auf dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache auf. Im weiteren Verlauf sollen die großen Wörterbücher der beteiligten Akademien zur deutschen Sprache vor 1600 schrittweise integriert werden, hieß es.

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit 159 Instituten in 98 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild.

Von epd

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