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Kassel DFG verlängert Forschungsgruppe zu rural-urbaner Transformation in Indien
Campus Kassel DFG verlängert Forschungsgruppe zu rural-urbaner Transformation in Indien
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13:00 02.04.2019
Ziegen und Zebus in einer urbanen Umgebung. Quelle: r
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Göttingen/Kassel

Mega-Städte in Schwellen- und Entwicklungsländern wachsen rasend schnell und verändern ihre ländliche Umgebung dabei fundamental, aber nicht einheitlich – das ist eins der Ergebnisse eines deutsch-indischen Forschungsverbunds, der diese Entwicklung am Beispiel der indischen Stadt Bangalore untersucht. Forscher analysieren darin die Veränderung der agrarwirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Systeme. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert dieses Projekt nun für weitere drei Jahre mit insgesamt 3,2 Millionen Euro.

Auf deutscher Seite wird die Forschungsgruppe FOR 2432 „Landwirtschaftlicher Wandel im rural-urbanen Raum“, die im Jahr 2016 startete, von den Universitäten Kassel und Göttingen getragen. Erste Ergebnisse zeigten laut den Forschern eindrücklich, wie landwirtschaftliche Intensivierung, die Diversifizierung von Märkten sowie die Veränderung von Konsumgewohnheiten und gesellschaftlichen Werten Hand in Hand gehen und den Übergangsraum zwischen Land und Stadt verändern.

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Traditionelle Anbaumethoden werden verdrängt

So würden in vielen Dörfern traditionelle Anbaumethoden durch intensive Bewirtschaftung mithilfe von Bewässerungssystemen, Kunstdünger und Pestiziden verdrängt. Der Anbau von Obst und Gemüse, das in urbane Zentren geliefert wird, verdränge traditionelle Kulturen wie Hirse und Hülsenfrüchte, vielerorts entstünden Supermärkte anstelle von Gemüsemärkten.

Mit wachsendem Wohlstand nehme auch ein westlicher Lebensstil zu. Zugleich ist mancherorts eine gegenläufige Rückbesinnung auf traditionelle Ernährungsgewohnheiten spürbar. „Schon in den drei Jahren, die wir jetzt Feldforschung in Indien betreiben, haben viele Ortschaften dramatisch ihr Gesicht verändert“, berichtet Dr. Ellen Hoffmann von der Universität Kassel, die das Projekt betreut.

Zweite Projektphase startet im April

Die Verlängerung des Projekts beschloss der Senat der DFG auf seiner Sitzung am vergangenen Freitag. Die zweite Projektphase beginnt im April und setzt neben der Analyse der räumlichen Muster auch die Beobachtung der temporalen Dimension in Echtzeit fort. Ziel ist ein integriertes sozial-ökologisches Modell für derartige Prozesse in schnell wachsenden Metropolregionen. Das interdisziplinäre Themenspektrum reicht von Bodenphysik bis Fernerkundung, von Pflanzenbau und Tierernährung bis zur Agrar- und Entwicklungsökonomie und über die Agrarwissenschaften hinaus bis in die Humangeographie und Ökosystem-Modellierung.

Entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der ersten Phase sei die enge Kooperation mit den Partnern gewesen. Jedem deutschen Projekt war ein indisches Projekt zugeteilt – das Modell wird auch in der zweiten Projektphase fortgeführt. Die meisten indischen Partnerprojekte sind an der University of Agricultural Studies in Bangalore angegliedert, aber auch andere Forschungseinrichtungen sind beteiligt, darunter nationale Forschungszentren in den Bereichen sozial-ökologischer Wandel und Weltraumtechnik/Fernerkundung.

Von Lea Lang / r

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