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Start zur Karriere Arbeiten im Tausendstel-Millimeter-Bereich
Campus Studium & Beruf Start zur Karriere Arbeiten im Tausendstel-Millimeter-Bereich
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12:44 24.06.2014
Filigrane Handarbeit: Der Feinoptiker positioniert optische Linsen in einer Kittschale. Quelle: Foto: Nolte & Grzeszik
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Der Azubi bei führenden Unternehmen wie „Qioptiq“ oder „Nolte & Grzeszik“ lernt Glasblöcke zu bearbeiten, das heißt, sie zu läppen (Läppen ist der Fachausdruck für Schleifen) und zu polieren – dies kann durchaus bis zu einer Woche dauern. Geduld, die muss man immer dafür aufbringen. Denn es dauert sehr lange, bis man das richtige Feingefühl entwickelt hat und bis man weiß, wie der Stoff Glas sich verhält und reagiert. Selbst wenn man noch so viel Talent mitbringt, benötigt man viel Erfahrung.

Die Ausbilder stehen den angehenden Fachkräften selbstverständlich mit Rat und Tat zur Seite, aber man muss selber ausprobieren, denn jeder Feinoptiker entwickelt seine eigene, individuelle Technik.

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Geduld, Konzentration, motorisches Feingefühl – darüber sollte man unbedingt verfügen, möchte man den Beruf des Feinoptikers erlernen. Und natürlich über die Fähigkeit sowie die Bereitschaft, absolut präzise und sorgfältig zu arbeiten. Schließlich ist die Toleranzgrenze schon überschritten, wenn die Abweichung im tausendstel-Millimeter-Bereich liegt.

Spaß an Physik und Mathe

In punkto schulische Vorbildung benötigen Bewerber mindestens einen guten Haupt-, besser jedoch einen Realschulabschluss. Was die wichtigsten Fächer im Abschlusszeugnis angeht, so sind eindeutig Physik und Mathe zu nennen, schließlich ist Optik ein Bereich der Physik, und mathematische Kenntnisse braucht man beispielsweise dann, wenn es gilt, den Radius einer Linse zu berechnen. In der Berufsschule belegen die Azubis ein breites Spektrum an Fächern, unter anderem Werkstoff- und Materialkunde,  technisches Zeichnen, Fachrechnen, Englisch sowie Informatik. Der Unterricht findet übrigens in Wetzlar statt, und zwar in sechs Blöcken pro Jahr à zwei Wochen.
Was macht Spaß am Beruf des Feinoptikers? Erst hat man ein unbearbeitetes Stück Glas vor sich stehen, und dann verwandelt man es in etwas sehr Wichtiges, sehr Wertvolles. Glas ist nicht gleich Glas. Somit wird man immer wieder mit neuen Aufgaben konfrontiert, daher wird es während der Ausbildung nie langweilig.

Was das Verhältnis Männer zu Frauen anbelangt, so verteilen sich die Auszubildendenzahlen in etwa gleich auf beide Geschlechter. Die Zeiten, in denen der Beruf fest in männlicher Hand war, gehören schon längst der Vergangenheit an.
In punkto Beschäftigungsaussichten können sich angehenden Feinoptiker glücklich schätzen: Sie alle haben gute Aussichten, nach Abschluss der Ausbildung  einen Arbeitsplatz zu bekommen, besonders im Bereich der Mikrooptiken, da diese Optiken auch in medizinische Geräte verbaut werden.

Wer über die Fachhochschulreife oder sogar das Abitur verfügt, der kann noch studieren. Der hier in Göttingen an der HAWK angebotene Bachelor-Studiengang Technische Physik bietet sich für einen gelernten Feinoptiker besonders an. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Ausbildung zum Feinoptiker gleich von Anfang an mit einem Studium zu kombinieren. Bei Qioptiq in Göttingen kann man dieses Studium voraussichtlich wieder im Jahr 2016 beginnen. red