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Adelebsen Trotz roter Zahlen: Radweg zwischen Barterode und Wibbecke soll kommen
Die Region Adelebsen Trotz roter Zahlen: Radweg zwischen Barterode und Wibbecke soll kommen
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13:30 06.12.2019
Nicht an der Kreisstraße 342 entlang, sondern durch die Feldmark soll der Radweg zwischen Barterode und Wibbecke führen, strittig ist die Finanzierung. Quelle: dpa
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Adelebsen

Einstimmig hat der Rat des Fleckens Adelebsen am Donnerstag die Haushaltssatzung 2020 verabschiedet. Der Ergebnishaushalt weist ein Defizit von 660 000 Euro aus, der Verwaltungshaushalt eine rote Null.

„Nach parteipolitischen Auseinandersetzungen um den Haushalt 2019 ist es uns diesmal gelungen, durch Kompromisse zu einer gemeinsamen Position zu finden“, erklärte Bürgermeister Holger Frase (SPD). Durch gemeinsame Anstrengungen seien die Fehlbeträge verringert worden. Das Defizit im Ergebnishaushalt habe nach der ersten Planung 120 000 Euro, im Verwaltungshaushalt sogar um 280 000 Euro höher gelegen.

Um die Einnahmen zu verbessern, beschloss die Mehrheitsfraktion von SPD/WG GL gemeinsam mit der CDU und der FDP/Pro Barterode eine Erhöhung der Grundsteuer A und B. Sie steigt von jeweils 350 Prozent auf 395 Prozent, was zu Mehreinnahmen von 110 000 Euro führt. Adelebsen profitiert zudem von einem Zugeständnis des Landkreises bei der Kreisumlage, was die Kommune um 90 000 Euro entlastet.

Radweg von Barterode nach Adelebsen

Der Rat hat sich grundsätzlich für einen Radweg zwischen Barterode und Adelebsen durch das Zeller Feld ausgesprochen. 170 000, eventuell 190 000 Euro wird in diesem Zusammenhang die Ertüchtigung eines gemeindeeigenen Wirtschaftsweges kosten. Der Landkreis, der das Projekt im Zuge des Ausbaus der Kreisstraße 342 vorschlägt, will davon 110 000 Euro tragen. Der Flecken soll nun eine höhere Beteiligung aushandeln.

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Mehrheitlich beschloss der Rat mit den Stimmen der SPD das Angebot eines Anrufsammeltaxis zum Fahrplanwechsel zu streichen, das den Flecken 6500 Euro im Jahr kostet. Nach Einschätzung der SPD ist es aufgrund besserer Abendverbindungen nach Göttingen entbehrlich.

Höhere Ausgaben

Eine Reihe von Ratsbeschlüssen führen zu höheren Ausgaben. So stellt der Flecken in den beiden kommenden Jahren auf Wunsch der CDU jeweils 15 000 Euro zusätzlich für die Sanierung der Straßen zur Verfügung. Der Gesamtbetrag erhöht sich so auf 140 000 Euro. Bürger klagen über die vielen Schlaglöcher.

Mehrkosten verursacht eine Ausweitung des Betreuungsangebots in der Adelebser Kita St. Martini. Dort werden von Januar an bis zu zehn Kinder zwei Stunden länger bis 15 Uhr betreut. Darum hatten Eltern bereits vor einiger Zeit gebeten.

Kosten für Löschwasser

Für die Bereitstellung von Löschwasser muss der Flecken künftig 45 000 Euro jährlich an seine 100-prozentige Tochter, den Ver- und Entsorgungsverband, zahlen. Den Anstoß dafür gab der Bau des Lechtmer-Hochbehälters für 1,6 Millionen Euro. Die Baukosten würden um ein Viertel niedriger liegen, wenn der Verband kein Löschwasser zur Verfügung stellen würde.

Auf Wunsch der FDP hat der Rat die Gründung einer Gemeindeeigenen Gesellschaft verschoben, die die 44 Wohnungen des Fleckens übernehmen soll. Der Bürgermeister drängt auf die Gründung. Monatelang konnten zwei Wohnungen, in denen es einen Wasserschaden gegeben hatte, nicht saniert werden. Der Haushalt des Fleckens für 2019, in dem dafür 25 000 Euro vorgesehen sind, ist erst Anfang Dezember genehmigt worden.

Wohnungen stehen leer

„Nun ist es unwahrscheinlich, dass ein Handwerker die Arbeiten noch bis zum Jahresende abschließt“, meint Frase. Damit müsse der Flecken auf die Genehmigung des Haushaltes 2020 warten. Solange die Schäden nicht beseitigt seien, stünden die beiden Wohnungen leer. Auf Anregung der FPD stellt die Verwaltung nun erst einmal einen Businessplan für die neue Gesellschaft auf und prüft verschiedene Rechtsformen. Der Flecken erzielt mit den Wohnungen Einnahmen in Höhe von 120 000 Euro, denen Ausgaben von 80 000 Euro gegenüberstehen.

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