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Rote Karte für die Aufschieberitis
Rote Karte für die Aufschieberitis
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12:25 17.10.2013
Hat an der Schreibwoche teilgenommen: Studentin Nan Nan (links) mit Annett Muhdoh vom Schreibzentrum. Quelle: Foto: CH
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Doch ehe der schreibblockierte Student solch ein Werk durchgearbeitet hat, steht der Abgabetermin für die eigene Arbeit meist schon vor der Tür. Und gerade in den ersten Semestern ist es gar nicht so einfach, Ideenlosigkeit, Schreibblockaden oder  „Aufschieberitis“ in den Griff zu bekommen.

Das internationale Schreibzentrum der Universität Göttingen ist eine gute Anlaufstelle in solchen Fällen. Im September kam zum Beispiel die erste akademische Schreibwoche 30 Teilnehmern – darunter Studierende, Graduierende und Promovierende aller Fachrichtungen – gerade recht, um sich Rat zu holen und mit ihren Arbeiten voranzukommen.

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Lesen, Gliedern, Zeichnen, Mind Maps anfertigen: „Schreiben ist Arbeit“, erklärte Mitorganisatorin Melanie Brinkschulte vom Internationalen Schreibzentrum. „Die Entstehungsarbeit hinter einem Text ist wenigen klar. Man muss sich ausführlich mit seinem Thema auseinandersetzen. Dass man dabei in Verzug kommt, ist auch bei erfahrenen Wissenschaftlern der Fall.“

Im Programm der Schreibwoche waren morgendliche Workshops und kleine Schreibübungen wie „fokussiertes Freewriting“, die halfen, Gedankengänge zu bündeln. „Diese Übungen machen auch professionelle Journalisten und Schriftsteller“, so Brinkschulte. Ein Pausenraum bot Platz zum Austausch, zum Erholen und Stärken bei Kaffee und Keksen. Und wenn doch mal „nichts mehr ging“, gaben zwei Schreibberater individuelle Tipps und Hilfe.

Brinkschulte zeigte sich erfreut, wie diszipliniert und intensiv die Studenten arbeiteten. „Es knistert vor Konzentration im Schreibraum“, beschrieb sie die Atmosphäre. Die fanden auch die Studentinnen Katharina Prott und Lena Wohlert gut. „Produktiv wird man allein schon dadurch, dass man hier jederzeit Hilfe bekommt, genauso wie Tee und Kekse“, fand Mathematik- und Biostudentin Wohlert.  Soziologiestudentin Prott (24) wusste besonders zu schätzen, „dass man hier mit anderen zusammen sitzt“.

Von Katharina Kilburger

 

Mit Studiengebühren finanziert

Das internationale Schreibzentrum wurde im Sommersemester 2009 eingerichtet. Es ist eine von vielen Maßnahmen, die über Studiengebühren finanziert werden. Zum Wintersemester 2014/15 werden die Studiengebühren in Niedersachsen abgeschafft.

Das Land wird den Hochschulen die wegfallenden Mittel zu 100 Prozent ersetzen, so die Zusage der Landesregierung aus SPD und Grünen. Diese Mittel dürfen ausschließlich dafür verwendet werden, die Qualität der Lehre und der Studienbedingungen an den niedersächsischen Hochschulen weiter zu verbessern, teilte die Landesregierung nach der Entscheidung über die Abschaffung der Studiengebühren im Juli 2013 mit.

Von Angela Brünjes