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Sammlungen der Universität Historische Anthropologie am Blumenbach-Institut
Campus Themen Sammlungen der Universität Historische Anthropologie am Blumenbach-Institut
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17:11 08.03.2013
Ägyptische Mumie: Geschenk des dänischen Königs Christian VII. an Johann Friedrich Blumenbach (1781).
Ägyptische Mumie: Geschenk des dänischen Königs Christian VII. an Johann Friedrich Blumenbach (1781). Quelle: Eckardt
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Göttingen ist einer der wenigen universitären Standorte Deutschlands, an dem die biologische Anthropologie noch gelehrt wird.

Skelettserien aus verschiedenen Regionen und unterschiedlichen Zeiten machen den größten Anteil der umfangreichen Sammlung aus. Meist handelt es sich dabei um Skelette, die im Rahmen von archäologischen Grabungen geborgen wurden und nach der Untersuchung nicht für eine Wiederbestattung vorgesehen waren.

Die anthropologische Bearbeitung umfasst die Bestimmung des Sterbealters und des Geschlechtes, eine Körperhöhenrekonstruktion sowie die Diagnose pathologischer Veränderungen und anatomischer Varianten.

Wertvolle Objekte

Die Erfassung zahlreicher biologischer Individualdaten ermöglicht Rückschlüsse auf die Population und deren Lebensbedingungen. Darüber hinaus stellen die Knochen auch ein „genetisches Archiv“ dar.

Überreste von Brandbestattung: Leichenbrand in einer Urne.

Die Pathologische Teilsammlung enthält Skelettelemente, die Veränderungen aufweisen, die heutzutage nicht mehr zu beobachten sind. Aufgrund verbesserter medizinischer Möglichkeiten, wie dem Einsatz von Antibiotika und dem Fortschritt operativer Techniken, treten diese nicht mehr auf.

Die Objekte sind daher für vergleichende Untersuchungen sehr wertvoll, so beispielsweise Schädel mit charakteristischen Strukturauslöschungen im Endstadium der Syphilis.

Mumien, vor allem aus dem südamerikanischen Raum, aber auch zwei ägyptische Mumien sowie eine Guanchen-Mumie aus Teneriffa zeigen das Spektrum möglicher Überlieferungen. Es sind zugleich Beispiele unterschiedlicher Mumifikationstechniken. Leichenbrand repräsentiert hingegen die Überreste von Brandbestattungen.

Öffentliche Ausstellungen geplant

Diese stellten über einen Zeitraum von etwa 1500 Jahren im alten Europa die vorherrschende Bestattungsform dar.

Eine umfangreiche Sammlung von Primatenschädeln ergänzt die Sammlung für das  Teilgebiet der Primatologie. Die Evolution des Menschen wird durch zahlreiche Abgüsse der wichtigsten Funde in der Hominidenentwicklung repräsentiert.

Bislang existiert leider keine öffentlich zugängliche Ausstellung. Aktuell ist jedoch in Planung, diverse Ausstellungsvitrinen einzurichten mit ausgewählten Exponaten aus den Teilsammlungen sowie den wichtigsten Forschungsprojekten.

Dazu gehören zum Beispiel die anthropologischen Untersuchungen bronzezeitlicher Skelette aus der Lichtensteinhöhle am Harzrand, die Analyse menschlicher Überreste der Varusschlacht und der Knochen aus einem Massengrab napoleonischer Zeit in Kassel.

Erforscht werden auch die frühneuzeitlichen Bestattungen des katholischen Friedhofes, die auf dem Gelände des Göttinger Campus im Jahr 2011 ergraben worden sind.

Von Birgit Großkopf

Sobald die Ausstellungsvitrinen eingerichtet sind, können Besucher diese nach Absprache besichtigen. Nähere Informationen: uni-goettingen.de/anthro-sammlung

Anthropologische Sammlung

Die Sammlung Historische Anthropologie des Johann-Friedrich-Blumenbach-Instituts für Zoologie und Anthropologie der Georg-August-Universität Göttingen, Bürgerstraße 50, ist nicht öffentlich zugänglich.

Erste Serien der Schädelsammlung werden in einer Datenbank erfasst. Bislang haben nur handgeschriebene Karteikarten vom Anfang des letzten Jahrhunderts vorgelegen, welche jedoch neben der Fundnummer und einer ungefähren Herkunftsangabe kaum gesicherte Daten enthalten.

Eine gesicherte anthropologische Erfassung ist jedoch Voraussetzung für weitere Untersuchungen.