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Campus DFG fördert neue Forschungsgruppe
Campus DFG fördert neue Forschungsgruppe
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16:44 24.10.2018
Prof. Holger Bastians Quelle: R
Göttingen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Förderung neuer Forschungsgruppen bekannt gegeben. Mit dabei ist auch die Forschungsgruppe 2800 „Chromosomen-Instabilität: Wechselwirkungen von DNA-Replikationsstress und mitotischer Fehlfunktion“ an der Universitätsmedizin Göttingen.

Chromosomen enthalten DNA, auf der die Gene codiert sind; eine Instabilität von Chromosomen verursacht deshalb zahlreiche Fehlbildungen und gilt als eine Ursache von Krankheiten wie Krebs oder neurodegenerative Erkrankungen. Die neue Forschungsgruppe will die molekularen Mechanismen von Chromosomenmutationen besser verstehen lernen und so neue Therapieansätze ermöglichen.

Alters-assoziierte Syndromerkrankungen

Ein Hauptkennzeichen von Krebs und von verschiedenen Alters-assoziierten Syndromerkrankungen sind fortwährende Veränderungen des Genoms, des Erbgutes der Zellen. Diese Veränderungen betreffen sowohl kleinere Abschnitte als auch ganze Chromosome. Sie können direkt zur Weiterentwicklung von Krankheitsbildern, beispielsweise zur Metastasierung von Tumoren, beitragen. Wie kommen jedoch diese ständigen Chromosomenveränderungen, die sogenannten Chromosomen-Instabilitäten, zustande? Wie können diese möglicherweise gestoppt werden? Das sind Fragen, die bisher von Wissenschaftlern wenig verstanden worden sind. Diesen Fragestellungen widmet sich die Forschungsgruppe 2800 „Chromosomen-Instabilität: Wechselwirkungen von DNA-Replikationsstress und mitotischer Fehlfunktion“. Die Fördersumme beträgt insgesamt rund 2,4 Millionen Euro für zunächst drei Jahre.

Arbeitsgruppe „Zelluläre Onkologie“

Sprecher der Forschungsgruppe ist Prof. Holger Bastians, Leiter der Arbeitsgruppe „Zelluläre Onkologie“ am Institut für Molekulare Onkologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und am Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (GZMB). Im Rahmen der neuen Forschungsgruppe fördert die DFG die Zusammenarbeit von drei Arbeitsgruppen aus der UMG (Prof. Dr. Holger Bastians, Prof. Dr. Matthias Dobbelstein vom Institut für Molekulare Onkologie und Prof. Dr. Bernd Wollnik vom Institut für Humangenetik) mit fünf weiteren Wissenschaftlern der Universitäten in Kaiserslautern, Koblenz, Mannheim/Heidelberg und in Mainz. Die beteiligten Arbeitsgruppen bringen dabei höchst komplementäre Forschungsansätze aus den Bereichen der Zellbiologie und der Genom- und Proteom-Analyse ein, um gezielt die gemeinsame Fragestellung nach dem Ursprung der Chromosomen-Instabilitäten zu beantworten.

Ziel der neuen Forschungsgruppe 2800 ist es zu untersuchen, inwieweit Fehler bei der Verdopplung des Genoms, der DNA-Replikation, mit Fehlern bei der DNA-Verteilung auf zwei Tochterzellen während der mitotischen Zellteilung zusammenhängen, um fortwährende Genomveränderungen zu verursachen. „Dabei setzen wir ganz gezielt auf eine Kombination von Wissenschaftlern aus der UMG mit Wissenschaftlern von anderen Universitäten. Sie alle bringen den erforderlichen wissenschaftlichen Hintergrund und die notwendigen Expertisen mit, um diese überaus wichtige und spannende Fragestellung zu beantworten“, sagt Prof. Bastians. „In unserer Forschergruppe haben wir nun die Möglichkeit, Zell- und Molekularbiologie mit Humangenetik und Proteom- und Genomforschung sehr effizient zu verbinden“.

Wissenschaftlicher Fokus der Krebsforschung

Prof. Heyo K. Kroemer, Vorstand Forschung und Lehre an der UMG und Dekan der Medizinischen Fakultät, sagt: „Wir freuen uns sehr, dass die DFG die neue Forschungsgruppe bewilligt hat. Dies zeigt, wie die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern in Deutschland gezielt gefördert werden kann, um besonders wichtige und krankheitsrelevante Grundlagenforschung zu ermöglichen. Besonders wichtig ist für uns, dass die neue Forschungsgruppe den wissenschaftlichen Fokus der Krebsforschung an der UMG, der auf der Variabilität von Erbgut-Veränderungen, der sogenannten Genom-Dynamik, liegt, nachhaltig stärkt und mit prägen wird.“

Von Christiane Böhm

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