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Adelebsen Ehemalige Schüler in Adelebsen wollen sich vor der Kamera erinnern
Die Region Adelebsen Ehemalige Schüler in Adelebsen wollen sich vor der Kamera erinnern
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18:35 05.08.2019
Die ehemaligen Schüler Hans-Joachim Kiefert, Anneliese Hille und Alfred Lindemann (v.l.) tauschen schon mal Erinnerungen aus. Quelle: r
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Adelebsen

„Wir finden das gut und wichtig“, sagt Manfred Paetsch. Der 74-Jährige wurde Mitte der 50er-Jahre in einem Klassenzimmer unterrichtet, der seit 25 Jahren als Ausstellungsraum des Steinarbeiter-Museums in Adelebsen genutzt wird. Aus Anlass des Jubiläums sollen ehemalige Schüler in einem Film zu Wort kommen.

„Letzte Zeitzeugen – Geschichten aus der Schule“ lautet der Titel des Projekts, das Gerhard Elsner auf den Weg gebracht hat. „Das heutige Museumsgebäude wurde vor 175 Jahren als zusätzliche Schule in Adelebsen errichtet“, sagt der 61-Jährige. Und da vor 25 Jahren das Steinarbeitermuseum im denkmalgeschützten Haus eingerichtet worden sei, sollte zum Doppeljubiläum etwas Besonderes geboten werden. Elsner schlug bei einem Treffen des Vereins für ländliches Alltagsleben, der das Museum betreut, vor, die ehemaligen Schüler in den Mittelpunkt des Jubiläumsbeitrags zu stellen.

Gerhard Elsner mit Hund Finja vor der Grundmauer der 1844 errichteten „Alten Schule“ – der Initiator des Zeitzeugen-Projektes wird die ehemaligen Schüler interviewen. Quelle: r

Ehemalige Schüler leben weiterhin in Adelebsen

Die Idee sei sofort auf Gegenliebe gestoßen – nicht nur im Vereinsvorstand, sondern auch später bei ersten Gesprächen mit Bürgern, die im damaligen Klassenraum im Erdgeschoss des Hauses am Kirchweg 8 gelernt haben. Elsner: „Noch gibt es in Adelebsen ehemalige Schüler, die dort unterrichtet wurden. Interviews mit diesen Zeitzeugen sollen aufgezeichnet werden, um daraus einen Kurzfilm zu produzieren.“

Bis zur Schließung 1957 sei vor allem Mathematik in dem Raum vermittelt worden, so Elsner. Aber nicht nur. Mathe, so Paetsch, hätten dort insbesondere die älteren Jahrgänge pauken müssen. Er und Mitschüler seien, wenn in der großen Schule mal wieder Klassenräume instand gesetzt und renoviert werden mussten, in der Zweigstelle „in allen Fächern“ unterrichtet worden.

Hans-Joachim Kiefert hat seine „Alte Schule“ immer im Blick. Quelle: r

Schöne Erinnerungen an die guten alten Zeiten

Paetsch erinnert sich noch gut an die alten Zeiten. „Wir sind sehr gerne zur Schule gegangen“, sagt der 74-Jährige. „Es freut mich, dass die ,Alte Schule’ jetzt so hervorgehoben wird. Unterricht, Konfirmation, Heirat: Als wir Jugendliche und junge Erwachsene waren, hat sich doch in dem Viertel zwischen Schule und Kirche unser ganzes Leben abgespielt.“

Elsner möchte Erinnerungen dokumentieren. „Viele ehemalige Schüler sind verstorben. Aber wir hoffen auf sieben, acht Jahrgänge, aus denen potenzielle Interviewpartner mitmachen werden.“ Elsner hat ein Probenvideo erstellt, das als Grundlage für den geplanten 30-Minuten-Film dient.

Fragen bis zu den Details – und Antworten mit Spielraum

Sein Konzept: „Ich möchte sie frei erzählen lassen, doch im Mittelpunkt sollen die Erinnerungen an die Schulzeit stehen.“ Wie war die Möblierung, die Ausstattung mit Lernmitteln? Wie sah es mit den Sanitäranlagen aus, wie wurde im Winter geheizt? Waren die Lehrer streng? Und: Wie wurden Streiche und aus Sicht des Lehrmeisters unangemessenes Verhalten bestraft?

Elsner hat eine Reihe von Fragen quasi als Leitfaden – „in den Gesprächen werden sicher noch ganz andere Aspekte eine Rolle spielen“. Zum Beispiel unterschiedliche Erinnerungen: „Einer sagt, das war so. Ein anderer sagt, das war aber anders“ – ein paar kleinere Differenzen habe Elsner in den Vorgesprächen für den „Pilotfilm“ bereits mitbekommen. 60, 65 Jahre seien eine lange Zeit. Da bleibe Spielraum in den Rückblenden.

Crowdfunding der Privaten Hochschule zur Finanzierung des Projekts

Damit diese Gespräche zustande kommen, braucht Elsner die entsprechende Ausrüstung: Eine geeignete Kamera, ein gutes Mikro mit Windschutz, ein Scheinwerfer. Unter anderem für dieses Equipment veranstaltet der Museumsverein ein Crowdfunding – heißt: Es wird Geld gesammelt. Aber nicht nur. Bei diesem Finanzierungsmodell unterstützen die Bürger sowohl mit kleinen Beträgen als auch, und vor allem, mit der damit verbundenen Zustimmung.

Das Adelebsener Crowdfunding sei Teil des Wettbewerbs „Kulturideenbeweger“ des Zentrums für Entrepreneurship der PFH, Private Hochschule Göttingen. Ziel sei, „Projekten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Region Südniedersachsen besondere Sichtbarkeit zu verschaffen“, heißt es auf der Homepage www.startnext.com/pages/ideenbeweger.

Manfred Paetsch (74) zeigt seinen Enkeln Lena (10) und Fabian (12), wo er fürs Leben gelernt hat. Quelle: r

Mitmachen: Nicht die Summe – die Zahl der Teilnehmer ist wichtig

Unterstützer des Adelebsener Zeitzeugen-Film-Projekts, die diese Homepage besuchen, können kleine oder etwas größere Beiträge überweisen und mit diesem Zuspruch ihren lokalen Wettbewerbsbeitrag im Rennen um die ersten Plätze halten. Der Gewinner bekommt 250 Euro Startgeld und 250 Euro Preisgeld – aber nur, wenn die Basissumme erreicht wird: 1500 Euro.

Nicht die Gesamtsumme entscheide über Sieg und Platz, sondern die Zahl der Teilnehmer, betont Elsner. Als Anreiz zum Mitmachen gibt es ab acht Euro aufwärts „kleine und große Dankeschöns“, die auf www.startnext.com/pages/ideenbeweger ausgewählt werden können. Teilnahmeschluss ist am 30. August.

Von Stefan Kirchhoff

Der Adelebser Museumsverein „Museum für Steinarbeit – Verein für ländliches Alltagsleben“ sucht Unterstützer für sein Crowdfunding-Projekt, um einen Kurzfilm über die ehemalige Schule zu drehen.

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