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Göttingen An der Geschäftsidee feilen
Campus Göttingen An der Geschäftsidee feilen
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18:38 11.06.2019
Acht junge Teams aus Göttingen haben an einem PFH-Workshop teilgenommen, um dabei mit Unterstützung von Experten an ihren unternehmerischen Ideen zu arbeiten. Hier stellen die „Joofy“-Gründer Maximilian John und Fynn Scheibe ihr Projekt vor. Quelle: Heller
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Witzenhausen

Mit Geschäftsmodellierung und Rechtsfragen, mit Online-Marketing, Finanzierungsformen und anderen Gründerthemen befassten sich die Teilnehmer auf der bei Witzenhausen gelegenen Burg. Experten hielten Vorträge, Unternehmer erzählten ihre Gründerstory. Erstmals waren drei Schüler unter den Teilnehmern.

„Ludwig der Friedfertige war 13 Jahre alt, als er die nach ihm benannte Burg 1415 im damals für unmöglich gehaltenen Zeitraum von einem Jahr errichten ließ“, sagte dazu Prof. Bernhard H. Vollmar vom Zentrum für Entrepreneurship der PFH. Das Zentrum hat die zweieinhalbtägige Veranstaltung ausgerichtet.

Schüler brechen Klassenfahrt ab

Um in Witzenhausen mit dabei sein zu können, brachen Wanja Krivov (15) und Theo Kramer (16) vom Göttinger Max-Planck-Gymnasium ihre Klassenfahrt ab. Die Gymnasiasten entwickeln eine Mobilitätsapp fürs Smartphone. „Die Idee hatten wir während der Osterferien in Wien“, berichtete Krivov. Dort haben sie eine App vermisst, die die Angebote verschiedener E-Scooter-Verleiher transparent macht.

Gründerworkshop „PFH Entrepreneurship School“ auf Burg Ludwigstein im Juni 2019. Quelle: Heller

„Unsere App soll einem Nutzer, der von A nach B will, einen Überblick über Mobilitätsangebote und deren Kombinationsmöglichkeiten verschaffen“, erläuterte Kramer die Geschäftsidee. In einem ersten Schritt geht es dem Schüler-Duo um E-Scooter und Segways. Später wollen sie auch Carsharing-Anbieter, Busse und Bahnen aufnehmen. Mit dieser Idee traten sie während der Nacht des Wissens an die PFH heran. „Der Wille, der Mut und die Initiative“ der Schüler beeindruckten Vollmar und er lud die Teenager nach Witzenhausen ein. Dort zeichnete Vollmar sie mit dem eigens für sie geschaffenen Sonderpreis für sehr junge Entrepreneure aus.

Digitaler Assistent für das Online-Marketing

Am meisten überzeugt hat die Jury des Workshops das Projekt Onspiration, deren Gründung vom Südniedersachsen-Innovations-Campus betreut wird. Die Göttinger Studenten für Informatik, Hendrik Schneider (28), und für Betriebswirtschaft, Lukas Ottermann (29), wollen einen digitalen Assistenten für das Online-Marketing auf den Markt bringen. Er soll mit einem Klick Informationen und Bilder auf allen Online-Plattformen eines Unternehmens verändern.

Linus Jünemann (li.) und Lukas Simon sind „Excaro“. Quelle: Heller

Mit der Idee eines digitalen Gesundheitsassistenten, der Nutzer zu mehr Bewegung und gesunder Ernährung motiviert, holte der Göttinger Neuropsychologe und Softwaredesigner Matthias Selisky (35) den zweiten Preis. Gemeinsam mit Programmierer Jan Raacke (39) und dem Göttinger Professor Stephan Weibelzahl hat er 2019 das Unternehmen Rekomendas gegründet. Die drei kennen sich aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt.

Entwickeln einer neuen Identität

„Unser Assistent hilft Nutzern, eine neue Identität zu entwickeln, die dann mit unterstützendem Feedback und mit Hinweisen gestärkt wird“, erläuterte Selisky den Ansatz. So ließen sich dauerhaft Verhaltensänderungen herbeiführen, versicherte er. Unter anderem soll der Assistent Rezepte vorschlagen und dann den Einkaufszettel erstellen. Eine erste Version erstellen die drei Gründer nebenberuflich.

Joofy optimiert Suchmaschinen

„Irgendwo angestellt zu sein, ist nichts für mich; das habe ich während der Praktika gemerkt, die ich im Zuge meines Betriebswirtschaftsstudiums absolvierte“, meinte Maximilian John (23). Er orientiert sich an seinen Eltern, die beide selbstständig sind, der Vater als Tankstellenpächter, die Mutter als Steuerberaterin. So hat John nach seinem Master gemeinsam mit dem PFH-BWL-Studenten Fynn Scheibe (24) 2019 die Firma Joofy gegründet. Sie unterstützen Firmen bei der Programmierung von Webseiten und der Suchmaschinenoptimierung. Unter anderem für einen Steuerberater, einen Architekten und ein Orthopädietechnik-Geschäft waren sie bereits tätig. Sie belegten beim Workshop einen von zwei dritten Plätzen.

Beratung für Musikbands

Bands beim Technikkauf, bei Verhandlungen mit Veranstaltern und beim Merchandising beraten wollen Linus Jünemann (19) und Schüler Lukas Simon (17) aus Osterode. Dass es dafür Bedarf gibt, haben sie 2018 bei der Gründung ihrer Deutschrockband Haxe festgestellt.

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