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Adelebsen Besondere Spielstätte für Göttinger Ensemble
Die Region Adelebsen Besondere Spielstätte für Göttinger Ensemble
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20:05 13.09.2019
Der Rittersaal der Burg Adelebsen wird zuweilen für kleinere kulturelle Veranstaltungen genutzt, wie etwa Kammerkonzerte, Vorträge oder das Ein-Personen-Stück über die verlassene Frau von Stein. Quelle: R
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Adelebsen

Ich bin dann mal weg. Das haben neben Hape Kerkeling auch schon andere geschafft. Sogar Hals über Kopf: Goethe zum Beispiel. Der war eines schönes Septembertages im Jahr 1786 plötzlich verschwunden. Nicht einmal Charlotte von Stein – nennen wir sie an dieser Stelle eine gute Bekannte – war eingeweiht. Der Schriftsteller Peter Hacks hat aus dem Stoff, nämlich der Italienreise des Dichterfürsten und den daraus resultierenden Gefühlen der Frau von Stein, ein Theaterstück erarbeitet. „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“, heißt es und gehört zu den erfolgreichsten deutschen Bühnenwerken der Gegenwart. Das Ensemble des Göttinger Jungen Theaters hat es im Repertoire und spielt das Ein-Personen-Stück unter anderem an einem Ort, der wie geschaffen ist für die Handlung, die eigentlich nur aus einem Monolog besteht: auf der Burg Adelebsen.

Initiative des Arbeitskreises „Kultur im Kreis“

Das historische Ensemble ist im Besitz der Stiftung Burg Adelebsen und steht gemeinhin nicht für Besucher offen. Auch deshalb ist der Spielort etwas Besonderes. Verwalter der Burg ist Andreas Schaefer. Der Arbeitskreis „Kultur im Kreis“ war vor einiger Zeit auf ihn beziehungsweise die Stiftung zugegangen und hatte angefragt, ob Interesse an einem kulturellen Projekt besteht, nämlich der Aufführung eines Theaterstücks. „Wir haben gleich ja gesagt“, versichert Schaefer. Gespielt wird das Stück im alten Rittersaal. Der gehört zu einem Gebäudeteil, der im 15. Jahrhundert errichtet worden ist, wie Schaefer erläutert.

Im Dreißigjährigen Krieg gebrandschatzt, ist der Rittersaal 1654 baulich wieder hergestellt worden. Die Kulisse sei schon gut geeignet für das Stück, findet der Verwalter. Allerdings herrschen hier in gewisser Weise noch mittelalterliche Verhältnisse. Der relativ große Raum ist nur über eine Wendeltreppe zu erreichen. Nein, behindertenfreundlich sei das nicht, räumt Schaefer ein. Und wer im Rittersaal sitzt und ein dringendes Bedürfnis hat, muss die 40 Stufen zählende Wendeltreppe wieder hinunter und über den Hof stiefeln.

Im alten Rittersaal kann geheiratet werden

„In den Rittersaal passen nur 100 Leute, deshalb kann er auch nur für kleinere Veranstaltungen wie etwa ein Kammerkonzert genutzt werden“, erklärt Schaefer. Da hier auch keine Heizung installiert ist, wird der Saal nur in der warmen Jahreszeit als Spiel- und Veranstaltungsort angeboten. Im Rittersaal kann seit einiger Zeit übrigens auch der Bund für das Leben geschlossen werden, das Standesamt nutzt die Räumlichkeiten für Trauungen.

Von April bis September bietet die Stiftung nach Vereinbarung auch Führungen auf der Burg Adelebsen an. Neben dem Rittersaal können dann das Brunnenhaus und der Turm, das älteste erhaltene Bauwerk der mittelalterlichen Anlage, besichtigt werden. Der im 13. Jahrhundert gebaute Turm ist mit 39 Metern Höhe einer der mächtigsten Burgtürme im Göttinger Land, heißt es auf der Internetseite goettingerland.de. Weiter wird hier ausgeführt: Der Neuaufbau nach den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg und die späteren Erweiterungen in der Renaissance- und Barockzeit wandelten die Burg zu einem schlossartigen Adelssitz um, der noch heute bewohnt ist.

Christina Rohde spielt die Frau von Stein

In die Rolle der irgendwie verlassenen Frau von Stein schlüpft übrigens die Schauspielerin Christina Rohde. Die nächste Aufführung ist am Sonntag, 15. September, ab 19 Uhr.

Als das Stück 1976 zuerst in Dresden und dann in Berlin uraufgeführt wurde, war das Publikum begeistert. Der strenge Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki adelte das Monodrama als „lesenswerte Literatur“.

Von Ulrich Meinhard

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