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Campus „Wie es euch gefällt“
Campus „Wie es euch gefällt“
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15:47 30.01.2019
Edelmann Orlando (Erik Bosse) schwärmt von seiner Angebeteten Rosalinde (Dominique Schlaak), während sie und ihre Cousine Celia (Yasemin Dittmann) heimlich lauschen. Quelle: Dirk Opitz
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Göttingen

Im „Theater im OP“ (ThOP) der Göttinger Universität wird die Komödie „Wie es euch gefällt“ des englischen Schriftstellers William Shakespeare aus dem Jahr 1600 aufgeführt. Das Theaterstück handelt von Liebe und Sehnsucht zweier Liebender und politischen Ränkespielen.

Das kleine Herzogtum wird von einer politischen Krise erschüttert: Der rechtmäßige Herzog Senior (Florian Hallaschka) wird von seinem jüngeren Bruder Frederick (Moritz Gedl) gestürzt und vertrieben. Senior findet mit treuen Gefolgsleuten Zuflucht im Wald von Arden. Seine Tochter Rosalinde (Dominique Schlaak) darf zunächst auf Wunsch ihrer Cousine, Fredericks Tochter Celia (Yasemin Dittmann), am Hof bleiben. Parallel entwickelt sich eine Intrige: Nach dem Tod des Edelmanns Sir Rowland de Boys streiten dessen Söhne, Oliver (Fabio Rocchio) und Orlando (Erik Bosse), um das Erbe. Oliver, der seinen jüngeren Bruder Orlando verachtet, versucht ihn loszuwerden.

Bei einem Ringkampf am Hof, den Orlando nur knapp gewinnt, lernt er Rosalinde kennen und die beiden verlieben sich. Kurz darauf wird Rosalinde vom Hof des paranoiden Herzog verbannt und flieht gemeinsam mit ihrer Cousine und dem Hofnarren Probstein (David Höhle) in den Wald. Um keine Gauner anzulocken, verkleidet sich Rosalinde als Mann. Zufälligerweise zieht es auch den liebeskranken und bettelarmen Orlando in den Wald. Damit beginnt die spannende, teils romanische und teils melancholische Komödie.

Unterhaltsam und authentisch

Regisseur Klaus-Ingo Pißowotzki hat es geschafft, das mehr als 400 Jahre alte Werk von Shakespeare unterhaltsam und mitreißend umzusetzen und zu erzählen. Die Dialoge wirken wegen ihrer kunstvollen und altertümlichen Sprache authentisch und passend, gleichzeitig ist es aber gelungen, sie nicht zu kompliziert zu gestalten, damit sich ihnen gut folgen lässt. Die wechselvolle und unterhaltsame Geschichte zweier Liebenden wird mitreißend erzählt und bleibt bis zum Ende spannend.

Dabei gelingt es, die Geschichte mit relativ wenig Requisiten zu erzählen: Allein die Bühne des „ThOP“ mit seiner zweiten, übergeordneten Ebene eignet sich, um beispielsweise die Szenen im Schloss zu spielen. Besonders eindrucksvoll sind auch die aufwendigen und liebevoll gestalteten Kostüme der Schauspieler. Es gelingt sehr gut, die Zuschauer in eine andere Zeit zu versetzen. Gleichzeitig wirkt das Spiel weder trocken noch verstaubt: durch viele kleine Witze und aktuelle Redewendungen hier und da wird eine sehr unterhaltsame Komödie geschaffen.

31 Personen im Einsatz

An dem Stücken waren sehr viele Schauspieler beteiligt: 31 Personen umfasst das Ensemble für „Wie es euch gefällt“. Besonders hervor stechen die beiden Protagonisten, das liebende Paar aus Rosalinde und Orlando. Die Schauspieler schaffen es hervorragend, dass sich die Zuschauer in die wechselhafte Gefühlswelt der beiden hineinversetzen können. Auch der vertriebene Herzog Senior wirkt authentisch und glaubwürdig. Für reichlich viele Lacher sorgte das leidenschaftliche Spiel des Hofnarren Probstein.

Die nächsten Inszenierungen von „Wie es euch gefällt“ im ThOP sind am Donnerstag, 30. Januar., am Freitag, 1. Februar, und am Sonnabend, 2. Februar, jeweils um 20.15 Uhr zu sehen. Tickets sind unter www.thop.uni-goettingen.de zu finden. Eintrittskarten sind zum Preis von neun Euro, ermäßigt für sechs Euro erhältlich. Für Studenten mit dem Göttinger Kultursemestersticket ist der Eintritt frei. Der Einlass für diese Produktion findet anders als sonst über den Eingang des Seminars für Deutsche Philologie im Käte-Hamburger-Weg 3 statt.

Von Max Brasch

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