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Adelebsen Verwaltung des Fleckens Adelebsen will dem Rat 2020 eine Entgeltordnung vorlegen
Die Region Adelebsen Verwaltung des Fleckens Adelebsen will dem Rat 2020 eine Entgeltordnung vorlegen
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17:23 02.01.2020
Kostet den Flecken Adelebsen im Jahr 6000 Euro Miete: die kleine Sporthalle im ersten Stock des Gebäudes am Siedlungsweg. Quelle: Michael Caspar
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Adelebsen

Wer die Sporthallen und Dorfgemeinschaftshäuser des Fleckens Adelebsens nutzt, soll künftig an den Kosten beteiligt werden. Eine entsprechende Entgeltordnung will die Verwaltung 2020 erarbeiten.

Die geplante Aufgabe der kleinen Sporthalle an der Adelebser Siedlungsstraße sorgte im April vergangenen Jahres für Empörung. Ein Protestbrief des 600 Mitglieder starken Turn- und Sportvereins Blau-Weiß 1895 unterzeichneten innerhalb einer Woche mehr als 1300 Bürger. Der Rat ließ daraufhin das Vorhaben, das im Zuge der Haushaltskonsolidierung auf die Tagesordnung gekommen war, fallen. Stattdessen sollen die Nutzer nun an den Kosten beteiligt werden.

Haushalt 2019 des Fleckens wurde erst im Dezember genehmigt

„Wir haben bisher noch keine Entgeltordnung erstellt, weil unser Haushalt erst im Dezember – in dritter Fassung – genehmigt worden ist“, erklärt Adelebsens Bürgermeister Holger Frase (SPD). Bis zu diesem Zeitpunkt sei unklar gewesen, ob die Kommunalaufsicht einen Verzicht auf die Hallenschließung akzeptiere. Dass das geschehen sei, habe mit einer Halbierung der Jahresmiete von bisher 12000 Euro durch den Landkreis zu tun. Damit es im Flecken gerecht zugehe, müssten auch für die anderen Sporthallen und Dorfgemeinschaftshäuser Entgelte erhoben werden.

„Um die Bürger nicht zu stark zu belasten, prüfen wir, inwieweit sich bei unseren eigenen Gebäuden durch Investitionen etwa bei den Heizungen, den Fenstern oder der Beleuchtung die Energiekosten senken können“, führt der Bürgermeister aus.

Friedhofs- und Feuerwehrgebühren sollen steigen

„Zunächst einmal wird sich der Rat in diesem Jahr mit einer Erhöhung der Friedhofs- und Feuerwehrgebühren befassen“, kündigt der Sozialdemokrat an. Ein externes Büro habe die Gebühren neu kalkuliert. Bei den Friedhöfen seien die Rechnungsansätze für Bauhofleistungen deutlich gestiegen. Sie berücksichtigten nun die Tariferhöhungen der vergangenen Jahre.

„Im Zuge der Haushaltskonsolidierung haben wir uns zudem zur Prüfung der Einführung von Winterdienstgebühren verpflichtet“, führt Frase aus. 38000 Euro bringe der Flecken im Jahr für den Winterdienst auf. Davon könnten sie 25000 bis 30000 Euro umlegen. Dem ständen Aufwendungen für die Kalkulation der Gebühren durch ein externes Büro sowie Kosten für das Erstellen der Bescheide durch die Verwaltung gegenüber. Am Ende entscheide der Rat, ob sich das rechne.

Kommentare der TSV-Vorstände Bernd Spörhase und Hans-Joachim Huke

„Wenn sich die Entgelte für die Hallennutzung im Rahmen halten, werden wir sie aufbringen“, zeigt sich TSV-Finanzvorstand Bernd Spörhase kompromissbereit. Eventuell müsse der Verein dann seine „seit sehr langer Zeit“ unveränderten Beiträge erhöhen. Damit würden sie sich allerdings im Vorstand erst befassen, „wenn konkrete Zahlen auf dem Tisch“ lägen.

Dort wird voraussichtlich kontrovers diskutiert werden. TSV-Vorstand Hans-Joachim Huke, der für die Hallenbelegung zuständig ist, betrachtet die Entgelte jedenfalls als „totalen Quatsch“ und erwartet „einen Proteststurm“ der Mitglieder.

Einschätzung von Michael von Minden, Cord Friedrich Buhre und Ilona Springer

„Wir wollen trotz unserer Haushaltsprobleme die Sporthallen für die Vereine erhalten“, betont Michael von Minden, der Vorsitzende der Ratsfraktion SPD/WG GL. Zu prüfen sei, ob auch die Schulen und Kindertagesstätten für die Hallen Entgelte zahlen müssten. „Solange es keine Drucksache der Verwaltung gibt, werde ich mich zu dem Thema nicht äußern“, erklärt Ratsherr Cord Friedrich Buhre (CDU). „Die Gebührenkalkulation muss auch das ehrenamtliche Engagement von Vereinen zum Betrieb der Sporthallen Berücksichtigung finden“, fordert Ilona Springer, die Fraktionsvorsitzende von Pro Barterode/FDP.

Sporthallen im Flecken Adelebsen

Im Flecken Adelebsen gibt es mehrere Sporthallen. Die große Sporthalle am Adelebser Siedlungsweg hat die Gemeinde vom Landkreis übernommen. Dort investiert sie 2020 rund 150 000 Euro, um das Problem mit Legionellen in den Griff zu bekommen. Damit sich die Bakterien nicht in den Rohren vermehren, wird deren Durchmesser um zwei Drittel verringert. Das erhöht die Durchflussgeschwindigkeit. Zudem werden die Warmwasserrohre isoliert, so dass sie die Kaltwasserrohre nicht mehr erwärmen. Wegen des Bakterienbefalls muss der Flecken die Rohre zweimal in der Woche aufwendig spülen, was die Kosten erhöht. Die benachbarte kleine Sporthalle, in deren Erdgeschoss sich ein Hallenbad befindet, mietet der Flecken vom Landkreis.

„Ein großes Sanierungspaket hat der Rat für die Sporthalle in Güntersen geschnürt“, sagt Adelebsens Bürgermeister Holger Frase. Die Halle hat eine LED-Beleuchtung mit Heizstrahlern erhalten. Die Resonanz war so gut, dass eine solche Lösung auch in der Krippe in Lödingsen geplant ist. Den Betrieb der Sporthalle in Lödingsen hat Adelebsen 2017 an einen Zusammenschluss örtlicher Vereine übergeben.

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Von Michael Caspar

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