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Adelebsen Umweltausschuss stimmt für Schutzstatus
Die Region Adelebsen Umweltausschuss stimmt für Schutzstatus
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00:22 18.05.2019
Der Verlauf der Schwülme bietet seltenen und bedrohten Tier- und Pflanzenarten noch Lebensraum. Quelle: R
Adelebsen

Kleinere Landschaftsbereiche im Umland von Adelebsen werden als Landschaftsschutzgebiet (LSG) ausgewiesen. Das trägt den Namen LSG „Schwülme und Auschnippe“. Die Ausweisung haben die Mitglieder des Umweltausschusses des Landkreises Göttingen am Mittwoch beschlossen. Es gab nur eine Nein-Stimme. Die kam von Eckhard Fascher von der Kreistagsgruppe Die Linke/Piratenpartei. Fascher forderte, die Bereiche entlang der Bäche Schwülme und Auschnippe unter Naturschutz zu stellen und damit den Schutzstatus noch zu erhöhen. Da sich die Flächen nicht als homogenes Gebiet darstellen, sei infrage gestellt, dass sie sich als LSG nachhaltig schützen lassen, argumentierte er. Damit würde sich die Kreistagsgruppe Die Linke/Piratenpartei der Meinung von Naturschutzverbänden anschließen.

Die zuständige Kreisdezernentin Christel Wemheuer (Grüne) machte darauf aufmerksam, dass sich auch im angrenzenden Landkreis Northeim Schutzflächen anschließen. Nach ihren Informationen ziele die Northeimer Seite auf den Landschaftsschutz-Status ab. Deshalb sei ein gleichrangiger Status auf Göttinger Seite sinnvoll. Eine Einschätzung, der die meisten Ausschussmitglieder folgten.

Gefährdete Fischarten

Der Teamleiter beim Fachdienst „Natur und Boden“, Bernd Krause, hatte vor der Abstimmung noch einmal die Sachlage erläutert. Das Landschaftsschutzgebiet ist von den Niederungen der Schwülme und der Auschnippe geprägt. Charakteristisch sind Fließgewässerabschnitte, angrenzende Uferstaudenfluren und Auwald, Acker- und Grünflächen sowie kleinere Flächen wie Sümpfe und Nasswiesen. Als naturnah gelten Auschnippe und Schwülme oberhalb der Auschnippenmündung. Die Gewässer seien von Bedeutung für gefährdete Fischarten wie Bachforelle und Bachneunauge. Seltene Pflanzenarten wie die Sumpfdotterblume, das Echte Herzgespann, der Wiesen-Knöterich, der Kleine Baldrian und andere Arten wachsen hier. Dokumentiert beziehungsweise möglich ist das Vorkommen von Tierarten wie Eisvogel, Wasseramsel, Schwarzstorch, Rot- und Schwarzmilan sowie von Fledermausarten.

Projektpläne lagen aus

Das Schutzkonzept war der Bevölkerung im November 2018 bei einer Infoveranstaltung in Lödingsen vorgestellt worden. Danach lagen die Projektpläne einen Monat lang in Adelebsen aus und konnten eingesehen werden. Mit der Ausweisung als LSG-Flächen ändert sich für Eigentümer und Anlieger allerdings nichts Wesentliches, da die Europäische Union die Flächen bereits im Dezember 2004 als sogenannte Flora-Fauna-Habitate ausgewiesen hat. Die Auflagen sollen jetzt nicht verschärft werden. Es kommen auch keine neuen Flächen dazu. Für die Landwirtschaft gelten die auch bisher vorgeschriebenen Auflagen hinsichtlich Düngung und Pflanzenschutz.

Dass ein Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen wird, erfolge auf Druck aus Brüssel, betonte Kreisrätin Wemheuer im November. Die Europäische Union drohe Deutschland mit Strafen, weil es das EU-Recht bisher unzureichend in nationales Recht umgesetzt habe. Eigentlich sollte die Umsetzung bis Ende des vergangenen Jahres erfolgt sein. Allerdings hatte das Land Niedersachsen erst im Frühjahr 2018 die notwendigen Ausführungsbestimmungen erlassen. Ein gutes Dutzend FFH-Flächen im Landkreis Göttingen sind bereits nach EU-Vorstellungen gesichert worden. Das erfolgt nun auch an Schwülme und Auschnippe.

Kreistag muss letztlich beschließen

Das Thema wird nun am 23. Mai auf der Tagesordnung des Kreistages stehen. Der Rat kann dann der Empfehlung des Umweltausschusses folgen, was als wahrscheinlich gilt.

 

Von Ulrich Meinhard

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