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Bovenden Bovenden will Feuerwehrgebühren senken
Die Region Bovenden Bovenden will Feuerwehrgebühren senken
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14:00 27.11.2019
Wenn die Bovender Feuerwehr ausrückt – wie hier bei einer Übung mit anderen Feuerwehren bei Hannover – wird es ab 2020 nicht mehr so teuer. Quelle: Torsten Lippelt
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Bovenden

Die Gebühren für Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr im Flecken Bovenden sollen deutlich sinken. Die Verwaltung hat den Ausschüssen und dem Gemeinderat einen entsprechenden Beschlussvorschlag vorgelegt. Grundlage ist eine Kalkulation der Kosten für die Jahre 2020 bis 2022.

Der Feuerwehrausschuss habe dem Vorschlag bereits einstimmig zugestimmt, sagt Bürgermeister Thomas Brandes (SPD). Diesen Donnerstag, 28. November, wird die Neuregelung zwischen 18 und 19 Uhr im Finanzausschuss sowie Anfang Dezember im Verwaltungsausschuss und abschließend im Gemeinderat diskutiert. Brandes geht davon aus, dass alle Gremien der Senkung der Gebühren zustimmen werden.

Was sind eigentlich Feuerwehrgebühren?

Feuerwehrgebühren werden für Einsätze der Feuerwehr erhoben, die außerhalb ihrer „unentgeltlich zu erfüllenden Pflichtaufgaben“ liegen. Sie bilden die Grundlage für die Rechnung, die die Feuerwehr ausstellt. Der Aufwand eines Einsatzes, der als entgeltpflichtig eingestuft wird – dazu gehören zum Beispiel Einsätze ohne Gefahr für Menschenleben, Feuerwachen bei Veranstaltungen, Aufräumarbeiten oder Tierrettungen – wird dabei sehr detailliert aufgelistet.

Die Unterscheidungen in Bovenden sind und bleiben recht einfach aufgebaut: Bei Personaleinsätzen werden lediglich Einsatzstunden bei Alarm und solche bei angemeldeten Veranstaltungen, wie zum Beispiel Osterfeuern und Feuerwerken, unterschieden. Für die unterschiedlichen Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr in Bovenden gibt es ebenfalls unterschiedliche Gebührensätze.

Andernorts können Feuerwehrgebühren wesentlich komplizierter sein: In Göttingen, wo es eine Berufs- und Freiwillige Feuerwehren gibt und deutlich mehr verschiedene Geräte und Fahrzeuge vorhanden sind, ist die Gebührenliste um einiges länger.

Was ändert sich?

Fast alle Gebühren in Bovenden sollen deutlich gesenkt werden (die Preise beziehen sich jeweils auf eine halbe Stunde Einsatzzeit): Pro Einsatzkraft soll die Feuerwehr in Bovenden ab dem 1. Januar 2020 statt 55 noch 49 Euro bezahlen. Die Gebühr für die Sicherung von Vorstellungen und Veranstaltungen soll weiterhin bei 60 Euro pro Einsatzkraft liegen – dabei behält die Verwaltung es sich vor, im Zweifelsfall darüber zu entscheiden, ob es sich bei dem Ereignis um ein Brauchtum oder eine Vereinsveranstaltung handelt.

Die Gebühren für einen Einsatz der Fahrzeuge der Bovender Feuerwehr sollen ebenfalls deutlich sinken: Von 181 bis 229 Euro auf 147 bis 172 Euro. Der deutliche Rückgang wird laut Vorlage der Verwaltung dadurch möglich, dass bei steigenden Einsatzzeiten die Gesamtkosten für den Betrieb der Feuerwehr gesunken sind – so sinken die Kosten je Stunde im Einsatz. Für „Verbrauchsmaterialien“ und Ersatzteile sollen weiterhin die tagesaktuellen Kosten für die Wiederbeschaffung plus zehn Prozent Verwaltungskostenpauschale berechnet werden.

Was haben die Bovender davon?

Wer nicht aus irgendeinem Grund die Feuerwehr rufen muss, merkt von höheren oder niedrigeren Feuerwehrgebühren zunächst einmal nichts. Übrigens werden auch absichtliche Fehlalarme günstiger für ihre Verursacher: Für einen sogenannten „Unfugalarm“ werden die normalen Gebühren berechnet. Im Alltag, abseits von Bränden oder anderen Notfällen, profitieren zum Beispiel lokale Vereine von der Neuregelung: Sie müssen weniger Geld für die Beaufsichtigung von Veranstaltungen durch die Feuerwehr bezahlen.

Die Arbeit der Feuerwehr leidet unter geringeren Gebühren nicht – die Senkungen werden schließlich erst durch gesunkene Kosten pro Einsatzzeit möglich. Die Kosten der Feuerwehr werden also weiterhin gedeckt.

Feuerwehrgebühren in der Region

Die Feuerwehrgebühren in der Region unterscheiden sich beträchtlich – und Bovenden geht mit dem Vorschlag, die Gebühren zu senken, einen ungewöhnlichen Weg. Denn andernorts wurden die Feuerwehrgebühren erst kürzlich deutlich angehoben. So etwa in Duderstadt, wo im Sommer die Kosten vor allem für den Einsatz von Löschfahrzeugen teils vervielfacht wurden.

Pro halber Stunde und Einsatzkraft werden in der Region beispielsweise folgende Summen in Rechnung gestellt, wenn es sich um einen entgeltpflichtigen Einsatz der Feuerwehr handelt: Zwischen 10 und 30 Euro in Göttingen, 49 Euro in Bovenden ab 2020 und 71 Euro in Duderstadt. Bei den Kosten für Einsatzfahrzeuge sind die Unterschiede noch deutlicher: Für den halbstündigen Einsatz eines Löschgruppenfahrzeugs werden in Bovenden ab 2020 159 Euro in Rechnung gestellt – in Duderstadt sind es seit diesem Sommer rund 600 Euro.

Mehr zum Thema:

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Von Tammo Kohlwes

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