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Kassel Uni Kassel vermarktet ihr Patent eines virtuellen Feuerlöschsystems
Campus Kassel Uni Kassel vermarktet ihr Patent eines virtuellen Feuerlöschsystems
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06:00 10.07.2019
Der Erfinder, Doktorand Frederik Kreckler, und Frederick Badur löschen virtuell einen Brand, der mittels Projektor auf einer hellen Wand simuliert wird. Quelle: r
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Kassel

Ein Doktorand habe ihn entwickelt. Das System soll die Ausbildung von Feuerwehrleuten unterstützen. Ein Unternehmen werde die Kommerzialisierung in Lizenz übernehmen.

Das von Frederik Kreckler an der Hochschule (Fachgebiet Technische Informatik) erfundene virtuelle Feuerlösch-System nutze auch Brandschutzhelfern bei deren Ausbildung. Sogar Kinder könnten mit Krecklers Feuerlöscher das Löschen von Bränden üben, teilte Markus Zens von der Pressestelle mit.

Mit Wasser funktioniert eine Löschübung nur im Freien – mit dem virtuellen Feuerlöschsystem können Kinder auch in Räumen trainieren. Quelle: Heller

Das Konzept: Ein realer Feuerlöscher kommuniziert mit einer virtuellen Trainingsumgebung, die Brände simuliert. „Im Innern des Feuerlöschers sind Sensoren eingebaut, die die Bewegungen des Übenden kabellos auf dem Bildschirm spiegeln“, so Zens. Das Feuer finde auf einem Bildschirm oder einer Leinwand statt.

Per Knopfdruck stehen die Löschmittel Wasser, Pulver, Schaum oder Fettbrandlöschmittel sowie die Orte (Küche, Flur oder Büro) zur Wahl, so Zens. Je nach Ort stehe der Übende vor verschiedenen Bränden und könne auch die Auswirkung der verschiedenen Löschmittel ausprobieren.

Das Löschmittel wird per Knopfdruck nachgefüllt

„Beim simulierten Löschen kann man falsch machen, was man im realen Leben lieber nicht falsch macht“, nennt Kreckler einen Vorteil des virtuellen Löschens. Die Auswertung gebe Rückmeldung, wie schnell der Brand gelöscht und wie viel Löschmittel verbraucht worden sei. Zens: „Per Knopfdruck wird das Löschmittel nachgefüllt. In echten Feuerlöschern ist das Löschmittel teils nach zehn bis 15 Sekunden aufgebraucht. Eine wichtige Erfahrung für viele Übende.“

Die Zusammenarbeit mit Feuerwehren komme im Fachgebiet Technische Informatik häufiger vor, erklärte der Erfinder seine Motivation zur Unterstützung des Brandschutzes. „Da ich Interesse an der Erfindung von Geräten und dem 3D-Druck habe, habe ich mich während der Promotion mit dem Thema befasst. Aus der Mischung beider Sachen kam dann der virtuelle Feuerlöscher heraus“, so Kreckler. Beim Campusfest der Universität Anfang Juli konnten Neugierige den virtuellen Löscher bereits ausprobieren, so Zens..

Vermarktung von Innovationen aus der Universität

Der virtuelle Feuerlöscher sei ein Beispiel dafür, wie Erfindungen der Uni mithilfe ihrer Patentvermarktungsagentur den Weg in den Markt fänden, heißt es in der Pressemitteilung. Ein Brandschutzunternehmen habe eine Lizenz „auf das zugrunde liegende Patent“ von der Universität Kassel erworben.

Den Firmenkontakt habe die Gesellschaft für Innovation Nordhessen („GINo“) hergestellt, die von der Universität Kassel beauftragte Patentvermarktungsagentur. Zens: „Sie verhilft jedes Jahr zahlreichen Erfindungen aus der nordhessischen Hochschule, die die Entwicklung von Ideen und die Ausgründung von Unternehmen und anderen Start-ups in besonderem Maße unterstützt, zu ihren ersten Schritten auf dem Weg in den Markt.“ Die „GINo“ hat ihren Sitz im Science Park Kassel, dem gemeinsamen Gründerzentrum von Universität und Stadt.

Dieser simulierte „Löschangriff" ist real – mit dem Feuerlöschsystem der Uni Kassel kann die Ausbildung von Feuerwehrleuten auch virtuell unterstützt werden.. Quelle: Richter

Seit 2016 koordiniere die Universität Kassel den Verbund hessischer Hochschulen und Forschungseinrichtungen zur Patentverwertung. Das Land fördere diese Koordination und die Weiterentwicklung von Hochschulerfindungen „derzeit mit rund einer Million Euro“. Zens: „Nicht zuletzt durch diese Förderung kamen seitdem 18 von bundesweit 67 Weiterentwicklungsprojekten aus dem ,WIPANO’-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums aus Hessen, davon die Hälfte aus Kassel.“

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