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Bovenden Bovenden etabliert erste Station für Carsharing
Die Region Bovenden Bovenden etabliert erste Station für Carsharing
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20:02 30.11.2017
Freie Fahrt für Carsharing in Bovenden: Anbieter, Ratsmitglieder und Gemeindeverwaltung geben die neue Station frei.
Freie Fahrt für Carsharing in Bovenden: Anbieter, Ratsmitglieder und Gemeindeverwaltung geben die neue Station frei. Quelle: Christoph Mischke
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Bovenden

In Bovenden gibt es jetzt eine Carsharing-Station, an der Nutzer von Göttinger „stadt-teil-autos“ ein bereitstehende Auto abholen und nutzen können. Es ist die erste Station dieser Art im ländlichen Raum Südniedersachsens. Den Parkplatz stellt die Gemeinde zur Verfügung - nach einem Ratsbeschluss.

In größeren Städten gibt es sie schon lange: Autos, die sich viele Menschen teilen und nur dann nutzen, wenn sie wirklich auf vier Rädern mobil sein müssen. Auch in Göttingen haben drei Anbieter etliche Fahrzeuge in ihrer Flotte und dafür mehrere Stationen eingerichtet. Auf dem Land aber ist Carsharing noch Neuland - abgesehen von wenigen Privatinitiativen, bei denen sich zum Beispiel Nachbarn ein Auto teilen.

Die Idee, auch in Bovenden Carsharing anzubieten, kam von den Grünen im Fleckenrat, bestätigte Ratsfrau Petra Jaeckel. Diese Form der Mobilität sei ökologisch sinnvoll und für die Nutzer deutlich sparsamer als ein eigenes Auto. Am Donnerstag haben Politiker, Verwaltungsmitglieder und ihr Partnerunternehmen „stadt-teil-auto Car Sharing Göttingen“ den ersten Carsharing-Parkplatz am Bürgerhaus freigegeben. Es ist der zweite Anlauf, räumte Bovendens Fleckenbürgermeister Thomas Brandes ein. Ein erster Versuch vor etwas 14 Jahren sei wieder eingeschlafen - „die Nachfrage war wohl zu gering“.

„Jetzt ist die Zeit dafür reif“, ist Christian Feuerhake sicher. Der Geschäftsführer vom „stadt-teil-auto“ sieht gute Chancen, vielleicht auch über Bovenden hinaus noch mehr geteilte Autos in dörflichen Regionen zu etablieren. Carsharing sei eine Bewußtseinsfrage, sagte Feuerhake. Während das Auto früher noch Statussymbol war, spielten heute bei vielen mobilen Menschen auch ökologische und finanzielle Aspekte eine Rolle. Und auch im kleinen Städten und Dörfern gebe es Menschen, die nicht immer ein Auto brauchen, aber gelegentlich mobil sein wollen.

Das Göttinger „stadt-teil-auto“ gibt es laut Feuerhake seit 1992. Organisiert wurde es zunächst als Verein - entstanden aus einer Bügerinitiative in der Südstadt. Seit 2006 wird es als GmbH geführt - mit zurzeit 33 Fahrzeugen und jetzt 14 Abholstationen inklusive Bovenden.

Mit Chipkarte ins Auto

Um das neue Carsharing-Auto in Bovenden nutzen zu können, müssen Interessierte einen Führerschein haben und sich bei der Firma „stadt-teil-auto Göttingen“ anmelden. Mit ihrer Kundennummer und ihrem Namen können sie dann ein Fahrzeug in der Buchungszentrale reservieren. An der Parkstation könne sie das Auto dann mit einer Chipkarte öffnen und nutzen. Abgerechnet wird monatlich nach Mietzeit und gefahrenen Kilometern.

Die Mitbewerber zieht es noch nicht aufs Land. Die Fahrzeuge müssten regelmäßig gewartet und gereinigt werden. Bei zusätzlichen Stationen in größerer Entfernung sei das zu aufwändig, erklärte eine Mitarbeiterin vom „Grünen Auto Göttingen“. Auch das noch Junge Unternehmen „Your Car“ mit Stationsfahrzeugen und „fliegenden Autos“ die in drei Geschäftbezirken auf jedem öffentlichen Parkbereich abgestellt werden können, will vorerst im der Stadt bleiben. „Wir sind ja noch ein sehr junges Unternehmen und im Aufbau“, sagte Geschäftsführer Boris Hillmann.

Die Idee, in Bovenden ein Elektroauto inklusive Ladestation für Carsharing bereit zu stellen, hätten Rat und Anbieter vorerst zurückgestellt, sagte Brandes. Solche Konzepte wollen aber die drei sogenannten Leader-Regionen Göttingerland, Harzweserland und Osterode in den Landkreisen Göttingen und Northeim im ländlichen Raum fördern.

Sie haben den Wettbewerb „Unser Dorf fährt elektrisch“ gestartet. Noch bis zum 15. Dezember können Dörfer mit maximal 3500 Einwohnern neue, nachhaltige und praxistaugliche Modelle für eCarsharing entwickeln und als Beitrag einreichen. So soll der ländliche Raum besser an die Unter-, Mittel- und Oberzentren angebunden werden.

Drei Dörfer können eine Ladestation gewinnen. Außerdem bekommen die Erstplatzierten einen Zuschuss zu den Leasingkosten für das vorgesehene E-Auto. Weitere Informationen dazu gibt es bei den Kreisverwaltungen

Von Ulrich Schubert

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