Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Kassel Neuer Kleber für Zahnkronen
Campus Kassel Neuer Kleber für Zahnkronen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 27.05.2017
Von Christiane Böhm
Forscher der Uni Kassel entwickeln Klebverbindungen, die dafür sorgen, dass künstliche Zähne im Mund von Patienten länger halten (Symbolbild). Quelle: DPA
Anzeige
Kassel

Wenn ein Zahn gezogen werden muss oder ausfällt, gibt es Ersatz: Zunächst wird ein Implantat in den Kieferknochen eingesetzt, dann wird der eigentliche Zahnersatz – umgangssprachlich auch Krone genannt – draufgeklebt. Wie lange dieser Zahnersatz, der den eigentlichen Zahn nachformt, dann tatsächlich im Mund hält, hängt maßgeblich von der Klebverbindung ab, die das Titanimplantat und den Zahnersatz zusammenhält.

Die Kasseler Ingenieure um Prof. Stefan Böhm, Leiter des Fachgebiets Trennende und Fügende Fertigungsverfahren an der Universität Kassel, suchen im Projekt „Zahnfee“ nach dem Verfahren zur Herstellung der optimalen Klebverbindung. Dazu werden die Oberflächen mit Hilfe von Strahlverfahren und chemischen Mitteln behandelt. Durch diese beiden Schritte verändern die Forscher die Topographie und chemischen Eigenschaften der Oberfläche, die für eine lange Haltbarkeit der Klebverbindung notwendig sind.

Die Kasseler Forscher arbeiten in diesem Projekt eng mit dem Naturwissenschaftlichen- und dem Medizinischen Institut der Uni Tübingen zusammen. Außerdem kooperieren die Forscher mit Dentallaboren und dem Verband deutscher Zahntechniker-Innungen.

„Wir sind keine Dentaltechniker oder Zahnärzte, aber wir können mit unserer Forschung die Dentaltechnik unterstützen“, erklärt Böhm dazu. „Unsere Expertise beruht auf der Entwicklung von neuen Klebtechniken, so dass die verwendeten Materialien bestmöglich zusammenhalten.“ Eine enge Abstimmung mit den Wissenschaftlern aus dem Bereich der Medizin und den Experten aus der Praxis sei sehr wichtig. „Denn natürlich müssen wir sicherstellen, dass die Klebverbindungen, die wir entwickeln, mit der Mundflora harmonieren und auch dann halten, wenn die Patienten Eis essen oder sehr heißen Kaffee trinken.“