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Göttingen Zweifel ausgeräumt: Kriegsgott Ku ist echt
Campus Göttingen Zweifel ausgeräumt: Kriegsgott Ku ist echt
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15:45 28.10.2009
Wünschen gute Reise: Tänzerinnen der „Mana e Hula Dance Show“ im Ethnologie-Institut.
Wünschen gute Reise: Tänzerinnen der „Mana e Hula Dance Show“ im Ethnologie-Institut. Quelle: Pförtner
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Farewell für Ku“ heißt die Veranstaltung, mit der die Sammlung der Universität verabschiedet wird. Doch kein Abschied ohne Tanz. Aus Hildesheim kommt extra die „Mana e Hula“-Tanzgruppe und sorgt mit polynesischen Tänzen für etwas Südsee-Gefühl im nüchternen Seminarraum des Instituts. Neben Universitätspräsident Prof. Kurt von Figura ist auch Lutz Stratmann (CDU), niedersächsischer Minister für Wissenschaft, einer der Abschiedsgäste.

Die Sammlung wird Bonn, Wien, Bern und eventuell London besuchen, erzählt Prof. Brigitta Hauser-Schäublin, Leiterin der Ethnologischen Sammlung. „Dass wir die Exponate in zwei Jahren in einem so guten Zustand zurückbekommen, wie wir sie abgeben“, hofft von Figura. Während die Sammlung zwei Jahre durch Europa tourt, würden auch die Pläne für ein ethnologisches Landesmuseum weiterverfolgt: „Der Traum wird immer wirklicher.“ 2011 werde die Zoologie frei, dann könne mit dem Umbau begonnen werden, so von Figura.

„Der beste Botschafter für die Wissenschaft, für Göttingen und Niedersachsen geht wieder auf Reisen“, erklärt Stratmann und stellt mit diesen Worten die Wichtigkeit der Sammlung fest. Diese genieße auch im Ausland eine enorme Bedeutung und zeige den Menschen zudem, dass „Niedersachsen nicht nur Volkswagen und Küste, sondern auch Wissenschaft und Kultur ist“.

Gerüchte über Fälschung

Der Frage „Wie echt ist der Kriegsgott Ku wirklich“ widmen sich danach Dr. Gundolf Krüger, Kustos in der Ethnologie, Restaurator Gerry Barton und Ornithologe Dr. Frank D. Steinheimer. Das Gerücht, beim Kriegsgott könne es sich um eine Fälschung handeln, kam im Jahr 2006 in der Schweiz auf. Die Federn kamen einigen Ethnologen zu gut erhalten und flauschig vor. „Später erhielt ich den Brief eines renommierten Ethnologen, der diese Gerüchte in Worte fasste. Da entschlossen wir uns, sie auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen“, sagt Hauser-Schäublin. Krüger berichtet, dass er dafür neue mit alten Fotografien, die von Kuka'ilimoku in den 1930er Jahren gemacht wurden, verglichen hat. Unterschiede seien nicht zu erkennen.

Auch Restaurator Barton konnte keine Fälschung feststellen: „Die Spuren sind eindeutig hawaiianisch.“ Heute wisse man nicht mehr, wie diese Knoten geknotet wurden. Steinheimer hat die Morphologie der Federn des Abbildes untersucht und festgestellt, dass die roten und gelben von Vögeln aus Hawaii stammen, die teilweise schon seit vielen Jahren ausgestorben sind. „Eine Fälschung ist damit fast unmöglich – es sei denn, man hätte dafür eine andere Sammlung erleichtert.“

Hauser Schäublin ist zufrieden darüber, dass ihre Kompetenz nicht mehr angezweifelt wird. Die Ergebnisse der Untersuchung werden bald veröffentlicht, kündigt sie an.

Ein Video über den Abschied hier.

Von Corinna Berghahn

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