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Adelebsen Frieda Friese: 100 Jahre auf der Welt
Die Region Adelebsen Frieda Friese: 100 Jahre auf der Welt
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07:04 17.06.2019
Frieda Friese wird am Montag 100 Jahre alt. Sie bekommt häufig Besuch von Tochter Rita Reinelt und ihrem Mann. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Adelebsen

Einhundert Jahre ist sie auf der Welt: Frieda Friese feiert am Montag, 17. Juni, ihren 100. Geburtstag im Alma-Louisenstift. Gefeiert wird im Kreis der Familie und mit den Bewohnern. Auch der Ortsbürgermeister Kurt Prutschke (SPD) und Holger Frase (SPD), Bürgermeister des Fleckens, möchten Friese beehren. „Meiner Mutter geht es gut und die Menschen im Stift mögen sie“, sagt ihre Tochter Reinelt. Für ein Interview stünde die bald 100-Jährige aber nicht zur Verfügung. Die Erzählung ihrer Lebensgeschichte übernimmt daher die Tochter.

Frieda Friese wurde 1919 im ostpreußischen Insterburg geboren. Bis 1945 arbeitete sie vor Ort in einer Art Wäscherei des Krankenhauses. „Verbände waschen und aufwickeln gehörten zu der Arbeit dort, sie war eine klassische Helferin“, berichtet Reinelt. Dazu stand Friese auf dem Wochenmarkt und verkaufte Gemüse und Obst aus dem eigenen Nutzgarten. Zwei Kinder bekam Friese noch vor der Flucht 1945.

Über Friedland und Bovenden nach Diemarden

Zusammen mit den Kindern floh sie bis Friedland, weiter ging es nach Bovenden, wo eine Familie die unterbrachte. Der Vater kam nach, er befand sich laut Reinelt in Kriegsgefangenschaft und im Lazarett, da er auf einem Auge erblindet war. Kaum wiedervereint, ging die Arbeit weiter: Auf dem Klostergut in Diemarden nahmen die Eltern 1947 oder 1948, „das weiß man nicht ganz genau“, landwirtschaftliche Stellen an. „Die Frauen mussten dort genauso hart anpacken wie die Männer“, so habe es Friese ihrer Tochter erzählt. Heu machen, Tiere versorgen und den Hof bewirtschaften gehörten zu den Aufgaben der Eltern.

Frieda Friese wird am Montag 100 Jahre alt. Sie bekommt häufig Besuch von Tochter Rita Reinelt und ihrem Mann Achim. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Die Familie wurde fest ansässig und baute 1959 ein eigenes Haus in Diemarden. „Wir waren dann fünf Kinder, 1960 konnten wir das Haus beziehen“, erzählt Reinelt. 1966 erblindete ihr Vater auch auf dem zweiten Auge. Die Eltern hatten keine Renten erwirtschaftet, ihre Mutter musste selbst in die Rentenkasse einzahlen, bis sie 1982 mit 63 Jahren in Rente ging. Um sie aufzustocken, putze Friese im örtlichen Kindergarten. Ihr Mann starb 1983.

Mit 94 Jahren verließ sie ihr Haus

„Meine Mutter hat auch dann ihren Mann gestanden, die Geschwister waren teilweise schon außer Haus, aber sie war immer für uns Kinder da in allen Lebenslagen“, so Reinelt. „Bis sie furchtbar gestürzt ist zu Hause, hat sie im Haus gewohnt. Mit 94 Jahren kam sie dann über eine Kurzzeitpflege in Adelebsen ins Alma-Louisenstift und ist seither dort“, so Reinelt. „Sie ist sehr beliebt im Haus und äußerst nett geblieben.“

Frieda Frieses Tochter Rita Reinelt erzählt aus dem Leben ihrer Mutter. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Ob Friese weiß, dass sie 100 Jahre alt wird? „Als ich sie letzte Woche besucht habe und sagte ,Mensch, noch eine Woche, dann wirst du 100!’, sagte sie gleich .Das muss man erstmal schaffen!’“, erzählt die Tochter. Friese strickte früher sehr gern, aufgrund von motorischen Einschränkungen geht das aber nicht mehr. „Aber sie singt sehr gerne. Ihr Lieblingslied ist das Ännchen von Tharau – da kann sie alle Strophen noch mitsingen und hat schon den Gesangsverein beeindruckt, als der zu Besuch war“, so Reinelt.

Nicht alle fünf Kinder, acht Enkel, elf Urenkel und der Ururenkel können am Montag dabei sein. Aber die engste Familie schon. „Sie war schon immer eine Frau, an der man hochschauen kann“, so Reinelt. Deshalb soll sie hochleben an diesem besonderen Tag.

Von Lea Lang

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