Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Zwei Göttinger erhalten Zweite Preise beim Deutschen Studienpreis 2019
Campus Göttingen Zwei Göttinger erhalten Zweite Preise beim Deutschen Studienpreis 2019
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:30 10.12.2019
Kuratoriumsvorsitzender Eckhard Nagel, Lothar Dittmer, Vorstandsvorsitzender Körber-Stiftung, Farina Hodiamont, Frederik Kotz, Charlotte Fiedler, Johannes Fioole, Julia Jansing, Kilian Huber, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Elena Link, Katharina Neumann, Ferdinand Weber, Ines Schreiver (v.l.). Quelle: R
Anzeige
Berlin

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat am Montag in Berlin als Schirmherr den Deutschen Studienpreis 2019 verliehen. Die drei mit je 25 000 Euro dotierten ersten Preise gehen in diesem Jahr an den Wirtschaftswissenschaftler Kilian Huber, den Materialwissenschaftler Frederik Kotz und die Kommunikationswissenschaftlerin Katharina Neumann. Zwei Zweitplatzierte reisten von der Georg-August-Universität Göttingen an, um ihre Preise entgegenzunehmen.

Die Körber-Stiftung stellt für den Deutschen Studienpreis jährlich Preise im Gesamtwert von über 100 000 Euro zur Verfügung, die in drei wissenschaftlichen Sektionen vergeben werden. In jeder der drei Fächergruppen – den Sozialwissenschaften, den Natur- und Technikwissenschaften sowie den Geistes- und Kulturwissenschaften – werden je ein erster Preis von 25 000 Euro und zwei zweite Preise von 5000 Euro verliehen.

Staatsangehörigkeit und Vielfalt

Dr. Ferdinand Weber erhält einen mit 5000 Euro dotierten zweiten Preis in der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften. Weber promovierte an der Universität Göttingen im Fach- und Spezialgebiet Rechtswissenschaften und erhält den Preis für seinen Wettbewerbsbeitrag „Zusammenhalt mit Recht: Das Integrationspotenzial der Staatsangehörigkeit in einer vielfältiger werdenden Gesellschaft“. Dieser beruht auf seiner 2018 an der Universität Göttingen eingereichten Dissertation „Staatsangehörigkeit und Status, Statik und Dynamik politischer Gemeinschaftsbildung“.

Ferdinand Weber und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble Quelle: r

Weber habe in seiner Doktorarbeit Parallelen zwischen der heutigen Migrationsrechtlage und den Entstehungsbedingungen des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts im 19. Jahrhundert herausgearbeitet, heißt es in einer Juryerklärung. Er befasse sich mit den früheren und gegenwärtigen Funktionen von Staatsbürgerschaft. Die heutige Bundesrepublik gewähre Menschen aus zahlreichen Staaten das Recht auf Aufenthalt, wirtschaftliche Bestätigung und sozialer Unterstützung, ohne sie zur Annahme der Staatsbürgerschaft zu bringen. Wenige dieser Bürger anderer EU-Länder kennen die Vorteile davon. Erst durch eine klare Kommunikation darüber, dass sie beispielsweise das Wahlrecht erhalten, kann man die Motivation dazu steigern.

Herzlichen Glückwunsch.🎉💐🥂 Dr. Ferdinand Weber und Dr. Johannes Fioole von der Uni Göttingen haben einen Studienpreis...

Gepostet von Georg-August-Universität Göttingen am Dienstag, 30. Juli 2019

Negative Religionsfreiheit?

In den Sozialwissenschaften hat Dr. Johannes Fioole von der Universität Göttingen einen zweiten Platz belegt. „Frei von Religion sein?“ lautet seine Fragestellung, mit der er den Wettbewerbsbeitrag betitelte. Ob neben dem Recht auf Religionsfreiheit auch ein Anspruch auf „negative Religionsfreiheit“ – also der Freiheit, ohne religiöse Einmischung zu leben – rechtfertigen lässt, war seine Frage an die Politikwissenschaften.

Johannes Fioole und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble Quelle: r

„Debatten zum Schwangerschaftsabbruch, zur gleichgeschlechtlichen Ehe oder zur Sterbehilfe zeigen eindrucksvoll, wie tiefgreifend religiöse und säkulare Ethiken in unserer Gesellschaft miteinander konfligieren können“, heißt es in seinem Abstract. Die „selbstbewussten Atheisten, Agnostiker oder schlichtweg religiös Indifferente“, also säkulare Bürger, würden zu selten bedacht. Fioole hangelt sich an der Theorie zur Individualsphäre entlang, bindet John Stuart Mill und Immanuel Kant in seine Argumentation ein und teilt in seiner Konklusion auf: Das säkulare Individuum müsse in einer liberalen Demokratie anerkennen, dass es „unter Andersdenkenden“ lebe. Folge sei, dass die politischen Interessen nur dann legitim sein können, wenn sie religiöse Rechte der anderen unberührt lassen. Handelt der säkulare Mensch selbstbezüglich innerhalb des Geltungsbereichs der Individualsphäre, so muss er keine „religiöse Einmischung“ dulden.

Der Deutsche Studienpreis

Mit dem Deutschen Studienpreis werden jährlich die besten deutschen Nachwuchswissenschaftler aller Fachrichtungen ausgezeichnet. Schirmherr ist Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Für substanzielle und innovative Forschungsbeiträge vergibt die Körber-Stiftung Preise im Gesamtwert von über 100 000 Euro, darunter drei Spitzenpreise à 25000 Euro. Der Deutsche Studienpreis zählt damit zu den höchstdotierten wissenschaftlichen Nachwuchspreisen in der Bundesrepublik. Die Ausschreibung richtet sich an Promovierte aller wissenschaftlichen Disziplinen, die mit magna oder summa cum laude promoviert haben.

Neben der fachwissenschaftlichen Exzellenz zählt beim Deutschen Studienpreis vor allem die spezifische gesellschaftliche Bedeutung der Forschungen. Der Studienpreis soll den wissenschaftlichen Nachwuchs dazu ermutigen, den gesellschaftlichen Wert der eigenen Forschungsleistung herauszuheben und sich einer öffentlichen Debatte zu stellen.

Von Lea Lang

„Aus Fehlern lernen“: Über dieses Thema referieren Experten am Donnerstag an der HAWK in Göttingen.

10.12.2019

Für herausragende Leistungen werden Studierende und Forschende von der Fakultät für Chemie der Uni Göttingen geehrt. Dazu gibt es ein Weihnachtskolloquium mit Einblicken in bestimmte Forschungsthemen.

09.12.2019

Sie sind so etwas wie die Fischer-Chöre des Studentenwerks. Etwa 200 Sängerinnen und Sänger bilden den Unicante-Chor. Auch am World Choral Day am Sonntag haben sie geprobt und verraten, was für 2020 geplant ist.

08.12.2019