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Studium & Beruf Kein Masterplan für Studenten?
Campus Studium & Beruf Kein Masterplan für Studenten?
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09:30 17.06.2013
Foto: Laut neuen Prognosen des CHE sind Masterplätze in Zukunft knapp. Wer jetzt schon einen Bachelor hat, sollte deshalb nicht mehr allzu lange warten, um sich für einen Master einzuschreiben.
Laut neuen Prognosen des CHE sind Masterplätze in Zukunft knapp. Wer jetzt schon einen Bachelor hat, sollte deshalb nicht mehr allzu lange warten, um sich für einen Master einzuschreiben. Quelle: Monique Wüstenhagen
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Ein Bachelor gilt für viele immer noch als halbwertiger Abschluss. Die meisten wollen daher den Master machen. Doch für etliche heißt es derzeit: Kein Platz mehr frei! Längst nicht jeder kann sich in seinem Wunschmaster einschreiben. „Schon jetzt sind die Plätze knapp“, sagt Gunvald Herdin, Hochschulforscher am Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). Für beliebte Fächer wie Psychologie und Betriebswirtschaftslehre gibt es an vielen Universitäten bereits mehr Bewerber als Plätze. Und wenn neue Modellrechnungen des CHE zutreffen, wird sich die Lage bis 2016 noch einmal dramatisch verschlimmern. In dem Jahr könnten bis zu 36.000 Masterbewerber leer ausgehen.

Denn die Zahl der Bewerber steigt deutlich an. Die Forscher errechneten drei Szenarien: Will jeder zweite Bachelorabsolvent einen Master machen, gäbe es 2016 rund 175.000 Neueinschreibungen. Wären es rund zwei Drittel (69,4Prozent), kämen auf die Hochschulen 220.000 Bewerber zu. Gehen 85 Prozent der Bachelorabsolventen in den Master, wären es sogar 265.000. Zum Vergleich: 2011 begannen nur 113.737 Hochschüler ein Masterstudium.

Osten bei Studenten immer noch unbeliebter als der Westen

„Die Zahl der Studienanfänger im Master wird sich aller Voraussicht nach verdoppeln“, sagt Herdin. „Gleichzeitig gibt es bislang jedoch keinen Ausbau der Masterstudienplätze an den Hochschulen im gleichen Umfang.“ 2016 fehlen bei einer Übergangsquote von 85 Prozent 36.000 Masterplätze. Treffen die Prognosen ein, wird also längst nicht jeder Bachelorabsolvent einen Masterplatz bekommen. „Wer jetzt schon einen Bachelor hat, sollte deshalb nicht mehr allzu lange warten, um sich für einen Master einzuschreiben“, rät Herdin. Derzeit seien die Chancen auf einen Platz besser als in drei oder vier Jahren, wenn die Studienanfängerzahlen im Master stark ansteigen.

Wenn das keine Alternative ist, bleiben Bewerbern aber ein paar Tricks. „Wer keine Topnoten hat, kann sich etwa an weniger beliebten Hochschulstandorten umschauen“, rät Sebastian Horndasch, Ratgeberautor zum Thema Mastersuche. Mit Ausnahme von Dresden, Leipzig und Berlin sei der Osten bei Studenten immer noch unbeliebter als der Westen. In Städten wie Erfurt, Halle, Ilmenau, Cottbus und Chemnitz haben deshalb auch schwächere Bewerber gute Chancen auf einen Platz in ihrem Wunschmaster.

Auslandsstudium als Alternative

Wer auch dort leer ausgeht, könne über ein Studium an einer privaten Hochschule nachdenken, empfiehlt Horndasch. Oft seien dort noch Plätze im gewünschten Studienfach zu haben. Doch nicht selten ist der Besuch einer privaten Hochschule richtig teuer - außerdem könne die Qualität der Lehre in einigen Fällen mit einer staatlichen Hochschule nicht mithalten.

Eine andere Alternative sei das Fernstudium. Auch hier stünden die Chancen oft besser, einen Platz im Wunschmaster zu bekommen, als im Präsenzstudium. Doch für die meisten dürfte ein Fernstudium nicht infrage kommen: Das Studieren im stillen Kämmerlein sei oft nichts, erläutert Horndasch. Außerdem wünschten sich viele ein klassisches Studentenleben mit Vorlesungen in der Hochschule und Kontakt zu anderen Studenten.

„Viele Möglichkeiten gibt es für Bachelorabsolventen in Deutschland also nicht, wenn es mit dem Wunschmaster nicht klappt“, fasst Julia Funke zusammen. Die Berufsberaterin aus Frankfurt am Main rät deshalb allen, den Umweg über das Ausland zu gehen. Die beliebtesten Länder seien bei Masterstudenten England und die Niederlande, heißt es beim Statistischen Bundesamt Österreich.

Bewerbungsfrist endet bereits im Januar oder Februar

Wer sich dafür entscheidet, sollte sich mindestens ein Jahr vor dem gewünschten Beginn des Masterstudiums darum kümmern, rät Anke Sobieraj vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Denn die Bewerbungsfrist für die Studiengänge endet häufig bereits im Januar oder Februar - statt wie bei uns meist am 15. Juli. Außerdem liefen die Fristen für Stipendien - etwa beim DAAD - häufig noch früher ab. Wichtig sei auch, vorab zu klären, ob der ausländische Master in Deutschland problemlos anerkannt wird, so Funke. In Fächern wie Pharmazie und Psychologie könne es Probleme geben.

Doch egal, ob Privat-, Fern- oder Auslandsuni: In jedem Fall sollten Bachelorabsolventen sich nicht auf einen Wunschmaster versteifen, sondern einen Plan B entwickeln. Die gute Arbeitsmarktlage komme vielen jungen Leuten zugute, sagt Funke. Wer keinen Platz bekomme, könne auch erst einmal einen Job anfangen - und einen Master anschließen, wenn sich die Lage an den Hochschulen entspannt hat.

Kristin Kruthaup