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Kassel Rosenzweig-Gastprofessur geht an Felicitas Heimann-Jelinek
Campus Kassel Rosenzweig-Gastprofessur geht an Felicitas Heimann-Jelinek
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12:51 15.03.2018
Dr. Felicitas Heimann-Jelinek Quelle: r
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Kassel

Mit der 63-Jährigen habe die Universität eine „international anerkannte und profilierte Expertin der Erforschung und Darstellung jüdischer Kunst in Geschichte und Gegenwart für die Professur gewonnen“, teilte die Universität am Donnerstag mit.

Heimann-Jelinek war von 1993 bis 2011 als Chef-Kuratorin für das Jüdische Museum der Stadt Wien tätig. Sie wirkte nach Angaben der Universität Kassel an zahlreichen Ausstellungen anderer Museen mit und machte sich um die Aus- und Weiterbildung von Kuratoren an jüdischen Museen verdient. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit setzte sie sich mit Fragen der Darstellung jüdischer Kunst, Geschichte und Identität auseinander.

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„Frau Heimann-Jelinek steht für eine kuratorische Praxis, die die Geschichte und Kultur des europäischen Judentums nicht einfach museal ausstellt, sondern mit wissenschaftlichem Blick auch die Bedeutung dieser Selbstvergewisserung für die heutige jüdische Identität betrachtet“, erklärte Prof. Michael Mecklenburg, Leiter des Fachgebiets Germanistische Mediävistik an der Universität Kassel und Sprecher der Findungskommission. „Mit ihrer Besetzung bildet die Professur in diesem Jahr also auch wieder eine lebendige Klammer zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart jüdischen Lebens.“

An der Universität Kassel hält Frau Dr. Heimann-Jelinek ihre öffentliche Antrittsvorlesung zum Thema „Die weibliche Seite Gottes“ am Mittwoch, 9. Mai, um 18.15 Uhr im Gebäude der Geistes- und Kulturwissenschaften, Kurt-Wolters-Straße 5, Raum 0019.

Im Sommersemester wird die Rosenzweig-Professorin zwei Veranstaltungen leiten: eine Vorlesung zur Geschichte und Gegenwart der jüdischen Museen und ein Seminar zur Entwicklung von Ausstellungskonzepten zur jüdischen Kulturgeschichte unter dem Titel „Starke Frauen“.

Franz-Rosenzweig-Gastprofessur

Mit der Franz-Rosenzweig-Gastprofessur erinnert die Universität Kassel an Werk und Vermächtnis des aus Kassel stammenden jüdischen Religionsphilosophen Franz Rosenzweig (1886-1929). Sie wird von der Universität Kassel seit 1987 jeweils zum Sommersemester verliehen und dient der Vergegenwärtigung der durch den Nationalsozialismus weitgehend zerstörten Kultur des europäischen Judentums und der Auseinandersetzung mit der jüdischen Gegenwart.

Von Nadine Eckermann

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