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Adelebsen Bücher tauschen im alten Barteröder Wasserhäuschen
Die Region Adelebsen Bücher tauschen im alten Barteröder Wasserhäuschen
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07:00 08.01.2020
Ortsbürgermeister Brigitte Bindseil mit ihren Enkelkindern Svea, Ole und Paulus am Bücherhäuschen Quelle: Böhm
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Barterode

Seit Anfang Dezember ist das ehemalige Wasserhäuschen am Thie in Barterode für die Einwohner zur Büchertauschbörse geworden. Schon lange hatte der Ortsrat den Wunsch auch in Barterode eine öffentliche Buchausleihe nach dem Prinzip „Bring eins, hol eins“ zu organisieren, erzählt Ortsbürgermeisterin Brigitte Bindseil.

In vielen Haushalten gibt es Bücher, die nicht mehr gebraucht oder gelesen werden. Diese einer breiten Öffentlichkeit zukommen zu lassen, das ist die Idee hinter den Bücherschränken. Laut einer Liste von Wikipedia waren im Oktober 2019 im gesamten Bundesgebiet 1933 öffentliche Bücherschränke zugänglich, in Niedersachsen 247.

Alte Telefonzelle zu teuer

Der Platz am historischen Spritzenhaus in Barterode ist ein beliebter Platz, so Bindseil. Hier sollte ein Bücherhäuschen hin, „weil da viele Menschen sind.“ Zunächst wollte der Ortsrat für diesen Zweck eine alte Telefonzelle gegenüber vom Spritzenhaus aufstellen. Nach ersten Recherchen stand fest: „Viel zu teuer“, erzählt Bindseil. Nicht nur dass eine alte Telefonzelle rund 400 Euro gekostet hätte, auch der Transport und das Aufstellen hätte finanziert werden müssen. „Das geht unmöglich aus unserem Etat als Ort“, sagt die Bürgermeisterin, da gebe es sehr viel wichtigere Investitionen.

Bücherhäuschen in Barterode Quelle: Böhm

Aber da sei ja dieses schöne Häuschen gewesen, das alte Wasserhaus. Ursprünglich über einem Becken am Löschteich gebaut, in den vergangenen Jahren ungenutzt. Viele Barteröder haben mit angefasst, so die Ortsbürgermeisterin, um das Häuschen auszuräumen, zu verputzen und zu streichen. „Sonst hätten wir das gar nicht machen können.“ Das habe zwar eine Weile gedauert –drei Jahre sind vergangen zwischen Plan und Eröffnung – aber das Ergebnis sei es wert.

Gut gefüllte Regale

Das Häuschen hat nun nicht nur einen neuen Anstrich, sondern auch eine kleine Heizung, Licht und vor allem gut gefüllte Bücherregale. „Wir haben so viele Bücher bekommen“, erzählt Bindseil. „Wir wussten gar nicht, wo wir die alle unterbringen sollten.“ Die beiden Barteröderinnen Marlene Fehrensen und Jacqueline Michnaus haben es übernommen, die Bücher zu sortieren und einzuräumen. Die kleine Bücherei bietet Kinder- und Jugendbücher, Krimis, Romane und Sachbücher. Einige Bücher wurden weiter gespendet, ein weiterer Teil in einem kleinem Lager untergebracht. Es sei ja „viel zu schade“ alle Bücher wegzugeben, so Bindseil. So könne immer wieder aufgefüllt werden.

Eine kleinere Förderung habe die Barteröder Büchertauschbörse auch aus Leader-Mitteln bekommen. Leader steht für „Liaison Entre Actions de Développement de l'Économie Rurale“. Seit 1991 fördert die Europäische Union mit dem Leader-Ansatz Projekte im ländlichen Raum. Prinzipiell sei eine Förderung von Bücherschränken auch über Leader-Mittel möglich, sagt Leader-Regionalmanager Hartmut Bernd.

Im Winter dreimal pro Woche geöffnet

Anders als Bücherschränke ist das Bücherhäuschen in Barterode nicht immer geöffnet. In den Wintermonaten noch bis Ende März ist es dienstags, freitags und sonnabends jeweils von 10 Uhr bis 16 Uhr offen. Fehrensen und Michnaus kontrollieren die Bestände und sorgen dafür, dass morgens die Heizung und das Licht angestellt werden und am Nachmittag wieder aus. Für den Sommer sind längere Öffnungszeiten geplant. Jeder könne nun Bücher tauschen oder für ein paar Tage ausleihen. Im Dezember, so Bindseil, sei das Angebot gut angenommen worden.

Weitere Artikel zum Thema Bücherschränke: Tauschplatz für Literatur und Noten

Bücherschränke in Stadt und Landkreis Göttingen

Öffentliche Bücherschränke sind eine Idee, die sich inzwischen gut verbreitet hat. Die Bücher stammen fast ausschließlich aus Spenden. Jeder kann ein Buch mitbringen und eins mitnehmen.

Der erste Bücherschrank in Göttingen wurde 2011 in der Königsberger Straße installiert. Neben einem Trödelladen, verwaltet vom Verein der Förderer. Dessen Mitglieder halten ihn ehrenamtlich instand und achten darauf, dass er nicht beschädigt wird. Der Verein der Förderer ein weiterer Standort im Seniorenzentrum am Ingeborg-Nahnsen-Platz.

Im Leseraum des Lern- und Studiengebäudes (LSG, Raum 1.134) der Universität Göttingen befindet sich seit Sommer 2014 ein öffentliches Bücherregal. Zuständig ist die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB). Den Grundbestand bekam die SUB von der Brockensammlung geschenkt. Von da an wurde das Regal in die Hände der Studierenden gegeben.

Holtenser Berg: Seit mehreren Jahren steht ein öffentlicher Bücherschrank, der jederzeit zugänglich ist, in der Europaallee, verwaltet vom Nachbarschaftszentrum Holtenser Berg.

Eifelweg: Der Schrank wurde im Juli 2015 eingeweiht und entstand aus dem Projekt einer Gruppe engagierter Bürger und Nachbarn.

Musi-Kuss: Das gleiche Prinzip wendet die Göttinger Musi-Kuss Musizierschule an, um ungenutzten Noten ein unrühmliches Ende im Altpapier oder im Keller zu ersparen. Seit Juli steht auch im Friedländer Weg Ecke Hainholzweg ein solcher „Notenpunkt“, ebenso in Rosdorf.

Im Landkreis hat unter anderem Benniehausen seit 2019 einen Bücherschrank, organisiert vom Heimatverein.

Diemarden hat eine Bücherzelle im Planetenweg, Niedernjesa gleich neben der Volksbankfiliale. Auch in Erbsen, Elkershausen und Seeburg sind Bücherschränke aufegstellt.

Von Christiane Böhm

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