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Adelebsen Restaurierte St. Pankratius-Kirche ist wieder freigegeben
Die Region Adelebsen Restaurierte St. Pankratius-Kirche ist wieder freigegeben
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12:01 02.12.2019
Die Restaurierung der Barteroder St. Pankratius-Kirche ist abgeschlossen. Quelle: Tobias Christ
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Barterode

Die Sanierung der evangelisch-lutherischen St. Pankratius-Kirche in Barterode ist abgeschlossen. Zum 1. Advent erstrahlte das Gotteshaus in einem festlichen Glanz. Denn es wurde nicht nur Gottesdienst, verbunden mit der Visitation des Superintendeten Friedrich Selter, sondern auch die fertige Restaurierung gefeiert.

1,4 Millionen Euro aus Kirchensteuermitteln flossen in die umfangreichen Arbeiten, die den Turm und den Dachstuhl betrafen. 50 000 Euro steuerte der Kirchenkreis bei. „Längerfristige Baumaßnahmen in diesem Maß werden von der Landeskirche finanziert“, erläutert Pastor Wolfgang Loos. Bereits im Jahr 2015 sei „deutlich geworden, dass an der Kirche etwas gemacht werden muss“, fasst er die Hintergründe der Restaurierung zusammen. Die Trägerbalken des Dachstuhls waren morsch, „das wäre wohl in wenigen Jahren zusammengefallen“, sagt der ehemalige Superintendent. Die Bauarbeiten begannen im Mai vergangenen Jahres.

Neue Ziegel und neue Turmbekrönung an der St. Pankratius-Kirche Barterode. Quelle: Tobias Christ

Sanierung teurer als zunächst angenommen

Doch noch während die Dachdecker ihre Arbeit verrichteten, klaffte die nächste Baustelle auf: „Durch die Dachdeckerarbeiten hatte sich die Deckenbemalung gelöst“, berichtet Loos. Der Putz bröckelte auf den Boden, somit war klar, dass auch im Inneren des Kirchenschiffs Hand angelegt werden musste. Von Januar bis März 2019 wurde auch dieser Bereich wieder aufgefrischt und saniert.

Der Innenraum des Kirchenschiffs erstrahlt in neuem Glanz. Quelle: Tobias Christ

Dadurch wurde das Projekt teurer als geplant. Ursprünglich war von unter einer Million Euro ausgegangen worden, die erste Veranschlagung wies dann einen Betrag von 1,2 Millionen aus. Rund 200 000 Euro haben die Innenarbeiten zusätzlich gekostet. Das Dach wurde neu gedeckt, nachdem die maroden Trägerbalken ersetzt wurden. Auch die Außenfassade des Turms wurde restauriert, dessen Dach ebenfalls neu gedeckt.

Schall verteilt sich nun besser

Doch das ganze Ausmaß der Restaurierung wird erst deutlich, wenn man die Treppen im Turm hinaufsteigt. Überall neues Holz, neue Stufen, neue Fenster. „Der Turm wurde nicht nur neu verputzt“, sagt Küster Marcel Gerling, während er die steile Treppe in dem 26 Meter hohen Gebäude erklimmt. Auch die Schallklappenwinkel der Turmöffnungen wurden verändert, damit sich der Glockenklang besser über den gesamten Ort verteilt. „Unter der Kirche war es vorher zu laut und weiter entfernt zu dumpf“, erklärt er.

Die Sanierung des Dachstuhls ist umfangreich. Quelle: Tobias Christ

Im Dachstuhl selbst finden sich noch einige der alten Eichenbalken, sonst ist auch dort vieles neu. Eine Herausforderung für die Handwerker waren die vielen Rundungen und Kanten, die bearbeitet werden mussten. „Man kann die Arbeiter nicht genug loben“, meint Gerling. Und auch die Tierwelt freut sich: Zuletzt wurden Fledermauslöcher gesetzt. „Drei verschiedene Arten wurden schon nachgewiesen“, so Gerling.

Lob vom Pastor an die Gemeinde

Besonders stolz ist Loos auf seine Kirchengemeinde, wenn es um die Turmbekrönung geht: Im Rahmen der umfangreichen Arbeiten wurde diese neu vergoldet. „Die Mittel dafür haben wir durch Spenden zusammenbekommen“, sagt er. Das habe gezeigt, dass der gesamte Ort zusammenstehe. 5000 Euro wurden dafür gesammelt, „das ist schon ein echtes Highlight“, meint Loos. Insgesamt waren 15 Handwerksbetriebe aus dem Barteroder Umkreis an den Arbeiten beteiligt. „Es war großartige Arbeit, die sie geleistet haben“, lobt der Pastor.

Während der Dacharbeiten mussten die Gottesdienste im Gemeindehaus gefeiert und das Geläut abgestellt werden, „damit die Arbeiter keinen Hörsturz kriegen“, sagt Gerling. Nun ist die Sanierung abgeschlossen – jedenfalls fast. „Es ist schade, dass die Außenfassade des Kirchenschiffs nicht gleich mitgemacht werden konnte“, sagt Loos.

Die Geschichte der St. Pankratius-Kirche

Der älteste noch vorhandene Stein, eingesetzt an der Westwand der Kirche besagt, dass sie im Jahr 1483 wieder aufgebaut wurde. 1730 ist sie jedoch, wahrscheinlich wegen starker Baumängel, wieder abgebrochen worden. Die Inschriften an der Kirche sind gut erhalten, die von der Vollendung des Kirch- und Turmbaus berichten: „...unter dem Patronat der Herren Friedrich Bodo und Otto Heinrich von Adelebsen ist dies heilige Haus zur Ehre des göttlichen Mannes und zur Förderung des Heiles der Menschen errichtet im Jahre 1730.“

Außer diesen Tafeln besitzt die Pankratiuskirche in Barterode noch andere Zeugen aus alter Zeit: die Steinplatten des Altartisches. Die eine zeigt vier schlichte Kreuze und muss zum Grab eines katholischen Priesters gehört haben. Beide stammen aus der Kirche, die 1730 abgebrochen wurde.

Ebenfalls aus vorreformatorischer Zeit stammen die beiden wertvollen Kelche: Der kleinere ist in der Zeit von 1480 bis 1500 in Göttingen gearbeitet worden. Er trägt das uralte Göttinger Goldschmiedszeichen. Der größere stammt etwa aus dem Jahr 1550. 1894 wurden beide Kelche vom Goldschmied Knauer in Göttingen aufgearbeitet. Die beiden Bronze-Leuchter sind 1610 von Hannes Knüppel und Tomas Mesecke gestiftet worden.

Von Tobias Christ

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