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Adelebsen Diakon geht nach 39 Jahren im kirchlichen Dienst in Ruhestand
Die Region Adelebsen Diakon geht nach 39 Jahren im kirchlichen Dienst in Ruhestand
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13:58 12.08.2019
Klaus Bendig Quelle: mic
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Erbsen

Eigentlich hatte Klaus Bendig, ein studierter Bauingenieur, als Mitarbeiter eines Missionswerks in Südafrika Brunnen anlegen wollen. Doch vor der Entsendung verlangte die Einrichtung eine theologische Grundausbildung. So qualifizierte sich Bendig an der Evangelistenschule Johanneum, einer privat finanzierten und dem Pietismus nahe stehenden Bildungsstätte in Wuppertal, zum Diakon. Am Sonntagnachmittag, nach 39 Jahren im kirchlichen Dienst, ist Bendig nun in den Ruhestand verabschiedet worden. Die St.-Vitus-Pfarrkirche auf dem Erbsener Kirchberg war voll besetzt.

100 Stellenangebote für 13 Absolventen

Nach der Ausbildung zum Diakon hatten sich die, ins Ausland zu gehen, zerschlagen. Als Bauingenieur wollte Bendig auch nicht mehr arbeiten. Rund 100 Stellen wurden den 13 Johanneum-Absolventen damals angeboten, berichtet Bendig. Der Diakon ging zunächst für fünf Jahre in die Region Stade, bevor er Mitte der 80er-Jahre zur Stephanusgemeinde nach Göttingen wechselte. Dort hat er 30 Jahre lang Dienst getan.

Neubeginn als Krankenhausseelsorger

Dann entschloss sich der Diakon, sich beruflich noch einmal neu zu orientieren – ein lang gehegter Wunsch – und nahm im Göttinger Krankenhaus Neu-Bethlehem eine halbe Stelle als Krankenhausseelsorger an. „Weil sich meine alte Stelle nicht so einfach teilen ließ, bat ich Superintendent Friedrich Selter um Hilfe“, blickte Bendig nach seinem Abschiedsgottesdienst zurück.

Diakon ist „vom Himmel gefallen“

Selter hatte die Idee, eine halbe Diakonenstelle in den beiden Kirchengemeinden Erbsen, Lödingsen und Wibbecke sowie in Adelebsen zu schaffen. Bendig sollte die Pastorin der beiden Gemeinden, Julia Frydetzkim, unterstützen. Der Diakon sei „vom Himmel gefallen“, erklärte Kirchenvorsteherin Margit Wolter bei der Verabschiedung. Damit hätten die Lutheraner nicht gerechnet.

Der Diakon fand schnell Zugang zu den Menschen auf dem Land. Die Gabe, auf andere zuzugehen, hob Pastor Peter Lahmann, ein alter Weggefährte Bendigs, hervor. Der Diakon leiste Basisarbeit. Die Kirche war am Sonntag jedenfalls voll. In einer langen Schlange standen die Christen an, um Bendig per Handschlag oder mit einer Umarmung zu danken.

Tätigkeit als Notfallseelsorger

In Neu-Bethlehem ist der Klinikseelsorger bereits vor ein paar Wochen verabschiedet worden, berichtete Selter. Er würdigte auch Bendigs Arbeit im Verborgenen, etwa als Notfallseelsorger.

Kirchenvorsteherin Wolter erwähnte die ungewöhnlichen Predigten des Diakons, in denen es unter anderem um Seitensprünge gegangen sei. Sie lobte die kreative Gestaltung der Kinderkirchentage durch den Ehemann und Vater von drei erwachsenen Kindern. Wegen der vielen Kinder in der Kirche, eine Abordnung des Kindergartens hatte gesungen, legte Bendig die vorbereitete Predigt zur Seite. In ihr sollte es um die Männerfreundschaft zwischen dem israelitischen Königssohn Jonathan und dem Hirtenjungen David gehen. Stattdessen erzählte Bendig mit viel Dramatik, wie der mit einer Schleuder bewaffnete David den Riesen Goliath im Zweikampf besiegte.

Konfirmandenfreizeiten

„Während der Konfirmandenfreizeiten hat sich der Diakon viel Zeit für persönliche Gespräche mit den Jugendlichen genommen“, wusste Wolters. Einige verabschiedeten sich nach dem Gottesdienst persönlich von Bendig. Wolter berichtete zudem, wie der Diakon „mit durchdachten Argumenten“ Ruhe in aufgeregte Diskussionen brachte. Außerdem sei er praktisch und zupackend veranlagt. Wenn in Sitzungen verstopfte Regenrinnen oder kaputte Zäune zur Sprache kamen, teilte Bendig mit, dass er die Probleme bereits gelöst habe.

Superintendent Selter teilte mit, dass es einen Nachfolger für Bendig geben werde. Er übernehme zudem die halbe Diakonenstelle in Nörten.

Von Michael Caspar

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