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Campus „Seien Sie kritisch“: Uni Göttingen begrüßt neue Studenten
Campus „Seien Sie kritisch“: Uni Göttingen begrüßt neue Studenten
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21:03 21.10.2019
Immatrikulationsfeier im Foyer des Zentralen Hörsaalgebäudes. Foto: Moderation Kathrin Richter und Lars Wätzold. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Während der Immatrikulationsfeier im Foyer des Zentralen Hörsaalgebäudes (ZHG) der Universität Göttingen begrüßte Prof. Dr. Andrea Bührmann, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit, die 5.600 neuen Erstsemester in ihrem „neuen Lebensabschnitt“. Auch der Vorsitzende des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA), Robert Rathke, und Prof. Dr. Jörg Magull, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Studentenwerks Göttingen, richteten Grußworte an die neuen Studenten. Lediglich „die Stadt Göttingen hat es nicht auf die Kette gekriegt, jemanden zu schicken“, wie die Moderatoren Kerstin Richter und Lars Wätzold von der Comedy-Company witzelten. Kurzerhand hielt Wätzold die Ansprache in Form einer Büttenrede selbst, Richter sorgte für die passende Gestik.

Das Universitäts-Motto „Zum Wohle aller“ zog sich durch Bührmanns Rede, die erstmals in der Uni-Geschichte auf der Bühne in Gebärdensprache übersetzt wurde. „Die Universität Göttingen möchte Ihnen allen, egal aus welcher Lebenssituation und woher Sie kommen, die bestmögliche Förderung bieten“, sagte sie. Wissen und Erkenntnis gingen einher zum Wohle aller, Wissenschaft existiere nicht zum Selbstzweck. Je mehr Personen an Wissensschaffung beteiligt seien, desto mehr könnten sie beitragen. Die neuen Studenten „stehen vor großen Herausforderungen“, so Bührmann. Ob Klima- oder Umweltschutz sowie die Vermeidung von Kriegen: „Sie können mit Ihrem Wissen unsere Zukunft gestalten.“

Die neuen Studenten werden begrüßt.

Gleiche Chancen für alle

Alle sollten die gleiche Chance erhalten, die Universität heiße deshalb alle Studenten mit ihren Eigenschaften und Gemeinsamkeiten willkommen. Bührmann schloss mit einem Ratschlag an die neuen Studenten: „Interessieren Sie sich für den Ort, an dem Sie die nächsten drei bis fünf Jahre verbringen“, zu Beginn sei es völlig normal, sich überfordert zu fühlen. Deshalb gebe es ein vielfältiges Informations- und Unterstützungsangebot: „Holen Sie sich Unterstützung.“ Davon konnten sich die neuen Studenten bereits an diesem Tag überzeugen: An den vielen Ständen im ZHG, an denen die Fakultäten und Hilfsorganisation sich vorstellten, bildeten sich teilweise lange Schlangen.

Zudem forderte Bührmann die Studenten auf, kritisch zu hinterfragen: „Fortschritte sind nicht eingetreten, weil Forschung und Wissenschaft sich kommod verhalten haben. Geben Sie sich nicht zufrieden, wenn Ihnen jemand sagt, das haben wir schon immer so gemacht.“ Die neu Immatrikulierten sollten vielmehr nach Lösungen zum Wohle aller suchen und sich nicht in Konkurrenzdenken verlieren.

Studentischer Wohnraum muss bezahlbar sein

Als „eine Art Schulsprecher“ stellte Rathke kurz sich und den AStA vor und forderte die Studenten auf, die „Zeit zu nutzen, es gibt so viele Möglichkeiten“. Kritisch sollten die Studierenden sein. Zudem sprach er die Problematik an, dass die Landesregierung „den Studentenwerken so wenig Geld gibt, dass Mieten, Essen und Uni-Beiträge in den nächsten Jahren steigen werden“. Auch Magull liegt dieses Thema am Herzen, deshalb riefen das Studentenwerk und AStA dazu auf, am Dienstag, 29. Oktober, in die Mensa zu kommen, um der „Landesregierung zu zeigen, dass Wohnraum für Studenten bezahlbar sein muss.“ Zu guter Letzt sprach Magull noch die „magischen vier Worte“: „Da ist das Ding.“ Gemeint ist der rote Mehrwegbecher, von dem an diesem Abend 3.000 Stück verteilt wurden. Mit ihm sei der Kaffee nicht nur etwas günstiger, sondern die Uni leiste einen großen Beitrag zum Umweltschutz. Schließlich äußerte er „die anderen magischen vier Worte: Das Büfett ist eröffnet.“

5600 neue Studenten in Göttingen

Zum Wintersemester 2019/2020 haben sich an der Universität Göttingen knapp 5600 Studierende neu eingeschrieben. Darunter sind etwa 4000 Erstsemester. Die Gesamtzahl der Studenten liegt mit etwa 30.900 etwa ein Prozent unter der des Vorjahres. Der Anteil internationaler Studierender liegt bei etwa 14 Prozent, etwas mehr als die Hälfte der gesamten Studenten sind weiblich (52 Prozent). Die meisten Neuimmatrikulierten verzeichnen die Philosophische Fakultät (960), die Wirtschaftswissenschaften (760) sowie die Fakultät für Biologie und Psychologie und die Sozialwissenschaften (jeweils etwa 600). Bei weitem am stärksten nachgefragt ist der Bachelorstudiengang Psychologie – wie schon in den Vorjahren. Für die im Wintersemester zulassungsbeschränkten 37 Studiengänge waren bis Mitte Juli 13.000 Bewerbungen eingegangen. Bezogen auf die verfügbaren Plätze waren dies im Schnitt 4,3 Bewerber pro Studienplatz. Eine hohe Zahl an Bewerbern gab es auch für die zulassungsbeschränkten Lehramtsstudiengänge.

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Von Tobias Christ

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