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19:11 16.01.2018
Podiumsdiskussion zur Hochschulwahl im ZHG
Podiumsdiskussion zur Hochschulwahl im ZHG Quelle: Hinzmann
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Göttungen

Die Hochschulgruppenlandschaft ist vielfältig. Um ihre Inhalte zu vermitteln, stellten sich diese Hochschulgruppen am Montag daher bei einer Podiumsdiskussion.

Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS)

Das Hauptanliegen sei die Politik für alle Studierenden und nicht nur eine bestimmte Klientel. Ideologiefrei, sach- und serviceorientiert will man sein. Man wolle Veranstaltungen ausrichten, die sich nicht nur einen bestimmten Interessentenkreis richten. Das allgemeinpolitische Mandat lehnt der RCDS ab. Bestimmte Fernbusverbindungen sollten als Semesterticket verhandelt werden. Handlungsbedarf auf dem Nordcampus für mehr Campusatmosphäre.

Grüne Hochschulgruppe (GHG)

Die Gruppe setzt sich außer für ökologische Aspekte auch für ein selbstbestimmtes Studium ein, um über den eigenen fachlichen Tellerrand hinauszuschauen. Das Studium sollte Freiräume bieten, sich gesellschaftlich oder hochschulpolitisch zu engagieren. Lehre dahingehend verbessern, dass Studierende gerne in Seminare gehen, innovative Lehrkonzepte entwickeln.

Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Fachschaftsmitglieder (ADF)

Die ADF stehe für eine parteipolitisch unabhängige, sach- und serviceorientierte Hochschulpolitik. Ziele sind ein gut verhandeltes Semesterticket, viele Studierende über eigene Veranstaltungen zu erreichen und sich dafür einzusetzen, dass die Exzellenzinitiative nicht nur etwas für die Forschung abwirft, sondern auch die Lehre verbessert. Lehrende müssten stärker in digitalen Unterrichtsmedien geschult werden, Didaktikschulungen bei schlechten Evaluationen. Bessere Finanzierung der ZESS.

Juso-Hochschulgruppe (Juso-HSG)

Die Juso-HSG stehe für soziale Gerechtigkeit, Kernthemen sind bezahlbarer Wohnraum, eine Flexibilisierung des Studiums etwa im Bereich der Anwesenheitspflicht sowie die Möglichkeit zum kritischen und selbstbestimmten Studieren etwa mittels politischer Veranstaltungen. Die Digitalisierung des Campus soll vorangetrieben werden. Ist für ein allgemeinpolitisches Mandat.

Alternative Linke Liste (ALL)

Die ALL, ehemals als Basisgruppenliste angetreten, steht für eine linke Politik an Hochschulen – nicht nur für die Studierenden, sondern gemeinsam mit ihnen. Engagiert sich insbesondere in den Bereichen bezahlbarer Wohnraum, Anti-Rassismus und Anti-Faschismus. Für eine flächendeckende Abschaffung der Anwesenheitspflicht, für eine deutlich fairere Bezahlung der Lehrbeauftragten, insbesondere an der ZESS.

Nerdcampus

Die Gruppe Nerdcampus alias Nordcampus mit zwei Kernthemen auf: die Aufwertung des Nordcampus und die Digitalisierung auf dem Campus zu befördern. Sieht als kleine Gruppe ihre Aufgabe eher darin, Sichtbarkeit für diese Themen bei den anderen hochschulpolitischen Akteuren zu schaffen. Hält den Ausbau von eLearning-Angeboten und flächendeckende Vorlesungsaufzeichnungen für sehr wichtig. Handlungsbedarf auf dem Nordcampus für mehr Campusatmosphäre.

Schwarz-Rot Kollabs (SRK)

SRK beschreibt sich selbst als eine konservativ-anarchistische Hochschulgruppe, sei feministisch und Punk, schlage sich aber auch mit lästigen Dingen wie Service herum, der eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte und kein Hauptziel. Setzt sich ebenso für subkulturelle und sozialpolitische Belange ein. Wichtig sei eine Finanzierung für die Renovierung des Stilbrvch.

Partei-Hochschulgruppe (Partei-HSG)

Sieht sich als einzige seriöse Hochschulgruppe, die für Einhörner, Bier und sinnlosen Einsatz von Bauschaum an der Uni ist, um die Uni zu einem schöneren und besseren Ort für alle zu machen, insbesondere aber für die eigenen Wähler.

Sechs weitere Gruppen stehen zur Wahl

Acht Hochschulgruppen waren in der auslaufenden Wahlperiode im Studierendenparlament vertreten: Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), die Grüne Hochschulgruppe (GHG), die Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Fachschaftsmitglieder (ADF), die Juso-Hochschulgruppe (Juso-HSG), die Alternative Linke Liste (ALL), Nerdcampus, Schwarz-Rot Kollabs (SRK) und die Partei-Hochschulgruppe (Partei-HSG). Zusätzlich zu ihnen kämpfen aktuell sechs weitere Gruppen um Sitze: solche mit inhaltlichen Positionen und solche, denen es eher um einen höheren Spaßfaktor in der Hochschulpolitik zu gehen scheint.

Liberale Hochschulgruppe (LHG)

Die Liberale Hochschulgruppe setzt sich ebenfalls für das Thema Digitalisierung ein: Overhead-Projektoren und Tafeln sollen durch Computer und Smartboards ersetzt werden, man will digitalisierte Bibliotheken und Live-Streams von Vorlesungen. Man versteht sich als serviceorientiert und will die Studienqualität verbessern sowie den Gründergeist von Studierenden stärken – Studium und Start-ups sollen nicht unvereinbar sein.

Linksliberale Liste (LiLi)

Die Linksliberale Liste versteht sich als Gruppe mit politischem Anspruch. Sie möchte die politische Kultur beispielsweise mit Veranstaltungen gegen extremistische Propaganda stärken. Der Nordcampus soll stärker in den Blick genommen werden, indem auch dort Veranstaltungen stattfinden sollen und mehr soziale Räume geschaffen werden. Man ist für mehr Transparenz der studentischen Vertreter, indem Stupa-Sitzungen aufgezeichnet und per Live-Stream übertragen werden. Auch sollen Evaluationen gestärkt und verbindliche Bewertungsstandards für wissenschaftliche Arbeiten geschaffen werden.

Kneipen-Hochschulgruppe (Kneipen-HSG)

Die sieben Kandidaten der Kneipen-HSG haben sich kreativ ausgetobt und einiges an ergänzenden Informationen zu ihren rein männlichen Kandidaten, überwiegend Juristen, bereitgestellt: Der Spitzenkandidat etwa nennt sich offenbar auch Batman. Die Gruppe möchte das Geld des AStAs sinnvoll ausgeben – etwa für eine Kneipe für jeden auf dem Campus.

Die Liste

Auch die sechs Die LISTE-Kandidaten geben Selbstauskünfte: Die Spitzenkandidatin sieht sich etwa als „Quotenfrau“ inmitten der anderen fünf Männer der Gruppe, die sich aus Studierenden der Mathe, Sowi und Medizin zusammensetzt. Die Gruppe fordert beispielsweise, die Mensen gleichzuschalten und überall denselben „Fraß“ anzubieten wie in der Nordmensa und am Klinikum.

Knights who say Ni

Eine Gruppe, die aus vier Studierenden besteht – drei aus der Mathe-Fakultät sowie eine Studentin aus der Philosophischen Fakultät. Programmatische Aussagen sowie eine Online-Präsenz waren nicht zu finden.

Ja, ich möchte am Gewinnspiel teilnehmen

Hinter dem eingängigen Gruppennamen stehen zwei Physiker, die keine weiteren Angaben zu sich machen. Einen online-Auftritt mit inhaltlichen Positionen sucht man vergebens.

Wahlwerbung für die Uni-Wahl Quelle: Christina Hinzmann

Alles Wichtige zur Uni-Wahl

Noch bis zum 18. Januar wird an der Georg-August-Universität das Studierendenparlament (StuPa) als oberstes beschlussfassendes Organ der Studierendenschaft gewählt. Aufgestellt wurden in diesem Jahr 14 Vorschlagslisten. Das Wahlergebnis soll am Freitagmittag öffentlich bekanntgegeben werden.

Mit bunten Plakaten, Handzetteln, kulinarischen Angeboten und informativen Internetauftritten werben alljährlich die verschiedenen Gruppen um die Kreuzchen ihrer studentischen Wählerschaft. Mehrere hundert Studierende machen dabei von ihrem passiven Wahlrecht Gebrauch, um schließlich ins Parlament einzuziehen. Parallel finden die Wahlen zu den Fachschaftsparlamenten, dem Ausländischen Studierendenparlament (ASP) und der studentischen Vertreter der Kollegialorgane (Senat und Fakultätsrat) statt. 31400 Studierende sind aktuell in Göttingen wahlberechtigt.

Welche Funktionen hat das Studierendenparlament?

Das Gremium tritt monatlich zu Sitzungen zusammen und berät öffentlich über Anträge, Anfragen, die von allen Studierenden eingebracht werden können und fasst Beschlüsse. Das derzeit über 60-köpfige Parlament ist darüber hinaus zuständig für die Haushaltsplanung und wählt und kontrolliert den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Dieser wiederum vertritt nach eigenem Verständnis die studentischen Belange gegenüber den anderen Institutionen der Universität. Zum besseren Verständnis ließe sich in Analogie zur politischen Struktur der Bundesrepublik das Studierendenparlament dem Bundestag und der AStA der Bundesregierung gleichsetzen. Entsprechend wären die Fachschaftsparlamente mit den Landtagen vergleichbar. Der Fachschaftsrat bildet dabei die Regierung.

Wie arbeitet der AStA?

Der Allgemeinen Studierendenausschuss organisiert sich in fünf sogenannten Pflichtreferaten Vorsitz, Hochschule, Finanzen, Außen sowie Soziales. Der aktuelle AStA hat zudem Referate für Gender und Diversity, Ökologie und Nachhaltigkeit sowie Politische Bildung und Kultur eingerichtet. Zusätzlich kümmern sich Arbeitsgruppen um die Bereich Bahn-, Bus-, und Kultursemesterticket, um Erstsemesterbetreuung und Öffentlichkeitsarbeit.

Parallel noch eine Urabstimmung

Begleitend zu den Hochschulwahlen wird zu drei getrennten Abstimmungen über Angebote für ein Bahnsemesterticket, ein Bussemesterticket und ein Kulturticket aufgerufen. Dabei entscheiden die Studierenden, welche Strecken beziehungsweise Inhalte dann im jeweiligen Ticket enthalten sein sollen. Die Angebote werden im Vorfeld vom amtierenden AStA mit den Institutionen und Einrichtungen ausgehandelt und als Paket zur Wahl gestellt.

Was war bisher?

In den vergangenen zwei Jahren bildeten linke Hochschulgruppen die Mehrheit in Parlament und AStA. 2016 war die Koalition aus Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Fachschaftsmitglieder (ADF) und der christdemokratischen RCDS abgewählt worden. Aktuell stehen sie mit gemeinsam 31 Sitzen einer rot-grünen Mehrheit von 32 Sitzen gegenüber. Seit der letzten Wahl ist die Gruppe Nerdcampus im Parlament vertreten.

Kreative Besonderheiten

Während die einen im Wahlkampf versuchen, mit Sachthemen wie Selbstbestimmung, bezahlbarem Wohnraum, Digitalisierung des Studiums oder Qualität der Lehre zu punkten, setzen andere auf Humor. Dass vielleicht nicht jede Bewerbung um einen Sitz im Parlament gleichermaßen ernst gemeint ist, verrät der Blick auf die Wahllisten. So tritt bei der Kneipen-HSG Batman als Spitzenkandidat an. Seine Kollegen gehen als Graue Eminenz, Tresenwart oder Türsteher ins Rennen. Ähnlich kreativ geht es bei Der Liste zu. Hier ist unter freiwilligen Angaben der Kandidaten „Bitte nicht wählen“ oder „Hier könnte ihre Werbung stehen“ zu lesen. Besonders schwer dürften sich die Wähler schließlich bei Vorschlagsliste Nummer 14 mit dem Kreuz tun. Hier steht neben dem Feld für das Kreuz „JA, ich möchte am GEWINNSPIEL teilnehmen“.

Informationen der Gruppen für die Uni-Wahl. Quelle: Christina Hinzmann

Diese Hochschulgruppen stellen sich 2018 zur Wahl

Grüne Hochschulgruppe - GHG

ADF - Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Fachschaftsmitglieder

Schwarz-Rot Kollabs (SRK)

RCDS-Christdemokratische Liste

Juso-Hochschulgruppe

Alternative Linke Liste (ALL)

Die PARTEI HSG

Nerdcampus

Knights who say Ni

Kneipen-HSG

Die LISTE

Liberale Hochschulgruppe

Linksliberale Liste

Ja, ich möchte am Gewinnspiel teilnehmen

Von Sven Grünewald

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