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Adelebsen Pater aus Güntersen feiert erste Messen in Göttingen und Adelebsen
Die Region Adelebsen Pater aus Güntersen feiert erste Messen in Göttingen und Adelebsen
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09:00 14.06.2019
Nach der Priesterweihe in Rom: Gabriel von Wendt mit seiner Familie vor der Lateranbasilika. Quelle: r
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Adelebsen/Göttingen

Den Primizsegen, den ersten Segen nach der Priesterweihe, spendet der aus Güntersen gebürtige Pater Gabriel von Wendt (32) am Sonntag in Göttingen und am Donnerstag in Adelebsen.

„Lass dich nicht von deiner Begeisterung mitreißen, halte Abstand und hinterfrage, was du tust. Das hat mir mein Vater, ein Rechtsanwalt, 2006 mit auf den Weg gegeben“, berichtet von Wendt. Damals hatte sich der Abiturient des Göttinger Max-Planck-Gymnasiums entschieden, Priester beim umstrittenen katholischen Orden Legionäre Christi zu werden. 2006 wurde bekannt, dass der Gründer der Gemeinschaft, Marcial Maciel, aber auch andere Mitglieder in ordenseigenen Schulen über Jahre Jungen sexuell missbraucht hatten. Von „kriminellen Machenschaften“ spricht von Wendt.

Gruppenfoto mit Papst Franziskus: Die 37 neugeweihten Priester der Legionäre Christi, darunter Gabriel von Wendt, auf dem Petersplatz in Rom. Quelle: r

„Die vergangenen Jahre waren nicht einfach“, räumt der Günterser ein, der im Mai in Rom zum Priester geweiht worden ist und derzeit an der ordenseigenen Hochschule, der Römischen Universität Athenaeum Regina Apostolorum, seine Doktorarbeit in Philosophie schreibt. Papst Benedikt ließ 2009/10 eine sogenannte Apostolische Visitation durchführen und kritisierte den Orden im Anschluss offen. Ein Professor für Kirchenrecht wurde mit der Neuordnung der Gemeinschaft beauftragt, was sich bis 2014 hinzog.

Orden hat 1600 Priester

Von Wendt blieb dem Orden trotz der „furchtbaren Krise“ treu. „Ich löse gerne Probleme“, sagt er dazu. Die Gemeinschaft sei „grundlegend reformiert“. Die mehr als 1600 Priester seiner Gemeinschaft seien heute „sensibilisiert“. Es gebe „null Toleranz“ mehr für sexuellen Missbrauch. Es werde vorgebeugt. Wo das „strenge Kirchenrecht“ nicht umgesetzt werde, sei den Verantwortlichen „auf die Finger zu klopfen“ – auch in anderen Teilen der Kirche sowie in der übrigen Gesellschaft.

Keine Kritik an den Oberen

Marcial Maciel (1920 bis 2008) hat die Legionäre Christi 1941 in Mexiko gegründet. Der katholische Orden, der als konservativ und ungewöhnlich reich gilt, betrachtet sich als geistliche Miliz. Die Legionäre wollen mit Disziplin und in Einheit ihren Dienst an Kirche und Papst verrichten. Die Gemeinschaft engagiert sich vor allem in der Kinder-, Jugend- und Familienseelsorge sowie im katholischen Bildungswesen.

Die Ausbildungszeit, die der Priesterweihe vorangeht, beträgt bei den Legionären Christi in der Regel zwölf bis 14 Jahre. Die Mitglieder legen die in der katholischen Kirche üblichen drei Gelübde – Armut, Keuschheit, und Gehorsam – ab. Hinzu kamen bis 2007 zwei weitere Gelübde, einmal jede Kritik an den Oberen zu unterlassen und niemals Amtswürden anzustreben. Papst Benedikt hob sie auf.

„Wir müssen Vertrauen zurückgewinnen“, weiß der Pater. Die Kirche solle der Ort sein, wo Menschen Gott erfahren könnten. Er wolle insbesondere „der Jugend die Kirche zurückgeben“. Die Legionäre, die er 2005 auf dem Weltjugendtag in Köln kennengelernt habe, seien so „jung, überzeugt und locker“ gewesen. Zweimal sei er zu Schulzeiten in das Legionärszentrum in Bad Münstereifel bei Bonn gefahren, dann habe er sich für diesen Weg entschieden.

Verzicht auf Frau und Kinder

„Wie jede Lebensentscheidung ist der Entschluss, Priester zu werden, mit Opfern verbunden“, sagt von Wendt. Er verzichte auf Ehe und Kinder, sei sich seiner Entscheidung aber sicher. „Wenn Gott das Herz berührt, fängt das Leben erst richtig an“, meint der Pater. Er sei in Rom „nicht alleine“, sondern habe „viele nette Leute“ um sich. Das sei ihm wichtig. Er sei mit fünf Geschwistern aufgewachsen. Mehrmals im Jahr besuche er seine Eltern in Güntersen.

Die Heilige Messe mit Primizsegen findet am Sonntag, 16. Juni, um 11 Uhr in der Kirche St. Godehard in Göttingen, Godehardstraße 22, statt. Die Messe mit Segen in der Kirche St. Hedwig und Adelheid in Adelebsen, Burg 2, ist Fronleichnam, am Donnerstag, 20. Juni, um 9.30 Uhr. Es folgt die Fronleichnam-Prozession. Danach grillen die Katholiken im Pfarrheim, Siedlungsstraße 1.

Von Michael Caspar

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