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Adelebsen Fischzüchter stellen teils auf Notfütterung um
Die Region Adelebsen Fischzüchter stellen teils auf Notfütterung um
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15:25 31.07.2018
Die Fischteiche der Forellenzucht Lehmann in Adelebsen. Quelle: Hinzmann
Adelebsen/Relliehausen/Worbis

Sie will ein Fisch im Wasser sein, heißt es in einem Songtext der Nina-Hagen-Band. Bei der derzeit herrschenden Hitze eine beneidenswerte Vorstellung.

Es gibt allerdings Fischzüchter, die die momentane Situation mit großer Sorge beobachten. Beispielsweise Guido Stolze, der eine Fischzucht in Worbis betreibt. 15 Teiche und fünf Angelteiche nennt er sein Eigen. „Wir haben ganz massive Probleme, wobei letztes Jahr war es noch schlimmer. Durch die große Hitze 2017 im Mai gab es ein großes Fischsterben“, erinnert sich Stolze, der in seinen Teichen Bachsaiblinge, Bachforellen und Regenbogenforellen hat. Der Fischwirtschaftsmeister hat dabei noch Glück, denn seine Zuchtfische wachsen im Quellwasser der Wipper heran.

Trotzdem ist seine Not inzwischen groß, denn „gefühlt hat es seit zwei, drei Monaten nicht geregnet“. Die Fütterung hat er inzwischen auf eine Notfütterung umgestellt, damit die Fische nicht so schnell wachsen. „Man kann den Besatz natürlich verringern, und die Fische, wenn sie die richtige Größe haben, notschlachten“, verdeutlichte Stolze. Doch dies möchte er nicht und so hofft er auf den Segen von oben. „Ein heftiger Gewitterschauer bringt gar nichts. Das Wasser läuft dann nicht da hin, wo es soll. Es braucht einen Landregen, der über mehrere Tage anhält“, lautet Stolzes Wunsch, der seine Zucht seit zwölf Jahren betreibt. Sie war ehemals ein staatlicher Betrieb, bei dem er damals schon angestellt war. Inzwischen ist er sein eigener Herr, der den Rohverkauf als seine Vermarktung sieht. „Mir ist es am liebsten, wenn die Leute kommen und den Fisch direkt bei uns kaufen“, erklärt er. Denn der Zucht angeschlossen ist auch ein kleiner Hofladen, wo es sowohl frische als auch geräucherte Forellen zu kaufen gibt. Und es gibt auch die Möglichkeit, selber einen „dicken Fisch“ zu angeln. „Die Angelteiche sind nicht betroffen. Da läuft der Betrieb ganz normal weiter.“

Auf extreme Situationen vorbereitet

Keinerlei Probleme hat momentan die Forellenzucht Lehmann in Adelebsen. 21 Teiche gehören zu der Zucht, allerdings werden nur noch die Hälfte genutzt. „Die Probleme gibt es doch fast jedes Jahr zwischen Mai und September in den Sommermonaten“, sagte Elisabeth Lehmann, die Mitinhaberin der Zucht. Gemeinsam mit ihrer Schwester betreibt sie das Geschäft, das es seit 1929 gibt, und das sie vom 1990 verstorbenen Vater übernommen hat. Doch das Gespann ist auf die extremen Situationen gut vorbereitet. „Unsere Teiche stehen nicht so voll, von daher haben wir mit der Algenbildung nicht so ein großes Problem“, erklärt sie. Aber natürlich hätte auch sie nichts gegen langanhaltenden Regen.

Idyllisch gelegen ist das Versuchsgut der Universität Göttingen im Dasseler Ortsteil Relliehausen. Der Wildbach Ilme führt kaltes, nährstoffarmes Wasser und entspringt in dem in der Nähe gelegenen Neuen Teich.

Zehn Forellenteiche sind auf dem Versuchsgut zu finden. 80 Prozent des Bestandes setzt sich aus der nordamerikanischen Regenbogenforelle zusammen, 15 Prozent sind die deutliche kleineren Bachforellen. Und nicht zu vergessen der Bachsaibling, der zu den Edelfischen gehört.

Probleme mit Storchen und Fischreihern

Schwierigkeiten, die die seit Wochen herrschende Hitze verursachen könnte, kennen Arne Oppermann, Betriebsleiter des Versuchsguts und seine Mannschaft nicht. „Wir haben soviel Durchlauf, wir haben überhaupt keine Probleme“, sagte Oppermann. Probleme gibt es bisweilen allerdings mit anderen tierischen Gefährten. Denn nicht nur Menschen wissen um den Geschmack der Fische, auch Storche und Fischreiher versuchen bisweilen, eine Leckerei zu erwischen. Deswegen sind Nylonfäden über die Teiche gespannt. Verhindert schon eine Menge Schaden, aber es kann schon passieren, dass kleine Eisvögel hindurchschlüpfen und versuchen, kleine Forellen zu jagen. Und auch Waschbären und Fischotter kennen sich auf dem Versuchsgut gut aus.

Bis zu sieben Tonnen Fisch produziert die Forellenzucht der Uni Göttingen im Jahr. Möglich seien in Relliehausen dank des Ilme-Wassers zwischen 80 und 100 Tonnen möglich.

Von Vicki Schwarze

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