Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Zwei neue Sonderforschungsbereiche in Göttingen
Campus Göttingen Zwei neue Sonderforschungsbereiche in Göttingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:09 17.11.2010
Anzeige

Damit folgte die DFG allen vom Land Niedersachsen gestellten Anträgen. „Vier neue Sonderforschungsbereiche sind ein großer Erfolg für Niedersachsen. Dies wird der Spitzenforschung an unseren Hochschulen wertvolle Impulse geben“, sagt der Niedersächsische Ministerpräsident David McAllister.
Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Johanna Wanka, begrüßt die Entscheidung der Deutschen Forschungsgemeinschaft. "Die Leistungsfähigkeit der Forschung in Niedersachsen ist erneut honoriert worden. Die Einrichtung und Fortsetzung der Sonderforschungsbereiche schärft das zukunftsorientierte Profil unserer Hochschulen.“

Bei der Auswahlentscheidung wurden die Biowissenschaften, die Medizin, die Physik und die Ingenieurwissenschaften verstärkt berücksichtigt. Ab Januar 2011 werden insgesamt 27 Sonderforschungsbereiche (SFB) an den Universitäten des Landes gefördert. „Die neuen Sonderforschungsbereiche passen gut zu Niedersachsen und unserem Bestreben, die MINT-Fächer zu stärken", betont Wanka.

pug

Neue Sonderforschungsbereiche in Göttingen

„Zelluläre Mechanismen sensorischer Verarbeitung“

Die DFG fördert den SFB 889 "Zelluläre Mechanismen sensorischer Verarbeitung" an der Universität Göttingen für vier Jahre mit einer Fördersumme von insgesamt 7,7 Millionen Euro.

Die normale Verarbeitung von Sinnesreizen erfordert von Sinneszellen und sensorischen Nervenzellen erstaunliche Leistungen. Dazu benötigen sie hochspezialisierte Signalmaschinerien, die für die Verarbeitung des jeweiligen Sinnesreizes optimiert sind. Bei Fehlfunktionen kommt es zu Sinnesbehinderungen wie Sehstörung oder Schwerhörigkeit.

Der SFB 889 verfolgt einen multidisziplinären und integrativen Ansatz, um diese Mechanismen der Reizwandlung und synaptischen Verarbeitung sowie die Funktion neuronaler Netzwerke auf verschiedenen Ebenen vom Proteinkomplex bis zur Wahrnehmung zu untersuchen. Die Betrachtung von unterschiedlichen Sinnen (Sehen, Hören, Riechen und Tastsinn) erlaubt die Untersuchung von generellen Prinzipien und spezialisierten Mechanismen der Sinnesfunktion.

„Kollektives Verhalten weicher und biologischer Materie”

Der SFB 937 “Kollektives Verhalten weicher und biologischer Materie” an der Universität Göttingen wird mit rund 7,8 Millionen Euro gefördert. Ziel der Arbeiten, an denen auch Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für Dynamik und Selbstorganisation und für biophysikalische Chemie sowie der Universität Potsdam beteiligt sind, ist die Erforschung der Selbstorganisation, Kooperativität und Nichtgleichgewichts-Dynamik weicher Materie.

Sowohl in der theoretischen Methodenentwicklung als auch der Etablierung experimenteller Aufbauten ergeben sich hier neue Herausforderungen, die eine enge Zusammenarbeit zwischen Theorie und Experiment einerseits und Chemie, Biologie und Physik andererseits erfordern. Fachübergreifend soll die kollektive Dynamik von Makromolekülen und Membranen innerhalb und außerhalb zellulärer Einheiten beschrieben und in Verbindung mit der Dynamik lebender Systeme fernab vom Gleichgewicht gebracht werden.

Daraus soll ein gemeinsames Bild von der Physik weicher Materie entstehen, welches über das bloße Verständnis der Summe der Einzelmoleküle hinausgeht und die Brücke zwischen erprobten Kontinuumsmodellen makroskopischer Systeme und dem Einzelmolekül schlägt.