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Campus Mäuse übertragen Anpassungsfähigkeit
Campus Mäuse übertragen Anpassungsfähigkeit
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17:00 23.01.2019
Prof. Dr. Siegrid Löwel, Leiterin der Abteilung Systemische Neurobiologie der Universität Göttingen Quelle: r
Göttingen

 „Frag doch mal die Maus“. Die Untersuchungsergebnisse eines Forscherteams der Göttinger Universität würden sich auch in der Wissenssendung für Kinder gut machen. Die Wissenschaftler haben festgestellt, dass auch die Nachkommen von der erworbenen Anpassungsfähigkeit ihrer Eltern profitieren.

Laufräder und Labyrinthe

Das Aufwachsen von Mäusen in einer stimulierenden Umgebung verändert ihr Verhalten und ihre Anpassungsfähigkeit. Und das gilt auch für ihre Nachkommen, die diese stimulierende Umgebung nicht hatten. Das ist das Fazit, das das Team des Sonderforschungsbereichs „Zelluläre Mechanismen Sensorischer Verarbeitung“ nach einer Versuchsreihe gezogen hat. Die Forscher der Abteilung Systemische Neurobiologie ließen Mäuse in großen Käfigen mit Laufrädern, Labyrinthen und mehreren Artgenossen aufwachsen. Um die Plastizität, sprich Anpassungsfähigkeit, zu messen, ließen sie die erwachsenen Tiere für mehrere Tage nur über ein Auge sehen und registrierten die Aktivitätsänderungen in der Sehrinde des Gehirns. Bei den Nachkommen dieser Mäuse stellten die Wissenschaftler eine „transgenerationale Übertragung erhöhter neuronaler Plastizität in einem primär sensorischen Hirnrindenareal“ fest.

Sehrinde untersucht

Mäuse, die in der stimulierenden Umwelt aufwuchsen, zeigten eine hohe Plastizität der Sehrinde, sogar bis ins späte Erwachsenenalter“, sagt Abteilungsleiterin Prof. Dr. Siegrid Löwel. Nach der Paarung der stimulierten Mäuse wurden die trächtigen Mausmütter in schlichte Standardkäfige gesetzt und die Plastizität der Nachkommen im Erwachsenenalter untersucht. Dabei zeigte sich, dass eine anregende Umwelt den Zeitraum jugendlicher Anpassungsfähigkeit im Gehirn nicht nur bei den Mauseltern verlängert, sondern auch bei ihren in einer weniger stimulierenden Umwelt aufgewachsenen Nachkommen

Forschungsobjekt Maus Quelle: LKNW

 

„Zusätzlich scheint die Mausmutter hierbei den größeren Einfluss auf die Anpassungsfähigkeit der Sehrinde der Nachkommen zu haben“, ergänzt Löwel: „Die neuronale Plastizität der Hirnrinde wird somit nicht nur durch die eigenen Lebenserfahrungen bestimmt, sondern kann auch durch die Lebensumwelt der Eltern maßgeblich verändert werden.“

Von Kuno Mahnkopf

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